Urlaubsrückblick 3: Ein paar Tage im Odenwald
Ich muss hier ja mal fertig werden mit Urlaubsrückblicken, so weit ist es gar nicht mehr bis zu den Herbstferien... Also der Vollständigkeit halber die letzte Urlaubswoche:
Letzter Urlaubsteil war dann ein Besuch im Odenwald. Ich lese so gern in diesem Blog und hatte außerdem die Vermutung, dass es im Odenwald nicht so voll sein sollte, daher hatte ich da nach einem Campingplatz geguckt.
Da ich ohnehin keine Ahnung hatte, wo es schön wäre, habe ich einfach den Campingplatz mit Naturschwimmbad gewählt, der sich anbot. K3 darf diesen Sommer nicht in gechlortes Wasser, daher passte sich das ganz gut.
Da wir diesmal keine großen Distanzen fahren mussten, waren wir wieder recht früh da und konnten noch vorher einkaufen. Der Campingplatz erschlug uns erstmal ein bisschen: Ziemlich voll (na klar, Schwimmbad, das auch für nicht-Camper offensteht, zieht), kleine Plätze, viel Sonne. Aber es sortierte sich alles ganz gut, wir fanden die richtigen Toiletten, die nicht so voll waren, unsere Nachbarn waren nett, und wir konnten uns mit dem Aufbau gut arrangieren.
Ankommen ist für mich immer mit ein bisschen Unruhe versetzt, ich brauche ein bisschen um mich akklimatisieren. Die Kinder nicht, wenn die einen Spielplatz finden, sind sie angekommen. K3 zuckt immer noch kurz, wenn er dann das aufgebaute Zelt findet, so im Sinne von: Oh, ja, du bist auch wieder da. Dann ist ja gut. Aber ansonsten sind die Kinder immer schnell angekommen und ich werde auch gelassener.
Spätestens als der Aufbau fertig war und ich uns eine Weinschorle am Kiosk organisiert hatte, war alles super. Wir gingen dann auch noch eine Runde schwimmen, das Schwimmbad war dann nicht mehr voll und wir waren abends dann sehr zufrieden.
Da der Campingplatz mit dem Schwimmbad so viel hergab, waren wir im Endeffekt nicht so viel unterwegs. Es war auch wirklich heiß. Das war vielleicht der einzige Nachteil an dem Campingplatz: Bei den Zeltplätzen war nicht viel Schatten und die Plätze waren so klein, dass wir auch keinen Raum hatten, das Tarp aufzustellen. Aber auf dem Spielplatz fand sich immer ein schattiges Plätzchen und im Wasser geht es ja sowieso.
Oberhalb des Campingplatzes gab es eine Burg, die man auch besichtigen konnte, mit einem Wehrturm, um den man zumindest herumgehen konnte. Da sind wir am ersten Tag natürlich gleich hinauf gestiefelt. Als wir halb um den Turm herum waren fanden wir in zwei Meter Höhe eine Schöne breite Schießscharte, die sich geradezu für ein Familienfoto anbot. Also kletterten alle hinein bzw. ließen sich hineinheben, ich positionierte die Kamera mit Selbstauslöser und nach drei Versuchen kriegten wir auch ein ganz nettes Foto hin. Im Anschluss gingen wir weiter um den Turm herum und stellten fest – solche Schießscharten gab es auch in deutlich bequemerer 1m Höhe… Naja, Klettern geübt.
Die Burg an sich wird als Museum genutzt, aber das erschien uns nicht kindgerecht, also war es das dann auch mit der Besichtigung unserer Hausburg.
Am nächsten Tag waren wir am Felsenmeer, das ist schon ein Klassiker der Gegend: Eiszeitlich bedingt gibt es eine riesige Schneise im Wald, die von großen Felsblöcken übersät ist. Wunderbar zum Klettern, war leider auch entsprechend voll. Aber mit Ruhe und Geduld ging das alles gut und k3 kletterte wie ein Weltmeister. In solchen Situationen merke ich, dass ich beim Training der Kinder beim Vorschulturnen schon einiges gelernt habe, ich weiß viel besser, wie ich ihn halten muss, damit er selbst klettert und sich nicht in falscher Sicherheit wiegt, dass ich ihn schon halten werden. Das ist auch anstrengend, gerade mental, aber zu sehen, wie er immer sicherer wurde, ist es absolut wert.
Das Runterwandern war dann entspannter und insgesamt waren wir uns einig, dass das ein toller Ausflug war.
Eines Abends haben wir dann aber den infrastrukturellen Nachteil des Odenwalds kennengelernt: Wir wollten abends noch auf dem Campingplatz essen, hatten also nichts anderes eingekauft. Allerdings gab es ab 19.30 Uhr nur noch Pizza, keine Pommes Frites oder andre Sachen mehr, die unsere Kinder dürfen. Das hatten wir vorher nicht verstanden und wurden ein bisschen kalt erwischt. Aber wir hatten keine Sorgen: Setzen wir uns halt ins Auto, suchen die nächste Dönerbude, da werden wir schon klarkommen. Tja. Ich weiß nicht, wie viele Kilometer wir gefahren sind, zwischendurch hatte ich immer wieder kein Internet, mehrere Läden waren zu, einer war ausverkauft – ich sah uns schon fast bis nach Frankfurt fahren, aber dann fanden wir schließlich doch noch einen Laden. Um 22 Uhr saßen wir im Dunkeln vor einer Kirche (hey, das ist Heimrecht für uns) und aßen Döner bzw. Burger und Pommes. Leider waren die Portionen so klein, dass K2 immer noch hungrig war, auf dem Rückweg mussten wir also noch eine Tankstelle suchen, bei der er noch eine Brezel bekam. Die Tankstelle, die noch offen hatte, zu finden, war übrigens auch nicht so einfach…
Einen Ausflug zum Klettersteig hatte ich noch rausgesucht, das war sehr schön. Da gab es einen ganzen Stationsweg für Familien, mit Hüttenbauen, Seilbrücke, Barfußpfad und eben einem Klettersteig in einem alten Steinbruch. Das macht mir echt viel Spaß, ich muss das doch mal verfolgen. Ich habe sogar noch einen Gutschein für eine Boulderhalle, der ist durch die Schwangerschaft ein bisschen in Vergessenheit geraten, aber den muss ich jetzt unbedingt mal nutzen… Aber jedenfalls im Urlaub mal ein bisschen klettern ist toll und wir genossen auch die anderen Stationen. Die gebauten Hütten waren so toll und motivierten uns, das auch mal wieder zu machen.
Letztlich konnten wir im Odenwald gar nicht alles machen, was wir gern gewollt hätten und wir waren uns alle einig: Da müssen wir nochmal hin. Der Campingplatz eignet sich gut, auch für einen kürzeren Aufenthalt und hat durch die Schwimmmöglichkeit auch schon so viel zu bieten, dass alle zufrieden sind. Vielleicht klappt es nächstes Jahr zu einem verlängerten Wochenende.
Jedenfalls waren wir alle traurig, dass der Urlaub zu Ende war. Aber das Abbauen klappte schnell und gut und die Rückfahrt ging so flüssig, dass ich in einem Rutsch durchfahren konnte. Da mussten wir dann jedenfalls auf dem Rückweg nicht allzu viel Nerven lassen, das war schön.
Insgesamt: Toller Urlaub. Deutschland ist super, auch wenn ich das exotische von mir unbekannten Ländern noch reizvoller finde. Kurze Distanzen zwischen den Plätzen waren super, gerade mit den beiden Kleinen. Und coronamäßig war Camping total okay.