Karfreitag
02.04.2021
Erstmal länger schlafen, ich muss erst um neun in der Gemeinde sein, da reicht es, um halb sieben aufzustehen.
Frühstück und mittagessen vorbereiten, nur die Nudeln schaffe ich nicht mehr zu machen, aber das kann ja auch später passieren. Wäsche natürlich, es hört ja nie auf. Manchmal würde ich gern einen Pausentag machen, einmal keine Wäsche - aber Sonntag ist bei mir Arbeitstag, da kann ich also auch waschen, Montag habe ich frei, aber es ist Alltag, da kann ich also auch waschen. In der Theorie halte ich einen freien Tag in der Woche für gut und richtig. Aber irgendwie komme ich nicht dahin.
Egal, Frühstück in Ruhe, allein. Leider wird es dabei so spät, dass ich das Fahrrad nehmen muss, aber das ist wiederum gut, weil ich schon lange überflüssigen Sand aus der Gemeinde nach Hause transportieren will. Also heute. Mit Kleid und Strumpfhose.
In der Gemeinde erstmal Musikprobe, wir hatten ja keine Zeit zu üben und ich habe ein neues Lied ausgesucht. Klappt aber trotzdem gut.
Dann Gottesdienst, erstmals habe ich an Karfreitag einen Liturgen, das ist sehr hilfreich, denn so habe ich ein bisschen Pause zwischendurch. Sehr schön, wenn man das so nennen kann, zumindest stimmungsvoll.
Im Anschluss sitzen wir zu dritt und quatschen. Besser geht es im Grunde ja nicht - drinnen im Kirchraum, hohe Decken, viel Abstand, natürlich Masken. Nur draußen wäre besser, aber das ist bei dem Wetter ja auch nicht attraktiv. Tat jedenfalls gut...
Zuhause hat der Mann schon Nudeln gemacht, wir essen.
Mir geht's hinterher schlecht - ist es der Druck, der abfällt? Ich bin mir Ostern durch, Ostersonntag macht der Mann. Oder ich vertrage die Zucchini nicht so gut, gerade in Kombination mit den Tomaten oder der veganen Sauce? Wer weiß das schon, jedenfalls lag ich zwei Stunden auf dem Sofa. Dann bin ich wieder fit, wir gehen noch eine Runde zum Eisladen. In wechselnder Besetzung sind wir meist dreimal in der Woche da. Ich habe irgendwann die Devise ausgegeben: Es kann immer Eis geben, aber immer nur eine Kugel. Sonst wird mir das zu teuer. Bisher fahren wir gut damit, auch wenn manchmal neidische Blicke zu den anderen Besucher:innen gehen, die mehrere Kugeln essen.
Der Abend wird entspannt, die Kinder haben ihre "Party", K1 beschließt, dass für ihn die Fastenzeit zu Ende ist und er jetzt wieder Süßigkeiten isst: Schließlich ist Jesus jetzt auch tot, was soll ich sein Leiden weiter nachvollziehen, der leidet nicht mehr. Recht hat er, der Gute :) Ich bin eh stolz auf ihn, dass er das durchgezogen hat (und dass die Fastenzeit noch über das "Nachvollziehen des Leidens" hinausgeht hatte er am Anfang auch ganz gut kapiert).
Pastorenhaushalt hier - am Abend von Karfreitag wird Wii gespielt. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halte, aber Besinnung und Nachdenklichkeit kann man auf jeden Fall nicht erzwingen und von daher ist es schon okay so. Vielleicht sind wir ein bisschen wie die Jünger - nach Jesu Tod gehen wir erstmal wieder zur Normalität über.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Zoodles mit Tomatensauce
Salat