Sonntag, 13. September 2020
ein geschäftiger Samstag
12.09.2020
Da ich mich am besten entspanne, wenn ich Dinge zu tun habe, die mir Freude machen, aber dabei durchaus produktiv sind, hatte ich mir für Samstag schon eine innere Liste der Dinge gemacht, die ich erledigen wollte.
Als erstes stand auf der Liste aber ausschlafen und das tat ich, so gut das eben mit den beiden Kleinen im Bett geht. Aber erstes Aufwachen war um halb acht, dann ausgiebiges Kuscheln, ich schlief noch eine halbe Stunde wieder ein und als ich um halb neun aufstand, hatte der Mann den Frühstückstisch schon gedeckt und war schon entschwunden, die Brötchen zu holen.
Mein subjektiver größter "Corona-Verlust" ist ja im Moment immer noch der Bäcker, zu dem wir nicht mehr gehen, weil er keine Bereitschaft zeigt, Hygienemaßnahmen einzuhalten oder durchzusetzen. Aber der Bäcker, bei dem wir jetzt die Brötchen holen (und der mit den Hygienemaßnahmen vorbildlich umgeht), bei dem schmecken mir die Brötchen einfach nicht so gut. Luxusprobleme...
Gemeinsames Familienfrühstück mit viel Erzählen. Ich musste kurz zwischendurch rausgehen, weil K3 permanent in mein Ohr redete - wenn die anderen erzählen will er auch immer was erzählen. Wenn ich ihn dann bitte, etwas leiser zu reden sagt er mir: Ich rede gar nicht mit dir, ich meine Papa. Puh. Aber dann ging es.
Danach machte ich mich mit K1 auf zum Markteinkauf, außerdem brauchten wir Quark für den Kuchen später. Beim Laden war es so voll, dass wir ein paar Minuten warten mussten, bis wir einen Einkaufswagen bekamen. Das regte eine Person in der Schlange schon wieder fürchterlich auf - ja, die Solidarität, die Rücksichtnahme, das Verständnis für coronabedingte Einschränkungen schwindet zunehmend.
Schneller Einkauf, dann über den Markt und dann suchten wir uns ein Eiscafé. K1 schreibt nächste Woche die erste Arbeit, einen Deutschaufsatz und ich wollte gern, dass er das einmal probeweise schreibt. Da es ein Brief ist, bot es sich an, an meine Schwester zu schreiben. Da es Samstag war, bot es sich an, gemütlich und ungestört dafür im Café zu sitzen.
Ich trank einen Cappuccino, er trank Tee, zu beiden gab es ein Minieis und einen großen Keks dazu - und das darf er ja alles nicht. So hatte ich ein zweites Frühstück (und er bekam hinterher natürlich noch ein Eis).
Den Brief haben wir dann gleich zur Post gebracht. Zuhause ging es weiter auf meiner Liste: Heide anpflanzen und Unkraut jäten. K4 saß mit mir draußen und "half", K2 pflanzte ganz toll die Heide und jetzt sieht der Vorgarten zumindest ganz okay aus. Einen Preis werde ich damit nie gewinnen, aber ich sehe Chancen, dass nicht allzu viel Unkraut in die Nachbargärten abwandert.
Spätes bloggen und eine Runde arbeiten.
Danach war es Zeit zum Backen und Vorbereiten vom Abendessen: Zwei Kuchen und zwei Bleche Flammkuchen, der Mann half, aber wie immer, wenn wir zwei in der Küche sind, geht das nicht so richtig reibungslos, weil er die Dinge anders macht als ich und ich meine Ideen für besser halte. Naja, ging dann aber ganz gut.
Während der Kuchen im Ofen war begleitete ich K1 zur Gemeinde, er musste seinen Technikdienst vorbereiten. Er kann das ganz allein, aber ich gehe gern mit, einerseits weil der Weg zu zweit netter ist, andrerseits, weil es sich selbst für mih immer etwas seltsam anfühlt, ganz allein in dem großen Gebäude zu sein, wo sich theoretisch in jeder Ecke jemand verstecken könnte...
Das war schnell erledigt, wir gaben auf dem Rückweg unser Startzeichen, sodass der Flammkuchen fast fertig war, als wir zurückkamen. Ich hatte unterdessen mit einer Freundin geschrieben, die Kontakte hatte zu einer Sammelstelle für Gain, die nach Moria fahren. Da kann ich bis morgen Windeln und Kinderkleidung abgeben, die dann weitergegeben wird. Es erscheint mir fast zynisch, mehr wie ein freikaufen, dass ich die Kindersachen, die bei uns übrig sind, jetzt so abgebe - aber soll ich sie behalten? Ich wünschte fast, es würde uns mehrwehtun, etwas abzugeben, damit ich jedenfalls etwas getan hätte - aber es ist so einfach und es deswegen nicht zu tun wäre ja auch Quatsch.
Langes Gespräch auf dem Rückweg über Flüchtlingspolitik und Aufnahmequoten mit K1. Danach war ihm kalt.
Wir aßen gemeinsam und gingen nach dem Essen noch Windeln einkaufen, immerhin etwas tun. K1 ging mit, genoss die Zeit mit mir und das Gefühl etwas zu tun.
Ein großer Karton, der uns von keiner Pflicht entbindet, von dem ich nur hoffe, dass er irgendwie etwas Leid lindert.
Abends noch Arbeit bis halb eins, der Kleinkram dauert halt doch, aber dann ist es fertig. Nebenbei eine Doku über Überfischung der Meere, passte zum Duktus. K1 und ich essen zwar kein Fleisch, aber schon noch Fisch. Warum eigentlich? Weil es einfacher ist.
Toller, geschäftiger Tag, mit einem nachdenklichen Ausgang und der immer wiederkehrenden Frage: Was kann ich tun? Kann ich mehr tun?

Gegessen:
Laugenbrezel, Brötchen, Rührei
Minieis, Kekse
Flammkuchen mit Räuchertofu, Birne und Zwiebeln



Samstag, 12. September 2020
routinierter Freitag
11.09.2020
Wir sind in unserer Alltagsroutine angekommen (die Herbstferien sind ja auch gar nicht mehr so weit weg und sie brauchen ja auch eine Routine, die sie dann zerschießen können, hihi).
Alles läuft so ganz gut, alle wissen, was wann zu tun ist. Wenn k1 seinen Ranzen schon abends packen würde, wenn K3 nicht immer nochmal verhandeln müsste, was es wann wie essen will und ob es dafür Schlafanzug oder Klamotten tragen muss, wenn nicht immer mal wieder irgendwer die Masken vergessen würde, dann wäre es alles noch etwas einfacher, aber das werden wir nie so ganz rauskriegen. Aber im Wesentlichen funktionieren die Abläufe, die Arbeit läuft, alle sind satt, sogar halbwegs gesund ernährt, das Haus ist sauber und halbwegs ordentlich, es gibt gnug saubere Wäsche für alle - mehr will ich nicht. Natürlich gibt es Momente, in denen ich mir mehr Ordnung, mehr Ruhe, mehr Zeit für Hobbies, weniger Gemecker beim Essen wünsche, aber dann sehe ich Moria, dann sehe ich Menschen, die krank sind, sehe wirklich Probleme, ganz weit weg oder auch ganz nah dran und werde sehr still und sehr dankbar für unser Familienidyll hier
Durch die halbe Stunde früher Aufstehen gewinne ich morgens genug Zeit, auch die aufwendigeren Gerichte stressfrei zu kochen, das ist fein. K1 kam leider zu spät zur Schule -erst bummeln und dann Maske vergessen geht sich nicht aus. War aber wohl nicht so schlimm. K3 war mit mir auch spät dran, zu spät geweckt, denke ich, war aber auch nicht so problematisch.
Ich hatte Zeit für eine online Gebetszeit, ein paar Emails, Vorbereitungen für Erntedank - ich bin so dankbar für die predigtfreie Woche, es ist doch so viel Kleinkram, der dann mal konzentriert und nicht nur nebenbei abgearbeitet werden kann.
Als ich mir K4 zusammen K3 abholte, dachte ich glücklicherweise daran, eine Banane für jedes Kind mitzunehmen - sonst räubern die beiden zusammen immer K3s Brotdose leer, aber der hatte diesmal keine mit, weil es gemeinsames Frühstück gab. das war sehr gut, so konnte ich zufriedene Kinder zurückfahren.
Mittagessen zu fünft, K1 hat einen letzten langen Tag. Das ührt dazu, dass wir das Nachmittagsprogramm mit dem Auto machen, sonst müsste er sich sehr beeilen und das ist es mir am Ende nicht wert. So kamen wir pünktlich, brachten K1 und 2 zum Chor, ich führte noch ein wichtiges Telefonat, währen K3 powernappte und dann machten wir unsere übliche Einkaufsrunde zum Drogeriemarkt. K3 ließ sich tragen, aber das geht ganz gut, wenn K4 im Ergo auf dem Rücken ist. Sieht lustig aus, ist aber recht entspannt. Auf dem Rückweg noch einen Blick in den Klamottenladen, K2 hätte gern noch einen Pulli, mit Wendepailletten. Gab es in seiner Größe aber nicht, nur ein Longshirt mit Feuerwehrmann Sam. Er braucht 128, das ist die letzte Größe in der Gruppierung und das merkt man - in 98 ist Paw Patrol super, in 128 eben nicht mehr so. Aber in 134 versinkt er noch. Also doch mal über Ebay KA gucken, da werde ich schon war finden.
Wir holten das Bobbycar für K3 aus dem Auto, holten die Großen ab und mit denen zusammen ein Eis. Dann wollte K1 lieber nach Hause und nicht noch dableiben, bis K2 mit dem Sport fertig ist. Das darf er gern, er fuhr trotz betrunkenen und pöbelndem Mitfahrer sehr routiniert mit Bus und Bahn nach Hause. Wir anderen machten uns auf den Weg zur Sporthalle, K2 machte einen Sport und ich ging mit den Kleinen noch eine Runde auf den Spielplatz. K3 überraschte mich mit einen Kletterkünsten (wann hat er das gelernt? Wie ein kleiner Affe!), K4 machte die ersten Schritte, immer hinter dem Bobbycar her. Sehr sehr niedlich und der Mann, der mit seinen Gelenkschmerzen zuhause geblieben war, tat mir noch mehr leid, dass er das nicht gesehen hat. Hab aber gefilmt.
Dann noch ein schneller Einkauf und es war Zeit K2 wieder einzusammeln. Abendessen gab es im Auto auf dem Rückweg, K2 hat nach dem Sportprogramm immer ordentlich Hunger und K3 liebt das Essen im Auto sowieso. Soll wohl so sein, wir sind des Tankstellenstaubsaugers bester Kunde.
Zuhause dann eine schnelle Bettroutine für die Kleinen, obwohl K3 checkte, dass die Großen unter noch LegoMasters gucken durften und dann auch noch ein bisschen unten mit rumhing. Aber wenigstens K4 schlief.
Schöner Abend, schöner Nachmittag, macht Lust auf's Wochenende.

Gegessen:
Joghurt, Pfirsich, Blaubeeren, Apfel
Wirsing-Möhren Lasagne
Eis (Zitrone)
Krautsalat, Brötchenreste Marshmallows



Freitag, 11. September 2020
Schneidarbeiten und Videos
So, heute also probiert, wie es ist, noch ein bisschen früher aufzustehen - funktioniert prima. Ich war nicht müde, bin ich ohnehin nie, außer dann am Abend, aber das war nicht anders als sonst. Das lass ich jetzt erstmal so, das entkrampft die morgendliche Routine ein bisschen und ich muss das Essen nicht immer danach entscheiden, wie lange die Vorbereitung dauert.
Etwas skurril war es dann allerdings, als ich noch im Dunkeln draußen stand und die Wäsche aufhängte. Es sollte ja trocken bleiben, aber es wirkte wohl etwas seltsam. Aber als der Rasensprenger im Nachbargarten ansprang war ich dann wieder beruhigt - an längeren Tagen hätte man sich ja auch nicht gewundert, aber inzwischen ist es eben erst um sieben wieder richtig hell. Da habe ich aber schon einiges geschafft.
Ich habe das Gefühl, es wird langsam besser mit K3, er hat sich wohl wieder an den Gedanken gewöhnt, dass Kita ist und er da auch hingehen muss (angezogen, mit ein bisschen was im Bauch), jedenfalls hat er ein bisschen weniger verhandelt und vor allem konnte ich ihn ohne Weinen abgeben, nachdem wir nochmal drüber gesprochen hatten, dass ja nachmittags auch noch Zeit zum Spielen Zuhause ist.
Der Morgen verlief ruhig, waren ja wieder alle aus dem Haus. Ich hatte, neben einigen Dingen am PC, auch einiges damit zu tun, dass ich Sachen ausschneiden und in Briefumschläge packen musste. Ich hatte das eigentlich vor dem Fernseher machen wollen, aber dazu komme ich im Moment nicht und es war grad etwas Zeit, also fing ich damit schon an. Nebenbei guckte ich dann Youtube Andachten von Kollegen, war also quasi Weiterbildung. Ich hätte ja auch gern mal in eine Instastory von den so berühmten "Influencern" reingeguckt, merkte aber, dass ich hier viel zu wenig im Thema bin - ich weiß gar nicht, wen ich da suchen müsste. Und um mich dann intensiver damit zu beschäftigen, war es mir dann nicht wichtig genug. Bleibe ich also in diesem Bereich uninformiert, man muss ja nicht alles kennen und wissen.
Dann kamen nach und nach alle nach Hause, bzw. ich holte K3 ab. K4 war mit, freute sich schon sehr als K3 seine Brotdose auspackte. Das ist schon zum Ritual geworden, dass die beiden sich dann die Versperreste teilen. Ich muss am Freitag aufpassen, da gibt es keine Reste, weil die Kita das Frühstück stellt, da muss ich wohl eine Alternative bieten. Jedenfalls hatte K3 noch Banane übrig, die er sehr liebt und von der er deswegen nicht gern abgeben wollte. Ich war dann abgelenkt, weil K1 anrief, weil er gefallen war und als ich wieder guckte, hatte er seine Banane doch geteilt. "K4 mag die auch so gerne. Da habe ich ihm abgegeben, damit er nicht weint. Zuhause noch Banane da?" - er ist wirklich lieb und empathisch, wenn er will! Wir fuhren K1 entgegen, dessen Sturz nicht so schlimm war, aber ich freute mich, dass er sein Handy dabei hatte und uns angerufen hat. Denn genau diesen Fall predige ich immer: Nimm dein Handy mit, wenn du stürzt, kannst du dich melden, dann kommen wir. In diesem Fall wäre er auch allein nach Hause gekommen, aber es tat ihm sichtlich gut, dass wir dazu kamen und mit guckten, was alles kaputt ist (Knie aufgeschlagen, Ellenbogen aufgeschürft).
Dann gab's Mittagessen und eine kurze Pause für mich, bevor ich losfuhr zum Vorschulturnen. Die Kinder hatten in der Zwischenzeit wohl eine tolle Zeit draußen, mit Fahrrad fahren und Picknick. Bei mir war es nett, aber eher anstrengend: Die Eltern dürfen jetzt ja definitiv nicht mehr mit rein, was auch grundsätzlich angenehmer ist, aber dazu führt, dass der Übergang vom Eltern-Kind-Turnen zur Vorschulgruppe für manche Kinder schwierig ist. Dass dann Kinder weinen ist klar, das Trösten macht mir nichts aus. Aber diesmal hatten wir ein Kind dabei, das permanent brüllte, in einer Lautstärke, die echt alle anderen wahnsinnig machte. Sie beruhigte sich immer wieder, so dass es keinen Anlass gab, sie rauszubringen, aber immer, wenn man ihr den Rücken zudrehte, begann sie wieder zu Brüllen. Anstrengend. Aber die letzte Viertelstunde ging dann ganz gut, ich hoffe für nächste Woche.
Nach zwei Stunden kam der Mann mit K1, 3 und 4, ging mit K3 zum Eltern-Kind-Turnen und ich K4 und ich begleiteten K1 zum Klavier. In der Zwischenzeit gingen wir Einkaufen, ich hatte viel Zeit um zu gucken und fand tatsächlich noch eine Badehose für K1, der jetzt beim Schwimmunterricht feststellte, dass seine alte zu klein ist. Sehr schön. Einen Harry Potter Stehsammler gab es auch noch, vielleicht motiviert ihn der zu mehr Ordnung...
Es wurde beim Klavier spät, sodass der Mann direkt dahin kam und K1 einsammelte, ich fuhr mit dem Rad nach Hause (und war kaum langsamer). Zuhause kurzes quatschen und Hundestreicheln bei der Nachbarin, K2 hatte schon den Abendbrottisch gedeckt, also gab es schnell Essen und dann stillte ich K4 in den Schlaf. Um kurz nach acht kam ich los um ein paar Freundinnen zu treffen, das war schön!
Erst um halb zwölf Zuhause zu sein war vielleicht nicht die beste Idee, aber das war's wert.

Gegessen:
Apfel, Joghurt, Pfirsich
Linsencurry
griechischer Salat, Baguette, Obstsalat