Dienstag, 6. April 2021
WmdedgT 04/2021 Ostermontagsedition
Frau Brüllen fragt auch am Ostermontag, was wir so machen. Ich bin Fan von Tagebuchbloggen und mache gern mit, auch wenn hier nicht so richtig viel passiert.
Wir schlafen aus, ich stehe auf, als das Liegen unbequem wird, so gegen neun. K4 stillt im Moment in der Nacht deutlich mehr als noch vor einigen Wochen und auch deutlich mehr als ich gut finde. Aber so richtig kann ich mich nicht aufraffen, was dagegen zu tun, auf den Mann kann ich mich in diesem Zusammenhang nicht stützen, für den ist Schlaf wegen der Medikation ein schwieriges Thema. Allein habe ich wenig Argumente - warum sollte ich nicht stillen, wenn doch alles da ist? Egal, bisher hat es sich immer wieder von selbst eingerenkt, also durchhalten.
Es gibt gemütliches Frühstück, wir versuchen den Kühlschrank leerer zu Essen, denn wir werden ein paar Tage weg sein.
Ursprünglich war der Plan, zu meinen Eltern zu fahren. Das ist wegen Überschreitung der Haushalte nicht erlaubt, denn meine Schwestern wären auch dabei. Meine Schwester ist aber alleinstehend und hat ein großes Haus - das ist die ideale Lösung. Wenn wir Zuhause bleiben, wird das nichts mit Urlaub, so haben wir einen Tapetenwechsel. Die Kinder waren Donnerstag zuletzt in der Kita, die Großen durften seitdem auch nicht mehr mit anderen spielen, trotzdem machen wir natürlich Selbsttest und sind (wenig erstaunlich) alle negativ. So sollte es klappen. Die Kinder machen mehr oder weniger tapfer mit, aber ich sehe nicht, dass diese Tests regelmäßig in der Kita angewandt werden sollten - wer will das machen? Für die Kinder ist das schon sehr unangenehm.
Danach packen wir, fahren noch kurz an der Gemeinde vorbei um etwas abzugeben und fahren dann los. Die Autobahn ist voll, wir fahren lieber über Land und das ist schön und erholsam.
Die Kinder sind unglaublich aufgeregt, immerhin K4 schläft im Auto. Große Wiedersehensfreude, auch K4 ist sofort angekommen. Ich bin froh, dass wir das gemacht haben. Bisher haben wir aus Rücksicht auf unsere Eltern immer eher verzichtet, wenn wir uns nicht alle treffen durften eben lieber gar nicht getroffen. Aber so ist das jetzt eine gute Lösung, ich bin so Urlaubsreif, die Kinder haben eine Abwechslung mehr als verdient und mit den Tests haben wir eine relativ hohe Sicherheit. Ist natürlich trotzdem blöd, dass meine Eltern nicht dabei sein können.
Als wir ankommen ist das Wetter gerade gut, wir essen ein paar Äpfel und ziehen uns dann an um die Störche zu besuchen. Wir kommen ganze 100m weit, dann schneit und hagelt es. Also wieder zurück. Was soll das mit den Schrittzielen, es ist Urlaub. Wir bleiben im Haus.
Abendessen bestellen wir beim Griechen, das ist einfach, es gibt Pommes, alle zufrieden.
Die Kinder sind zu aufgedreht um ins Bett zu gehen, aber das war absehbar und hier ist wirklich Platz und die Nachbarn sind weit weg, wir lassen sie sich austoben bis sie bettschwer sind.
Die Großen gehen erst gleichzeitig mit uns ist Bett - so muss das wohl, im Urlaub.

Gegessen:
Brötchen, Aufbackcroissants, Eier
Ofenkartoffel, Pizzabrot



Ostersonntag
04.04.2021
Seit Wochen fiebert K3 auf Ostern hin - wie oft noch Schlafen? - noch fünfmal, viermal, dreimal schlafen... Seit gestern ist er nicht mehr interessiert. Er will nur noch wissen, wann Montag ist - denn dann fahren wir in den "Urlaub", wir besuchen meine Schwester.
Egal, Ostern ist Ostern und wider Erwarten war der Osterhase schon in der Nacht da. Das ist bei uns gar nicht üblich, früher kam er immer erst nach dem Gottesdienst, aber in Zeiten, in denen der Großteil der Familie den Gottesdienst von Zuhause aus verfolgt, hat der Osterhase seinen Zeitplan wohl umgestellt. Also gibt es vor dem Frühstück schon Ostereier, nebenbei essen manche Brötchen, manche Eier, manche Joghurt, aber hauptsächlich wird gesucht und Schokolade gegessen. So muss das.
Wir gucken den Gottesdienst über Livestream, leiden mit dem Mann mit, als die Technik versagt - drei Stunden Arbeit in der Nacht für die Katz. War eine schöne Idee gewesen, wurde auch so schön, aber gerade, wenn man weiß wie viel Arbeit es gewesen ist...
Als er nach Hause kommt ist er aber nur minimal gefrustet, der Rest wird durch Schokolade bekämpft. Wir bereiten ausführliches Grillen vor, machen Feuer, aber auch damit müssen wir drinnen Essen, das Wetter ist umgeschlagen.
Sehr schönes Ostergrillen, geht auch ohne Lamm :)
Hinterher verstecken wir die Ostergeschenke, die der Osterhase bei uns abgegeben hat - das war eine gute Idee. Ich fand es in den letzten Jahren immer anstrengend, genau zu markieren, für wen welches Geschenk ist, alles so zu verstecken, dass es an die richtige Person geht, die großen Kinder davon abzuhalten, dass sie die Geschenke der Kleinen auspacken usw. Dieses Jahr also die einfache Variante: Alle suchen gemeinsam, alle Geschenke sind für alle, alle neun Sachen müssen gefunden werden, dann erst wird ausgepackt. Das ging super. Es waren auch wirklich Sachen, die für alle brauchbar sind, oder Bücher, die später eben auch noch von anderen gelesen werden. Das Highlight ist ein Football, der die Jungs die nächste Stunde erstmal beschäftigt, bis K4 wieder wach ist. Generell gab es mehr, als in den letzten Jahren. Das ist wohl überall so, irgendwie muss man die Pandemie ja kompensieren.
Nachmittags noch ein Spaziergang, unterwegs weitere Eier suchen. Ziel ist der Fensterkindergottesdienst in der Gemeinde, mittleres Drama als bei K1 das Kerzenbasteln nicht so funktioniert wie geplant... Aber ansonsten sehr schön, erst gegen sieben sind wir wieder Zuhause. K3 will ins Bett, damit bald morgen ist. Die anderen Kinder essen noch die Reste vom Grillen, dann muss Ninja Warrior geguckt werden.
Schöner Ostersonntag!

Gegessen:
hartgekochtes Ei, Apfel
Grillkäse, Grillgemüse, Lachs,
verschiedene Salatreste



Karsamstag: Ausschlafen, Marktspaziergang, Gartenprojekt
03.04.2021
Beim Frühstück um zehn die Debatte: Heißt es Ostersamstag oder Karsamstag? Rein theologisch ist es natürlich ein Karsamstag, denn Ostern ist erst mit der Auferstehung. K2 argumentiert für Gerechtigkeit - es gibt ja schon zwei Osterfeiertage, wenn man Ostermontag in Betracht zieht, da muss es auch zwei Kartage geben. Rein vom Gefühl her ist es trotzdem ein Ostersamstag - kein Mensch hat mehr Lust auf Trauer, die Geschäfte sind offen, es ist bestes Gartenwetter. Egal, es geht hier eh alles durcheinander.
Jedenfalls frühstücken wir gemütlich, dann mache ich mich mit den Kindern auf den Weg zum Markt. Alle sind höchst motiviert, K4 ist in der Kraxe, daher kommen wir hervorragend voran. Der Markt ist zwar halbwegs voll, aber wir kommen gut durch, die Kinder suchen voller Harmonie Tulpen und Zweige für den Osterstrauch aus - und landen dann wieder mit sehnsüchtigen Gesichtern vor dem Eisladen. Also gut, eine Kugel für alle, K2 nimmt aus sentimentaler Bewegung heraus genau das gleiche wie K1 (Melone im Becher, ohne Waffel drauf) und stellt 5 Minuten später fest, dass er Melone gar nicht mag. Kein Sinn für Pädagogik, K1 kriegt das Eis von K2, K2 holt sich ein Neues.
Wir bummeln nach Hause, dann werden ganz bilderbuchmäßig Eier verziert und bemalt. Die Zweige werden zum Osterstrauch, die Kinder sind begeistert und glücklich, mich kostet es schon so einige Nerven, vor allem das Auffädeln der Eier, aber solange alle friedlich sind, bin ich auch zufrieden.
Als dass dann geschafft und aufgeräumt ist, gehen wir raus: Der Mann muss noch arbeiten, ich baue mit K1 den neuen Sandkasten auf. Die kleineren Kinder spielen unter "Aufsicht" von K2, das klappt auch ganz ordentlich und zum Glück ist der Sandkasten nicht so groß.
Gemeinsam wird er dann noch befüllt, der alte Sandkasten wird abgebaut und dann haben wir uns das Abendessen redlich verdient.
Das war ein toller Tag, arbeitsreich, aber im Wesentlichen entspannt - ich spüre aber mal wieder, wie viel Energie es mich kostet, immer allein für emotionalen Ausgleich zuständig zu sein, für die Stimmung verantwortlich zu sein usw. Aber so ist das eben.

Gegessen:
Brötchen, Brezel, Rührei (ausgepustet :))
Hot Dogs, Salat



Karfreitag
02.04.2021
Erstmal länger schlafen, ich muss erst um neun in der Gemeinde sein, da reicht es, um halb sieben aufzustehen.
Frühstück und mittagessen vorbereiten, nur die Nudeln schaffe ich nicht mehr zu machen, aber das kann ja auch später passieren. Wäsche natürlich, es hört ja nie auf. Manchmal würde ich gern einen Pausentag machen, einmal keine Wäsche - aber Sonntag ist bei mir Arbeitstag, da kann ich also auch waschen, Montag habe ich frei, aber es ist Alltag, da kann ich also auch waschen. In der Theorie halte ich einen freien Tag in der Woche für gut und richtig. Aber irgendwie komme ich nicht dahin.
Egal, Frühstück in Ruhe, allein. Leider wird es dabei so spät, dass ich das Fahrrad nehmen muss, aber das ist wiederum gut, weil ich schon lange überflüssigen Sand aus der Gemeinde nach Hause transportieren will. Also heute. Mit Kleid und Strumpfhose.
In der Gemeinde erstmal Musikprobe, wir hatten ja keine Zeit zu üben und ich habe ein neues Lied ausgesucht. Klappt aber trotzdem gut.
Dann Gottesdienst, erstmals habe ich an Karfreitag einen Liturgen, das ist sehr hilfreich, denn so habe ich ein bisschen Pause zwischendurch. Sehr schön, wenn man das so nennen kann, zumindest stimmungsvoll.
Im Anschluss sitzen wir zu dritt und quatschen. Besser geht es im Grunde ja nicht - drinnen im Kirchraum, hohe Decken, viel Abstand, natürlich Masken. Nur draußen wäre besser, aber das ist bei dem Wetter ja auch nicht attraktiv. Tat jedenfalls gut...
Zuhause hat der Mann schon Nudeln gemacht, wir essen.
Mir geht's hinterher schlecht - ist es der Druck, der abfällt? Ich bin mir Ostern durch, Ostersonntag macht der Mann. Oder ich vertrage die Zucchini nicht so gut, gerade in Kombination mit den Tomaten oder der veganen Sauce? Wer weiß das schon, jedenfalls lag ich zwei Stunden auf dem Sofa. Dann bin ich wieder fit, wir gehen noch eine Runde zum Eisladen. In wechselnder Besetzung sind wir meist dreimal in der Woche da. Ich habe irgendwann die Devise ausgegeben: Es kann immer Eis geben, aber immer nur eine Kugel. Sonst wird mir das zu teuer. Bisher fahren wir gut damit, auch wenn manchmal neidische Blicke zu den anderen Besucher:innen gehen, die mehrere Kugeln essen.
Der Abend wird entspannt, die Kinder haben ihre "Party", K1 beschließt, dass für ihn die Fastenzeit zu Ende ist und er jetzt wieder Süßigkeiten isst: Schließlich ist Jesus jetzt auch tot, was soll ich sein Leiden weiter nachvollziehen, der leidet nicht mehr. Recht hat er, der Gute :) Ich bin eh stolz auf ihn, dass er das durchgezogen hat (und dass die Fastenzeit noch über das "Nachvollziehen des Leidens" hinausgeht hatte er am Anfang auch ganz gut kapiert).
Pastorenhaushalt hier - am Abend von Karfreitag wird Wii gespielt. Ich weiß nicht so recht, was ich davon halte, aber Besinnung und Nachdenklichkeit kann man auf jeden Fall nicht erzwingen und von daher ist es schon okay so. Vielleicht sind wir ein bisschen wie die Jünger - nach Jesu Tod gehen wir erstmal wieder zur Normalität über.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Zoodles mit Tomatensauce
Salat



keine Aprilscherze, Gründonnerstag war natürlich trotzdem
01.04.2021
Das mit dem Aprilscherz Business hatte ich auch schon besser im Blick - da habe ich jedenfalls mal nach Aprilscherzen gesucht, oder mir was für die Kinder ausgedacht, aber ich bin so müde, das Thema ist komplett an mir vorbeigegangen. Oder ich werde alt. Auch nicht unwahrscheinlich, habe neulich Bilder gesehen, von uns, mit K1 und K2, können als keine acht Jahre alt gewesen sein, aber wenn ich den Mann und mich ansehe frage ich mich: Warum hat man diesen Kindern schon erlaubt Kinder zu bekommen? Wie jung ich mit 24 oder 25 noch aussah?! Und was ist bloß in den letzten Jahren passiert? Naja.
On a lighter note:
Letzter Kitatag für K3 und K4, mit gemeinsamen Frühstück, die beiden saßen also blitzschnell auf dem Fahrrad. Auf dem Rückweg noch eine schnelle Einkaufsrunde, jetzt reicht es aber wirklich, alles gekauft. Zuhause schlief noch alles und das ist schon irgendwie nett, besser komme ich nicht zum arbeiten als um diese Zeit. Das ist auch bitter nötig, weil die Andacht am Abend und der Gottesdienst am Karfreitag vorbereitet werden müssen. Zwischendurch ein Anruf meiner Pianistin: Ein Krankheitsschub, sie wird nicht spielen können. Sie ist so traurig, hofft aber sehr auf Freitag, mal schauen. Ich plane K1 ein zum singen und suche entsprechende Lieder aus - er bestätigt mir das auch, als er aufsteht. Schön, dass sowas geht.
Dann ist auch schon Mittag, da wartet noch Arbeit am Nachmittag auf mich... Ich hole K3, wir kaufen gemeinsam Milch, alles wie freitags, fühlt sich auch so an. Als ich an unserem gepachteten Gärtchen vorbeikomme, ist da Betrieb, ein Tor wird eingebaut. Ich freue mich sehr darauf, ab Mai so semiprofessionell zu gärtnern und zu verwerten und ich finde es sehr beruhigend, dass das bestimmt nicht ausfallen wird, aufgrundderakutellensituation. Vielleicht gibt es kein Auftaktevent, aber das ist mir egal. Zeitversetztes Gärtnern nimmt mir keine Pandemie weg. Ist übrigens ausgebucht, scheint vielen so zu gehen wie uns. Und wir haben ja sogar einen Garten...
Mittagessen, dann die nächste Runde Arbeit, aber irgendwann geht alles in den Druck, puh. Für Sport keine Zeit mehr, nur eine Spazierrunde mit einem Teil der Jungs, Eis holen geht immer. Dann laufe ich mit K1 in die Gemeinde, wir proben nochmal, dann geht es mit der Andacht weiter, diesmal mit Abendmahl. Während ich die Einsetzungsworte spreche, wundere ich mich, dass K1 kein Brot nimmt, was man so alles mitkriegt, nebenbei. Als er mir hinterher sein Brot anbietet fällt bei mir der Groschen: Ist ja glutenhaltig. Ich bin echt nicht auf der Höhe, dass ich das nicht bedacht habe - sonst hätte ich ihm was mitgenommen. Ihm ist es egal, aber ich merke, dass ich einfach zu viel im Kopf habe, wenn mir sowas nicht mehr auffällt.
Auf dem Rückweg kriege ich schon eine Nachricht: Die Pianistin will es morgen versuchen, das ist eine Erleichterung für mich.
Zuhause bekommen wir noch Abendessen, dann bleibt nur noch fernsehen, selbst für Spielen reicht meine Energie im Moment nicht mehr...

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Heringsfilet mir Bratkartoffeln
Salat