Samstag, 16. Januar 2021
Vorfreude für Gartenfreunde
15.01.2021
Heute war in meinem Emailpostfach die Bestätigung für eine Gartenparzelle. Vor einigen Wochen war in unserer Biokiste ein Angebot, dass man bei "unserem" Bauern, bei dem wir ja unser Gemüse und unsere Milchprodukte beziehen, ab Mai Gartenparzellen angeboten werden. Diese Parzellen werden bepflanzt und bewässert, jäten, pflegen und ernten dürfen dann wir. Wir haben bei so einem Gartenprojekt vor vielen Jahren schon in Berlin teilgenommen und da tatsächlich das Gärtnern gelernt. Die Zeiten da, die gemeinsamen Workshops, aber vor allem das gemeinschaftliche Hinfahren, dort ernten, spielen und Zeit verbringen gehören zu den tollsten Erinnerungen, die wir als Familie haben. Das waren immer tolle Auszeiten für uns. Wir wissen auch, dass der Aufwand absolut überschaubar ist, man braucht so etwas eine Stunde pro Woche als Minimum. Natürlich lohnt sich das finanziell nie so richtig, wie das meist so ist bei Gartenbau. Aber der Spaß, das gute Gefühl, das lohnt sich immer. Und so waren der Mann und ich sofort begeistert über das neue Projekt, zumal das Gärtchen auch in der Nähe der Kita liegt.
Also habe ich das jetzt gebucht, in den nächsten Tagen kommt die Rechnung und ab Mai gibt es dann mehr Gartenarbeit und Gemüse.
Wir haben hier am Haus ja auch einen Garten, den bepflanze ich zum Teil auch als Nutzgarten, aber dafür wird sich schnell eine Verwendung finden. Am glücklichsten machen die Kinder ohnehin Beerensträucher, da werden wir dann wahrscheinlich ein paar mehr einpflanzen und dann ist hier der Garten auch gut genutzt.
Ansonsten war das ein normaler Lockdown Freitag. Ich denke schon viel darüber nach, wie se mir, wie es anderen Familien geht, lese auch immer wieder dazu. Ich verstehe viele Sichtweisen. Ich verstehe Menschen, die sich überfordert fühlen - trotzdem glaube ich, dass manches hausgemacht ist. Eine Freundin erzählte mir, dass das Distanzlernen so anstrengend ist, sie so viel helfen muss: Beim Ausdrucken von Blättern, bei Einwahl in Videokonferenzen, beim Abfotografieren der Lösungen usw. Das macht K1 bei uns alles selbstständig, nachdem ich es ihm gezeigt habe. Das geht bei ihr aber nicht, weil ihr Kind, im gleichen Alter von K1 immer ihr Handy benutzt, da es keins hat. Nun, dann muss ich sagen: Dieses Problem ist hausgemacht. Sie wären finanziell in der Lage, ihr Kind mit Handy und/oder einfachem Tablet auszustatten, haben da aber erzieherische Bedenken. Nun ja. Man muss einen Tod sterben, denke ich. K1 nutzt gleichzeitig eigenes Handy und den Tablet PC, der den Kindern zur Verfügung steht. Für K2 steht noch ein PC bereit, für den wir jetzt noch eine Webcam bestellen damit er da ggf. Videokonferenzen machen kann. Ich überlege, ob ich dennoch noch ein zusätzliches Tablet kaufe, dass er für Anton App nutzen kann - und für alles andere, was im Moment noch über eins unserer Elternhandys läuft (Elefanten App, Fotos angucken, Rezepte beim Kochen, Einmaleins lernen etc.) Überlege ich noch.
Wir sind nicht reich. Das Tablet, das K1 nutzt haben wir gleich zu Beginn des ersten Lockdowns gekauft und es hat rd. 120€ gekostet. Die Webcam 20€. Ein WLAN Verstärker für 30€ wird noch dazu kommen. Aber das ist es dann. Ich weiß, dass das für manche noch zu viel ist. Aber ich glaube, dass es eben für viele auch nicht zu viel wäre. Und eine angemessene Ausstattung aller Schulkinder ist die Grundbedingung für eine sinnvolle Distanzbeschulung. Und dann ist es trotzdem schwierig. Aber ohne endsprechende Endgeräte ist es für die Kinder eben unmöglich selbstständig zu arbeiten. So, wie es bei uns jetzt läuft, geht es. Alle haben das nötige Arbeitsmaterial, online wie offline und wissen sich dann ziemlich gut zu helfen. Ich helfe bei Struktur und Planung, das allerdings nur zu den Zeiten, zu denen ich auch kann. So komme ich zumindest noch zu einer halbwegs vernünftigen Arbeitsleistung. Und ich stehe früher auf, damit ich Zeit habe, zu kochen und die Arbeitszeit der Kinder für eigene Arbeitszeit verwenden kann. Klar ist das unbequem. Aber bequem ist dieser Lockdown nun mal nicht. So, habe ich also auch mal meine Gedanken mitgeteilt, brauchen sie weniger Speicherplatz in meinem Kopf.
Ansonsten haben wir so vor uns hingearbeitet, gegen Abend konnte ich meine Laufrunde nachholen, das war schön.
Abends gab es dann reichlich Süßigkeiten und Fernsehen als Feier einer ersten erfolgreichen Distanzlernwoche, man muss die Feste feiern, wie sie fallen. Das war wirklich schön.

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Sharon Frucht (ich hatte Kaki bestellt, bekam dann Sharon Frucht mit Hinweis auf das Saisonende und lernte, dass das unterschiedliche Früchte sind)
Kaiserschmarrn und gebackenen Weißkohl, je nach Vorliebe
Salat, Brot und Süßigkeiten