Mittwoch, 15. September 2021
Gehüpft wie gesprungen
15.09.2021
Gestern habe ich mir tatsächlich den zweiten Abend in Folge einfach "frei genommen". Mein Joggingtermin am Montag steht ohnehin fest, da kommt nur selten etwas dazwischen und wir laufen auch bei jedem Wetter.
Nun machen am Dienstag die Kinder beide Trampolin (also zumindest bis letzte Woche, K1 ist ja jetzt zum Handball gewechselt) und ich hole sie nach der Probe ab. Da ich dann mitten in die letzte Einheit, nämlich die Erwachsenen bzw. ab zwölf komme, darf ich mitspringen. Das ist toll, weil ich ohnehin Spaß daran habe, aber auch, weil ich vor zwei Jahren meinen Trampolinschein gemacht habe, damals aber schwanger mit K4 war und nur eingeschränkt mitmachen konnte. Ich kann also Trampoline auf- und abbauen, sichern und helfen, aber kaum Springen.
Gestern hätte ich niemanden abholen müssen, K2 ist ja noch in Quarantäne, bin aber trotzdem hingefahren. 1,5 Stunden springen, nur weil ich wollte :) Das war toll, ich merke, wie viele Baustellen ich habe: Mehr Mut täte gut, aber auch mein Körpergefühl hat gelitten: Ich bewege mich viel zu vorsichtig, zu steif, zu sehr auf Schonhaltung bedacht. So sehe ich mich eigentlich gar nicht, aber ich habe den Eindruck, dass ich körperlich die Erschöpfung, die ich spüre, auch trage. Da gehe ich jetzt bewusst gegen an - ich bin doch noch nicht alt. Aber faszinierend, was es an Konzentration braucht, die Spannung zu halten.
Abends dann noch schnell eingekauft, Gurken eingelegt, gegessen, dann ins Bett.
Vormittags habe ich das Radfahrtraining begleitet (einmal Polizeiauto fahren), auch wenn K2 nicht dabei ist. mit dem muss ich den Parcours aber auch nochmal üben, noch so ein Ding auf der To Do Liste...
Den Nachmittag habe ich dann mit Putzen verbracht, das war mal sowas von nötig und wenn ich schon abends weg sein wollte, wollte ich dem Mann zumindest ein angenehmes Umfeld hinterlassen. Aber das ist jetzt auch erledigt.
So, auf in den Tag, Kinder wecken.



Montag, 13. September 2021
Achterbahn
13.09.2021
Schon wieder nur im Rückblick. Das Leben fährt Achterbahn, keine wilden Loopings, aber eben auch nicht gerade ruhig und wenn ich abends aussteige ist mir ein bisschen schlecht. Bloggen steht erst ziemlich weit hinten auf der Prioritätenliste.
Mal gucken, was ich aus der letzten Woche noch so zusammenkriege.
Montag:
Zwei Kinder aus dem Haus, zwei Kinder in vorsorglicher Quarantäne zu Hause. Wir erwarten das Ergebnis des PCR Tests im Laufe des Tages, es kommt auch, wie erwartet und erhofft negativ.
Ich bin vormittags meine Nägel machen lassen, das tat gut (und war nötig), nachmittags begleite ich dann K2 zum Sport. Sein normales Training im Turnen findet mangels Trainer nicht mehr statt, er kann in einer gemischten Gruppe turnen. Er freut sich, es macht ihm Spaß, ich suche trotzdem parallel nach Alternativen.
Abends laufen zu dritt, das hebt die Moral, wir laufen besser.

Dienstag:
Kinder aus dem Haus, viel Arbeit am Schreibtisch. Währenddessen das Aufklären einer Fehlkommunikation: Der Termin, zu dem ich Donnerstag wollte, findet schon morgen statt. Gut, dass ich den Zug erst danach gebucht habe. Beim bringen von K1 klärt sich spontan, dass er am Abend mit seinem besten Freund zum Handball gehen kann, das wollte er schon länger, ich hatte es aber aus dem Blick verloren. Also das eingeordnet, Zeiten gecheckt, es geht, wenn ich überall etwas spare.
Nachmittags Beerdigungsplanung, das dauert eine Weile, dann die Kinder zu ihren Sportangeboten gebracht. Musikprobe, ich muss Klavier spielen, aber es gelingt ganz gut. Dann Kinder abholen, Anmeldung zum Handball gibt es auch gleich, K1 ist hellauf begeistert. Also Handballmutter, ich hoffe, ich muss nicht zu oft am Spielfeldrand stehen... Selbst noch ein bisschen Trampolin springen, ich bleibe bis zum Schluss, weil ich den Schlüssel bekomme.

Mittwoch:
Zug fährt um 6.50 Uhr, da schaffe ich mein Programm Zuhause vorher bis zum Kinderwecken, den Rest übernimmt der Mann.
Termin läuft gut, über die wechselnden Zugverspätungsanaben der DB höre ich jetzt auf mir Gedanken zu machen, meist läuft es diesmal doch besser als angegeben. Auf dem Bahnhof auf der Rückfahrt ein Anruf: Gesundheitsamt. Quarantäne für K2. Jetzt doch? Ja, sie haben es nicht rechtzeitiger geschafft alles abzuarbeiten. Was ist mit den zwei negativen PCR Tests? Symptomlosigkeit? 7 Tage vergangen? Alles egal, 14 Tage Quarantäne. Ich bin ja durchaus für Vorsicht, aber das verstehe ich nicht.
K2 ist geknickt, Cello fällt flach. Der Rest des Nachmittags vergeht relativ ruhig, ich komme zum Arbeiten. Der Termin am Vormittag war zwar dienstlich, das ändert aber nichts am Pensum und ich muss aufholen.

Donnerstag:
Konzentrierte Arbeit am Vormittag, am Nachmittag Ehrenamt beim Vorschulturnen. K1 sammel ich beim Klavier ein und bringe es dann zum Handball, zurückgebracht wird es von den Freundeseltern. Er kommt erst spät, trampelt mitten in unseren beruflichen Abendtermin, das ist zum Glück nicht schlimm. Das Kind wird groß.

Freitag:
Beerdigung. Trösten. Nachfeiern. Einkaufen. Abendtermin. Anspannung über Stunden, die dann abends erst abfallen darf. Dafür gings mir gut. Für's selbst trauern blieb noch keine Zeit.

Samstag:
Ausschlafen. Das war so nötig. Gemütliches Frühstück. Musikprobe. Kindergottesdienstplanung. Währenddessen hat K1 den nächsten Handballtermin, das übernehmen die Freundeseltern.
Predigtschreiben. Um halb neun ist alles fertig, ich auch.

Sonntag:
Gottesdienst. ich gehe allein, k1 kommt mit K3 nach, dem Mann geht es zu schlecht, er bleibt mit dem Quarantänekind und K4.
Handballspiel (nur zugucken) für K1. Meine Schwester kommt, wir gehen zusammen Kartoffeln ernten und kommen zu spät zum Abholen der Kinder beim Handball. Jetzt haben wir den Keller voller Kartoffeln, Äpfel hat meine Schwester auch mitgebracht, der Mann brachte eine große Menge Gurken vom Markt und rote Bete war eh noch da: Montag wird Einkoch-
und Verwertungstag...

Was für eine Woche - die nächste wird nicht ruhiger.



Montag, 6. September 2021
WmdedgT 09/2021
Frau Brüllen fördert am 5. des Monats das Tagebuchbloggen, indem sie entsprechende Beiträge auf ihrem Blog sammelt. Der fünfte im September fällt immer auf den Geburtstag von K4, das wird wohl auch so bleiben, jedenfalls mache ich besonders gern mit.
Sonntag ist Arbeitstag, also klingelt mein Wecker um sieben, ich schleiche mich am Geburtstagskind vorbei aus dem Bett und bereite das Frühstück vor. Geschenketisch ist schon am Vortag fertig geworden, eigentlich war der Plan, noch zu kochen, aber irgendwie ist es dafür zu spät geworden und überhaupt findet K4 Pommes und Chicken Nuggets vom Imbiss nebenan bestimmt auch gut.
K3 wird wach, ich wecke die Großen und den Mann, natürlich wird K4 auch wach und von allen geküsst und gekuschelt. Auf die Frage, wer denn heute Geburtstag habe, antwortet er auch sehr zuverlässig iiiiich.
Sowieso, so schön Ich sagen, wie dieses Kind, konnte keiner. Seinen Namen sagt er nicht, aber immer schon ich - auch in Liedern. Ich singe vor, mit seinem Namen, er singt nach und ersetzt seinen Namen durch "ich". Hat einen hohen Niedlichkeitsfaktor.
Frühstück und Geschenke auspacken gehen ineinander über, ich mache Videos für die Familie, die nicht dabei sein kann und versuche nebenbei K3 davon abzuhalten, alle Geschenke schon auszupacken ("ich helfe doch nur"). Der Traktor mit Anhänger ist wie erwartet der Hit, K3 fährt, K4 sitzt im Anhänger, diese beiden sind schon großartig zusammen.
Dann wird es doch ein wenig hektisch, wir fahren mit dem Auto zum Gottesdienst, die großen Kinder bleiben quarantänebedingt Zuhause, wie gut, dass das mit großen Kindern schon so geht.
Gottesdienst, ich bin erst mit Empfang und Impfnachweiskontrolle beschäftigt, dann mit Kinderbetreuung. Hinterher Gespräche, es wird relativ spät.
Auf dem Rückweg gehe ich bei einer befreundeten Familie vorbei: Am Vorabend ist die Mutter verstorben, was uns in diesem Fall auch persönlich Nahe geht, wir sind befreundet. Kurzer Austausch, Umarmungen und ein paar Hinweise für die Beerdigung, dann gehe ich zur Familie zurück, die gerade Essen bestellt hat.
Gemütliches Mittagessen unterbrochen von noch mehr Geschenken, die ausgepackt werden dürfen, ein Videotelefonat mit der Familie, K4 strahlt die ganze Zeit.
Wunderbares Wetter, wir chillen im Garten und es ist gar nicht so schlimm, dass der geplante Schwimmbadbesuch wegen Quarantäne nicht stattfindet. Nach dem Kuchen will ich aber noch ein bisschen was erleben, ich spaziere mit K3 und K4 zur örtlichen Großbaustelle (ein Neubaugebiet), Bagger gucken. Wir haben Glück, es ist alles offen und wir finden erst Sandberge zum runterrennen, dann, nach Spaziergang durch die Mondlandschaft, zwei Traktoren und drei Bagger und das erscheint K4 wie sein persönliches Paradies. So schön, dass man ihn damit so glücklich machen kann.
Dann läuten die Glocken und wir müssen zurück. Zuhause gibt es wohl nochmal Kuchen für die Jungs, dann machen sie sich auf ins Bett - ich bin nochmal zur weiteren Beerdigungsplanung aushäusig. Als ich zurück bin, muss ich nochmal ein paar Nachrichten verschicken, wenn ich das nicht mache, kommt morgen am freien Tag zu viel Zeug, dass ich nicht liegenlassen kann - schon seltsam, dass es inzwischen eben nicht mehr reicht, innerhalb von 48 Stunden zu reagieren, sondern am besten in maximal 6 Stunden. Liegt natürlich auch daran, dass keiner damit rechnet, dass Menschen am Montag frei haben. Egal, ich stelle mich drauf ein.
Wohnzimmer aufräumen, Frühstück vorbereiten, Kinder küssen, dann gehe ich ins Bett, ein paar Seiten lesen sind noch drin. K4 schläft glücklich, für ihn war der Tag schön - und er ist sehr stolz, jetzt zwei zu sein.