Freitag, 6. November 2020
WmdedgT 11/2020
05.11.2020
Ha, immerhin keine kreative Überschrift finden, war auch wieder so ein zusammengestückelter Tag, der sich schlecht fassen lässt. Insofern passt Tagebuchbloggen sehr gut, wie immer am fünften machen das viele Leute und dann versammeln sie sich bei Frau Brüllen. Also, es geht los:
Der Tag beginnt wie immer unter der Woche um 4.30 Uhr, aufstehen, anziehen, Wäsche mitnehmen und los. Ich bin sehr erfreut darüber, dass unsere Wäsche jetzt besser trocknet. Ich habe, man sollte es besser nicht erzählen, ich tu's natürlich trotzdem, auf die Bemerkung des Mannes hin, dass ja die Kochwäsche besser trocknet, als die pflegeleichte Wäsche, darüber nachgedacht, was da der Unterschied sein könnte. Schließlich bin ich dahinter gekommen, dass die Kochwäsche stärker geschleudert wird - und dann war es nur noch ein kleiner Schritt dahin festzustellen, dass man die Umdrehungszahl verstellen kann - jetzt schleudert die pflegeleichte Wäsche so, wie vorher die Kochwäsche, und die Kochwäsche sogar noch schneller und gefühlt könnte ich die jetzt aus der Maschine direkt in den Schrank legen. Wahnsinn. Denken hilft ja ungemein, habe ich gehört, vielleicht behalte ich das jetzt bei.
Jedenfalls: Die kleinen Freuden in der Waschküche...
Mit voll gepacktem Obstkorb geht es dann in der Küche weiter: Frühstück vorbereiten, Brotdosen vorbereiten, Orangensaft pressen (den gibt es im Winter so dreimal in der Woche, für den Vitaminkick), Mittagessen kochen. Nebenbei läuft mal wieder CNN, nichts neues, man hat fast den Eindruck, wenn Europa schläft, zählt Amerika auch nicht weiter. Aber alles besser als vor vier Jahren, als ich morgens in die Küche kam und plötzlich hatte sich die Welt komplett gedreht. So wie viele andere hatte ich damals nicht mit einem Wahlsieg Trumps gerechnet und war damals ziemlich schockiert.
Gut, als jemand der 2004 in den USA gelebt hat, sollte mich nichts mehr überraschen, ich habe damals den Wahlkampf für Bush's zweite Amtszeit hautnah miterlebt bzw. eben nicht viel erleben müssen - ich lebte in Kentucky, da war sowieso alles klar. Aber wie auch immer, das war schon übel, sowohl 2004 als auch 2016 - da gucke ich jetzt lieber weiter CNN und hoffe.
Ergebnis war dann, dass ich irgendwie nicht so gut vorankam wie sonst und meinen Timeslot zum Bloggen verpasst hatte, plötzlich war es halb sieben und die Kinder mussten geweckt werden bzw. waren wach.
Allgemeines Aufsteh- und Frühstückschaos (von "Ich will nicht aufstehen, du kannst mit eh nicht zwingen" bis hin zu "Nein, das esse ich nicht, du hast den Joghurt falsch rum gerührt und vorher nicht dreimal gegen den Tellerrand geklopft" haben wir im Moment alles dabei). Aber wir kamen schließlich alle los, K3 und K4 bekamen ein Handwärmekissen ins Lastenrad und das Verdeck obendrauf, jetzt ist es doch herbstlich kalt und ich überlege schon, ob eine Leggins unter der Jeans vielleicht angebracht wäre.
Dann ein bisschen Schreibtischarbeit und ein Meeting - ich stelle fest: Es gibt immer noch verrücktere Menschen, als die, die man schon kennt. Meine Güte! Corona muss das Hirn angreifen, anders kann ich mir manche Dinge nicht erklären.
Dann wieder Arbeit, Predigt schreiben, diesmal sitzt der Mann mit im Arbeitszimmer - endlich wieder. Ich bin sehr sehr froh, dass er ab jetzt wieder einsteigt, ich nicht mehr für alles zuständig bin, sondern wir uns wieder stärker nach Begabung aufteilen könne und ich hoffe tatsächlich auch darauf, dass die Arbeitslast etwas weniger wird. Offiziell reduziere ich von 40 auf rd. 26 Stunden, inoffiziell hoffe ich, dass ich nicht über 35 Stunden in der Woche arbeiten muss.
In meinem Posteingang schlummert noch eine Kursbeschreibung des Landessportbundes zu Weiterqualifizierungsmaßnahmen - wenn ich das schaffen würde, mir genug Zeit dafür freizuschaufeln, eine Trainerfortbildung zu machen... Man kann ja mal träumen :) Das wird nicht ernsthaft was, ich muss ja statt Erwerbsarbeit dafür wieder mehr im Haushalt und in der Kinderbetreuung machen, das hatte der Mann ja in der Elternzeit zumindest zu 70% übernommen.
Blitzschnell ist es jedenfalls Zeit K3 und K4 abzuholen. Mit K4 fahre ich in unserer Pausenzeit, bis auch K3 fertig ist, zum kleinen Supermarkt in der Nähe und besorge noch ein paar Geschenke zum Wiedereinstieg für den Mann (das muss ja auch ein bisschen gefeiert werden) und hole dann K3.
Die beiden fühlen sich inspiriert durch das Verdeck und machen Party in ihrer Kiste im Lastenrad, schmeißen Sachen (immerhin nicht raus, geht ja nicht), sind einfach gut drauf.
Zuhause steht das Mittagessen schon auf dem Tisch bzw. auf dem Sofa (Milchreiskochen im Deckenbett) und wir essen mal wieder alle zusammen, weil alle gleichzeitig Schluss haben.
Eine kurze Pause für mich, dass muss ich mit K4 zum Kinderarzt, impfen. Der Mann hat zu den üblichen Gliederschmerzen jetzt auch noch Schwindel, kann also nicht gut Autofahren, morgen dann ein weiterer Arzttermin, ich hoffe, da geht was voran. Ich fahre also mit K4 zum Kinderarzt, da war ich diese Woche schonmal und ich stelle fest: Zwischendurch wurde das Auto auch nicht bewegt. Der Kinderarzt ist mit dem Auto schlecht zu erreichen, aber alles andere ging anscheinend gut mit dem Fahrrad. Schön. K4 ist das entspannteste Impfkind, dass ich bisher habe, schon im Behandlungszimmer war er wieder entspannt, sogar nach zwei Impfungen.
Schnell wieder zurück, diesmal muss Zuhause noch K2 bewegt werden, er will auch einen Onlinekurs, ich suche "Rücken und Arme" aus. Mein Trizeps ist ja auch mit viel Training nach wie vor kaum vorhanden, Bauchmuskeln sind auch immer nur so lala - aber Rücken, das kann ich. Ich habe (schon immer, aber durch das Tragen vielleicht nochmal verstärkt) ziemlich gute Rückenmuskulatur, auch "schwere" Übungen fallen mir leicht - immerhin etwas.
Dann fahre ich mit K1 zum Klavier (das war seine Bewegung für heute, so sind die Coronaregeln: Die großen Kinder müssen jeden Tag irgendwas Sportliches über den Weg zur Schule hinaus machen, sonst kriege ich die nie müde), während er spiel kaufe ich ein. Alles, was für Freitag versprochen war, gibt es schon heute Abend und einen Kalender habe ich auch noch gekriegt - besser geht's nicht. Schwer bepackt fahren wir nach Hause.
Da gibt es dann Abendessen, bei K3 ist nach einem halben Brötchen die Luft raus, ich bringe ihn ins Bett und er schläft schon beim Vorlesen ein. K4 braucht noch ein bisschen Einschlafstillen, aber schläft dann auch zügig.
Die großen Kinder eiern noch ein bisschen rum, K1 hat morgen Elternsprechtag (online) und deswegen frei, K2 natürlich nicht, lässt sich aber ein bisschen mitziehen vom "Ich muss doch noch gar nicht schlafen". Aber um halb neun liegen alle in den Betten und ich mache eine Stippvisite auf dem Sofa. Allerdings schlägt die Müdigkeit durch, ich bleibe nicht mehr lange auf. Am Ende der Woche fordert das frühe Aufstehen seinen Tribut und um zehn ist mein Tag zu Ende.

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Mango (noch zu hart)
Süßkartoffel-Möhren Suppe (Süßkartoffeln aus eigener Ernte!)
Reste Suppe, Brot und Schokolade