Montag, 5. Oktober 2020
Erntedank
04.10.2020
Ich finde ja, dass Erntedank eines der schönsten Feste im Kirchenjahr ist. Einerseits ist es schön, im Herbst, sozusagen vor dem Grau in Grau, nochmal ein buntes Fest zu feiern. Andrerseits ist es nicht überladen mit Erwartungen und noch nicht so kommerzialisiert wie Weihnachten oder mittlerweile auch Ostern. Und es hat eine wirklich wichtige Botschaft, die darüber hinaus noch für viele anschlussfähig ist.
Von daher freut ich mich sehr auf den Erntedankgottesdienst mit all seinen Facetten: K2 spielte mit dem Cello vor, mehrere Aktionen, hinterher der Kuchen von Samstag, die Predigt mit einer besonderen Aktion. War aber eben auch viel und es hätte viel schief gehen können - aber es hat alles wunderbar geklappt!
Gab mal wieder eine leicht politische Predigt - ich glaube, wer genau hinhörte konnte da ein deutliches Ja zur Aufnahme von Flüchtlingen raushören, ohne, dass ich es direkt gesagt hätte. Aber was soll man bei einem Predigttext wie Jesaja 58 auch anderes sagen: Brich mit den Hungrigen dein Brot, teilt, helft, vermeidet Ungerechtigkeit. Am liebsten hätte ich den Text einfach nur dreimal vorgelesen und gar nichts weiter dazu gesagt, aber das wäre wohl auch nicht so gut angekommen ;)
Abgesehen davon, dass wir zu wenig Brot für's Abendmahl hatten (da gab's dann den Specialeffekt, dass zwischendurch das Brot vom Erntedanktisch entführt wurde) lief alles richtig gut.
Ich merke allerdings auch, dass mich meine Mehrfachrolle an meine Grenzen bringt: Pastorin und Hygienebeauftragte, Mutter und Mitarbeiterin der Kindergruppen, Organisatorin und Gesprächspartnerin für technisches Equipment. Puh. Das macht alles unglaublich spannend, es wird nie langweilig, aber es gibt auch Momente, in denen ich mir wünschte, ich könnte einfach meine Predigt halten und wieder gehen. Aber eigentlich lache ich jetzt beim Schreiben schon - das wäre mir viel zu wenig.
Nach dem Gottesdienst probierten wir noch ein wenig an der Technik, wir wollen für Mittwoch eine hybride Lösung für's Bibelseminar anbieten und gucken, wie und ob wir es günstig hinkriegen, dass alle gesehen und gehört werden. Mit teuren Lösungen ist das sehr einfach, aber wir suchen erstmal nach einer günstigen Lösung, um zu testen, wie das überhaupt angenommen wird.
Dann ging ich nach Hause, der Mann hatte das Essen schon im Ofen und wir saßen gemütlich beieinander und es wurde fast gar nicht über das Essen gemeckert. Könnte daran liegen, dass einige schon satt von Kuchen waren...
Im Anschluss musste ich noch eine Runde an den Schreibtisch, es hat sich als ganz gut herausgestellt, wenn ich sonntags nochmal nacharbeite, was im Gottesdienst so aufgetaucht ist, damit dann der Montag auch wirklich arbeitsfrei ist.
Dann nähte ich schnell noch eine der zugeschnittenen Hosen, die aber vermutlich noch zu groß sein wird. Blöd. Aber besser so als zu klein. Wenn ich jeden Tag ein Stück nähe, bin ich bis Ende der Woche fertig.
Danach gingen wir noch eine Runde auf den Fußballplatz/Spielplatz, K4 kann jetzt die Leiter zur Rutsche hochklettern und rückwärts auf dem Bauch runterrutschen, sehr cool. Nach einer Stunde mussten wir leider zurück, obwohl es sich nach längerem bleiben anfühlte - es war sieben Uhr und für die meisten von uns ist ja morgen Schule bzw. Kita.
Abendessen und ins-Bett-bringen, danach Sofa, leider kam ich nicht zu dem Wein, den ich mir eigentlich versprochen hatten, ich weiß auch nicht, wieso. Aber egal, war trotzdem nett, auch wenn ich unsere Abendgestaltung langfristig gern wieder etwas spannender hätte - aber zu mehr reicht die Kraft im Moment einfach nicht.

Gegessen
Joghurt, Pflaume, Apfel
Zoodle-Lachs-Gratin
Kuchen aus dem Glas
Salat
Kekse



Freitag, 2. Oktober 2020
so viel Arbeit, so viel Alltag
01.10.2020
Puh. Es ist im Moment wirklich viel. Gar nicht allein von der Menge der Arbeit, aber vom Anstrengungspotenzial her. Wenn ich früher vor allem inhaltlich geplant habe, bin ich jetzt nicht nur inhaltlich gefragt, sondern muss auch den Infektionsschutz planen und dann auch sicherstellen und ihn gegen alle Anfragen erklären und verteidigen (oder, noch beliebter, bei berechtigten Anfragen noch nachbessern).
Dazu kommen Mitarbeiter*innen, die aus gefährdungsgründen wegfallen, denen ich mit allem was ich habe versuche das schlechte Gewissen zu nehmen - gleichzeitig aber nach Alternativen suchen muss.
Und dann kam diese Woche eine sehr erfreuliche Sache dazu: Unsere Arbeit hat Modellcharakter für viele. Das heißt aber auch, dass ich immer wieder erklären muss: Wie macht ihr das? Was habt ihr beachtet? Können wir das so nachmachen?
Und dann im Hinterkopf immer die große Frage dazu: Was ist nötig, was ist nicht nötig? Ist Kirche wirklich systemrelevant?
Ich glaube schon. Ich glaube, dass der Bedarf nach religiöser Orientierung zur Zeit mindestens so groß ist, wie vor Corona. Ich glaube auch, dass die Notwendigkeit dabei nicht von Menschen beurteilt werden kann, die kirchendistanziert sind - denn für die sagt es sich leicht: Das ist doch nicht nötig.
Aber es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich mir so viel Mühe gebe, Veranstaltungen möglich zu machen, selbst wenn sie nicht unbedingt der religiöse Besinnung dienen, sondern eher einen diakonischen Zweck haben. Ich glaube, dass wir als Kirche in der Verantwortung sind, sichere Räume zu schaffen, in denen man auf andere Menschen treffen kann, in denen man etwas erleben kann, was einem gut tut. Denn wir sind mit Corona auf einem langen Weg. Kurzfristig kann man sicherlich Zuhause bleiben. Aber langfristig brauchen wir die sozialen Kontakte, die Veranstaltungen, die uns Freude bereiten. Und wenn wir die Möglichkeit haben, dafür sichere Räume zu schaffen, dann sollten wir das als Kirchen tun - denn sonst, sind wir ehrlich, werden sich die Leute trotzdem treffen, vielleicht dann privat. Und wie das dann ausgeht, ohne jemanden, der kontrollieren kann und will, das Abstände eingehalten und gelüftet wird, sehen wir jetzt im ganzen Bundesgebiet bei den Infektionsherden "Familienfeier".
Also heißt es für ich: Weitermachen. Weiterplanen, Möglichkeiten ausloten, gut hinhören und Verantwortung übernehmen.
So, Ende des Worts zum Donnerstag.
Ansonsten herrschte hier heute Alltag, alles lief nach Plan, die Kinder waren ergänzend beim Zahnarzt. K1 muss zur Kieferorthopädin, das war aber eh schon klar, alle anderen müssen an bestimmten Stellen besser putzen, aber ansonsten ist alles gut.
Ein Highlight war noch der Abend: Der Mann klatschte mich an der Turnhalle ab, ich übernahm K1 und 4 und brachte K1 zum Klavier, er ging mit K3 zum Sport. Nach dem Sport schrieb mich die Leiterin an und schickte ein Foto: Ob wir wohl diese Jacke und Tasche vergessen hätten?
Ich antwortete sofort: Ja, kenne ich, hat der Mann wohl liegen lassen. Ich bin noch in der Nähe und hole sie ab.
Ich schrieb dem Mann kurz, was los wäre.
Jetzt wird es skurril: Er schwor Stein und Bein, dass er nichts vergessen hätte. Läge alles neben ihm.
Okay. Muss wohl eine Verwechslung sein, ich sagte der Trainerin wieder ab.
Es ließ mir aber keine Ruhe, ich leitete dem Mann das Foto weiter. Er: Oh, sieht wirklich ähnlich aus. Ist ja lustig. Aber ich habe nichts vergessen.
Okay. Wir fuhren nach Hause, Abendessen, aber ich war immer noch nicht zufrieden und fragte, wo denn K4s Jacke eigentlich sei.
Der Mann sagte: Hab ich dir doch gegeben. Beim Sport. Mit der Tasche zusammen.
Tja. Hatte er nicht. Hatte er in der Turnhalle liegen gelassen.
Es ging alles gut aus, er holte die Sachen abends noch ab, damit K4 heute auch eine Jacke anziehen kann - aber das war schon ein Peak auf dem Graphen der Verpeiltheit...
Wir nahmen's mit Humor, die Trainerin auch.

Abends dann endlich mal Zuhause, der Mann hatte einen Termin, so kam ich auch mal in den zweifelhaften Genuss des ins-Bett-Bringens. Ging aber alles gut.

Gegessen:
Joghurt, Pfirsich (das letzte mal, die sind nix mehr), Johannisbeeren
Gnocchi Topf
Salat, Brotreste, Stollenkonfekt



Montag, 17. August 2020
Open Air mit Picknick
16.08.2020
Heute waren wir seit März tatsächlich das erste mal wieder als ganze Familie im Gottesdienst. Das passte sich, weil der Gottesdienst draußen stattfand, also keine Begrenzung der Teilnehmer*innen nötig war, und wir auch mit den kleinen Kindern keine Probleme hatten, Abstand zu halten.
Das war sehr schön, überhaupt war der Gottesdienst sehr schön. hinterher haben wir gemeinsam gepicknickt.
Mein persönliches Highlight: Ich hatte mich um die Besorgung der vegetarischen Würstchen gekümmert. K1 hat Zöliakie und ist Vegetarier, außerdem hat er besonderen Vorlieben bzgl. Essen und daher ist es das einfachste, wenn ich sowas spezielles besorge. Dass seine bevorzugte Marke dann auch noch 30% runtergesetzt war, war ein Bonus und so kaufte ich für 4 Vegetarier vier Pakete, in dem Wissen, dass das zu viel ist, weil die meisten von uns nicht mehr als eine Wurst essen. Am Ende waren die vegetarischen Würste alle - und viele fragten woher ich die hätte, die waren so lecker. Ich lege bzgl. Ernährung kein großes Sendungsbewusstsein an den Tag - aber ich erlebe, dass allein durch das Vorleben und Bereitstellen so viele Menschen bereit sind, etwas Neues zu probieren und feststellen: Es geht auch gut mal ohne Fleisch. Das freut mich doch sehr.
Ansonsten war es einfach sehr schön, viele Leute zu treffen, es war gemütlich, die Kinder hatten Wasserspielzeug und alle bewunderten unser neues Fahrrad und machten eine Probefahrt - das war auch sehr schön :)
Zuhause war ich dann nicht mehr zu viel zu gebrauchen: Zeitunglesen, rumhängen, Elterntelefonat, solche Dinge eben. Abends noch ein längeres Gespräch mit K1 - 9 sein ist nicht so eifnach und das Erwachsenwerden sowieso nicht. Ich hoffe so (und bemühe mich), dass wir das weiter partnerschaftlich hinkriegen.
Langes Einschlafbegleiten bei K3, da hatten wir den richtigen Punkt verpasst und er war dann natürlich "überhaupt nicht müde", es dauerte lange, bis er zur Ruhe kam.
Aber geschafft, dann noch Sofa und Fernsehen und das war ein guter Ausklang.

Gegessen:
Laugenstange, Croissant
veggie Bratwurst und mexikanischen Schichtsalat
Eis (Zitrone-Buttermilch)
noch mehr mexikanischen Schichtsalat



Mittwoch, 24. Juni 2020
Langer Dienst-tag
Puh, das war ein langer Arbeitstag. Gar nicht mal unbedingt von den Stunden her, aber von der Intensität.
Es ging los wie immer: Aufstehen, duschen, dann bloggen, Frühstück und Mittagessen vorbereiten.
Nach und nach trafen die anderen ein und K3 hatte wirklich unterirdische Laune. Immerhin hatte abwechselnd einer von uns genug Geduld, um ihm langsam zu helfen, sich zu entspannen, so dass er schließlich mit Frühstück im Bauch und angezogen aus dem Haus ging. Zwischendurch noch kurz mit K2 über's Zeugnis, dass er heute kriegen sollte, gesprochen: Eigentlich hat er keine Sorgen, aber vielleicht in Kunst... Ganz ehrlich: Kunst ist mir so egal. Ich komme aus einer sehr künstlerisch veranlagten Familie, zumindest auf der Seite meines Vaters, bei meinem Mann gab es einige Maler, aber bei uns beiden ist wirklich gar nichts angekommen. Ich bin kreativ, kann ganz gut basteln und nach erlernter Technik ein paar comichafte Tiere malen, aber dann hörts auf. Ich konnte K2 also beruhigen: Keiner erwartet hier gute Noten in Kunst. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mich eine schlechte Note in Musik eher ärgern würde, weil das eben mein Thema ist, aber das habe ich ihm nicht dazugesagt.
Überhaupt bekommt er noch gar keine Noten sondern Kreuze, aber das versteht er ja genauso.
Dann ging's los, K3 in die Kita, Abgabe an der Tür, wieder zurück und schnell an den Schreibtisch. Ein paar Sachen einstielen und vorbereiten, dann schnell wieder los zu einem Vorgespräch für eine Beerdigung. Das war sehr gut, ich mag ja Beerdigungen. Klingt makaber. Ist vor allem so, weil ich erlebe, dass ich, mit dem was ich tun kann, hier Menschen wirklich weiterhelfe: Tröste, unkompliziert bin, wenn Behörden oder andere kompliziert sind, erzählen lasse, Dinge einordne, oder auch mal die Möglichkeit biete, den eigenen Glauben zu reflektieren. Normalerweise tut so ein Vorgespräch den Beteiligten gut, auch wenn es schmerzvoll ist.
Schnell wieder zurück (Fahrrad gefahren, gute Entscheidung, weil ich da zwischendurch mal den Kopf freikriege), Mittagessen - und dann fiel ich in so ein tiefes Müdigkeitsloch, dass ich mich tatsächlich hingelegt habe. Die anstrengenden Tage zerren doch mehr an mir, als ich dachte.
Dann nochmal eine Arbeitsrunde, Beerdigung vorbereiten, Gottesdienst angeguckt, nebenbei Pandemiebedingte Formalien erledigt, die natürlich wichtig sind, aber nerven.
Dann los zur zweiten Beerdigungsplanung des Tages. Gut hingefunden, Parkplatz gekriegt, sowas entspannt mich ungemein. Wieder ein gutes Gespräch ganz anderer Art, jetzt habe ich viel Arbeitsstoff für die nächsten Tage. Solche Gespräche lassen einen immer wieder über den eigenen Tellerrand in ganz andere Leben und Lebensentwürfe hineinstellen. Wenn man Glück hat, stellen die Angehörigen Fragen, wenn sie etwas nicht verstehen und das gibt mir die Möglichkeit meinen eigenen Glauben wieder neu zu reflektieren. Schon toll, sowas!
Dann schnell nach Hause, Videokonferenz läuft schon, ich komme noch kurz dazu. Demnächst muss ich mal probieren, ob das auch mit mobilen Daten geklappt hätte, aber da hatte ich keinen Nerv zu.
Die großen Kinder sind noch wach, ich räume noch ein bisschen hinter ihnen her und sage Gute Nacht, K2 betet und dann falle ich auf's Sofa, emotional ausgelaugt würde ich sagen. Guter Tag, harter Tag.

Gegessen:
Quark (al was Neues, die Kinder wollen den Joghurt aus der Abokiste jetzt wieder für die Schule und ich bin zu faul, umzubestellen, vor allem nicht für eine Woche), Pflaumen, Erdbeeren, Heidelbeeren
Gemüseauflauf mit Reis
Krautsalat
Eis



Freitag, 12. Juni 2020
Ein Ende und ein Anfang
Heute geht etwas zu Ende, was mich die letzten Monate nicht wenig beschäftigt hat. Seit Beginn der Kontaktbeschränkungen haben erst der Mann und dann ich 5-Minuten-Andachten geschrieben, als Video aufgenommen und für unsere Gemeinde online gestellt. Das waren allein von mir über 50 Andachten, die mir viel Freude bereitet haben. Manchmal haben sie mich auch gut Nerven gekostet, aber im Wesentlichen waren sie ein große Freude für mich. Heute habe ich beschlossen, dass die Reihe zu Ende ist. Durch die Lockerungen gibt es wieder genug Möglichkeiten Veranstaltungen zu besuchen, miteinander in Kontakt zu kommen usw. Ich musste für mich noch den richtigen Zeitpunkt finden, aber jetzt fühlt es sich gut an. Das gibt mir mehr Kapazitäten für andere Aufgaben. Außerdem muss ich nicht jeden Abend dran denken, die Andacht hochzuladen, jeden Morgen wieder eine Andacht aufzunehmen usw. Es wird auch etwas neues geben, das besser in die nächsten Wochen passt, sowohl vom Arbeitsaufwand für mich, als auch in Bezug auf die Selbstständigkeit der Gemeinde. Aber das ist noch ein bisschen unausgegoren, das werde ich erst morgen richtig festmachen.
Ansonsten war das heute ein ganz routinierter Arbeits- und Familientag: Vormittags viel weggearbeitet, K2 beschult, K1 aus der Schule in Empfang genommen, der sehr glücklich und zufrieden war und mit einem guten Gefühl in die nächste Woche startet. K3 war wieder in der Kita und man merkt, dass ihn die Veränderung noch gut mitnimmt. Er ist nachmittags sehr unentschlossen und sucht Streit - kann ich ihm nicht Übel nehmen, nervt aber trotzdem.
Nachmittags war ich erst mit K2 Donuts einkaufen, die dann eingefroren wurden, damit er auch mit Bäckerwechsel nichts vermissen muss. Wir fanden sogar Donuts, die K3 essen darf, ohne Milch, damit haben wir zumindest ein kurzes Lächeln auf sein Gesicht gezaubert.
Dann nochmal einkaufen mit K1, alles was ich vergessen hatte und noch ein bisschen mehr. Lidl hat ziemlich coole Fairtrade Schokolade, da schlage ich immer zu.
Abends musste der Mann arbeiten - auch wenn er in Elternzeit ist, macht er eine Gruppe weiter, die schon eine Zeitlang mit ihm unterwegs ist. Wir fanden die Kontinuität da wichtig und es geht problemlos, dass er die zwei Stunden übernimmt.
Für uns fünf Zuhause habe ich Brote geschmiert, die auf dem Weg zum Eisladen gegessen wurden. Dann gab's Eis als Nachtisch. Wir wollten dann gern noch einen Moment am Wasser sitzen - K3 wollte nicht sitzen, sondern patschte durchs Wasser und lag dann natürlich auch drin. Praktischerweise war K2 mit Pullover und T-Shirt unterwegs (Warum? Bei dem Wetter?), und opferte sein T-Shirt als Kleid für den kleinen Bruder, der schwer begeistert mit dem schicken Hai-Oberteil nach Hause lief. Wie schön, dass es warm genug ist, das alles gelassen zu sehen.
Jetzt habe ich gerade noch ein bisschen gearbeitet und genieße den Rest des Abends auf dem Sofa.

Gegessen: Apfel und Joghurt (mehr Obst gab's nicht mehr, das ist in diesem Haus auch schon lange nicht mehr vorgekommen)
Kohlrabigemüse und Kartoffelspalten
Brot, Eis, Haribo Piratos



Donnerstag, 30. April 2020
Hoch die Hände, Wochenende
Das stimmt so natürlich nicht, zumindest in meinem Fall nicht. Ich werde auch morgen einiges arbeiten müssen. Einerseits gibt es abends einen Jugendgottesdienst, natürlich als Livestream, an dem ich beteiligt bin. Andrerseits arbeiten wir an neuer Technik für die Liveübertragung von Gottesdiensten. Einer unserer Techniker hat nun K1 angefixt und der ist ganz begeistert (und fühlt sich sehr groß), weil er beim Ausprobieren und Einrichten einer neuen Kamera dabei sein darf. Das werde ich sicherlich auch begleiten und werde dabei noch einiges zu tun haben. Aber Ausschlafen sollte drin sein, und der Gottesdienst für Sonntag ist auch fast fertig vorbereitet, also setzt jetzt die Entschleunigung ein.
Heute gab es auch nicht viel berichtenswertes, es war ein mehr oder weniger normaler Tag in der Coronazeit. Die großen Kinder bearbeiteten ihre Aufgaben, die ich dann noch zur Schule brachte. Dabei stellte sich dann heraus, dass die Viertklässler nicht, wie geplant, am Montag wieder mit Unterricht beginnen, sondern am Donnerstag, aber auf solche Planänderungen reagiere ich inzwischen mit Gelassenheit. Hilft ja nix. Für mich ist es tatsächlich ziemlich egal, ob nun ein Kind oder zwei Kinder neben mir arbeiten - und das große Kind nahm es gelassen. Jedenfalls waren alle froh, dass wieder ein Stapel Aufgaben abgegeben ist und die Lernsachen für ein paar Tage weggelegt werden können.
I Laufe des Vormittags versuchte ich mich bei zwei kurzen Statements für den Gottesdienst zu filmen und ich sag mal so: Ich sollte so ein Video nicht nochmal angucken, bevor ich es weiterschicke, sonst filme ich es garantiert nochmal, weil irgendwas komisch war. Aber mit vier Anläufen oder so habe ich es geschafft.
Ich habe in dem Zusammenhang länger über Freiheit nachgedacht. Die Frage war nämlich, was für mich Freiheit bedeutet, gerade auch in Bezug auf meinen Glauben. Dabei ist mir klar geworden, dass ich sehr dankbar bin für Gott als höhere Instanz in meinem Leben, weil er es mir leichter macht, mich von der Meinung anderer unabhängig zu machen. Dieser Lernprozess, den wir ja alle durchlaufen müssen, dass wir es nie schaffen allen alles recht zu machen und das bestimmte Handlungen uns unbeliebt machen, fällt mir viel leichter, seit ich Gott als denjenigen sehen kann, der über den Dingen steht. Er ist quasi die Meinung, die für mich zählt (oder zumindest das, was ich glaube von Gott und seiner Meinung zu verstehen) und das macht es mir leichter, mich von anderer Leute Urteil unabhängig zu machen.
Man sagte schon manchmal zu mir, dass ich so sehr in mir ruhe - ich glaube, das ist darauf zurückzuführen. Diese Überlegungen haben mich mit dem Gehampel für das Video versöhnt.
Der Nachmittag verging mit Arbeit, einer Runde durch die Stadt mit K2 (ich versuche, immer mal wieder mit einem Kind allein unterwegs zu sein, ich hoffe, dass wir damit alle besser im Blick haben und jeder sich gesehen fühlt) und einer Joggingrunde mit einer Freundin. Das war fein.
Leckeres Abendessen, ein erquickliches, konstruktives Abendmeeting, dass dann auch irgendwann zu Ende war. Doch ja, ich bin sehr zufrieden mit dem Ende vom April.