Wir üben den Alltag
13.08.20
Üben trifft es in diesem Zusammenhang wirklich ganz gut - es geht einfach nicht von heute auf morgen glatt, zumindest bei uns nicht. Die neue Schule kommt dazu, aber auch ansonsten brauchen wir nach den Ferien immer ein paar Tage, bis sich alles zurechtgeruckelt hat - und dann kommt natürlich dazu, dass über Monate alle Nachmittagsangebote nicht stattfinden konnten und jetzt langsam wieder anfangen - aber häufig in veränderter Form. Nun, wir werden das auch alles schaffen, dauert aber ein bisschen.
Der Tag begann jedenfalls zu spät. Halb sechs reicht nicht, wenn ich Frühstück vorbereiten, kochen und bloggen will, denn insgesamt brauche ich dafür mehr als eine Stunde und ich will ja, wenn die Kinder aufstehen, ansprechbar sein und nicht am PC sitzen. Also Wecker auf fünf Uhr, mal sehen, wie sich das dann passt. Aber es reicht auch für die Kinder nicht, um sieben aufzustehen, jedenfalls nicht, wenn man, neben Anziehen und Frühstücken noch Zeit braucht für "Ich mecker eine Viertelstune darüber, wie ungerecht es ist, aufzstehen" und "Ich sitze bevor ich losgehe eine Viertelstunde auf dem Klo und lese in den Zeitschriften". Also heute für alle anderen Start um halb sieben.
Aber wir haben es letztlich geschafft, wenn auch mit ein bisschen Antreiben und gingen alle gleichzeitig aus dem Haus: K1, K3 und ich mit Fahrrad, K2 zu Fuß. Den begleiteten wir dann alle zur Grundschule und fuhren dann weiter zum Gymnasium. Da zeigte ich K1 noch den Weg zum Fahrradabstellplatz, aber der Tipp: Lauf allen anderen Kindern mit Fahrrädern hinterher, war wahrscheinlich noch besser, jedenfalls hat er es gut geschafft. und ich bin schon ein bisschen stolz, dass er es völlig selbstständig und selbstverständlich schafft, am ersten Schultag sein Fahrrad in den ihm völlig unbekannten Fahrradkeller zu bringen und dann im Anschluss den Weg in den Klassenraum zu finden. Ich hatte K3 auf dem Fahrrad, deshalb stellte sich auch die Frage nach weiterer Begleitung nicht, aber ich bin froh, dass er da so entspannt ist und das gut macht und im Zweifel eben einfach nachfragt. Hätte ich in dem Alter glaube ich nicht so gut geschafft.
Dann ging K3 in die Kita, ich ging auf dem Rückweg einkaufen. Seit ich Packtaschen am Fahrrad habe, sind solche Einkäufe so viel leichter und das Auto wird noch weniger gebraucht, das freut mich.
Zuhause dann schnelles Frühstück und endlich in Ruhe Arbeiten. Aber es war zäh. Die Räume sind jetzt echt warm. Ich liebe die Wärme, aber wenn die Hitze so steht, fällt mir das Konzentrieren echt schwer.
K1 und 2 kamen gemeinsam nach Hause, sogar früher als K3. Die mussten natürlich erstmal 100 Dinge erzählen, aber ich setzte sie erstmal an ihre Hausaufgaben um die letzten Nachrichten fertig zu machen. Beim Mittagessen redeten dann alle durcheinander, auch K3, schon aus Prinzip, aber auch, weil er inzwischen immer besser berichten kann, was er erlebt hat.
Danach Mittagspause, die Kinder saßen an irgendwelchen Endgeräten, ich las die Zeitungen vom Urlaub nach (wir haben nur ein Wochenendabo) und dann musste ich noch eine zweite Arbeitsrunde machen.
K1 kam mit der Info, dass er einen Füller bräuchte, der Übergang ist wohl auch Corona zum Opfer gefallen, also schlug ich vor zum Schreiwarenladen zu gehen um einen zu kaufen - wollte er aber partout nicht. Ich solle doch allein gehen. Ich erinnere mich an Füllerkaufen noch als einen größeren Akt, mit ausprobieren usw. Also wollte ich ihn dabei haben, machte erstmal Sport um mich abzureagieren und zwang ihn dann mitzukommen. Kaum waren wir los, war auch alles in Ordnung.
Der Füllerkauf war dann unspektakulär: Es gab nur ein Modell, das konnte auch nicht ausprobiert werden. Also ging es nur um die Farbe, das konnte er allerdings aussuchen und dann war er sehr stolz.
Dann noch das obligatorische Eis und ab nach Hause zum Abendessen, allgemeinem Aufräumen, Einräumen usw. Ich habe das Gefühl das Haus wird immer unordentlicher, je mehr wir aufräumen. Hmm. Vielleicht bin ich auch nur besonders empfindlich, im Moment.
Abends noch ein Buch eingeschlagen und dann ein neues Spiel ausprobiert, dass sehr nett ist, aber eigentlich zu anspruchsvoll für mein abendliches Entspannungsverhalten. Ich muss es entweder wann anders spielen oder schlauer werden :) Aber es geht gut zu zweit, das ist ja immer viel Wert.

So, K3 hustet, das wird wahrscheinlich schon wieder nix mit der Kita, erster Infekt von wie vielen? Seltsame Zeiten, in denen wir leben.

Gegessen:
Joghurt, Heidelbeeren, Nektarine
Maiskolben, Probierplatte Grillkäse, vegetarischer Burger und Bratwurst von der Mühle: Ergebnis: Ich find die super, alle anderen finden Wonder Burger und Incredible Bratwurst besser. Na gut, ich mag ja alles.
Eis (Zitrone)
Salat, Brokkolisalat