Samstag, 10. Oktober 2020
Freitag - Freutag
09.10.2020
Das war ein wirklich guter Tag. In meinen ganze Plänen, Gedanken, was ich alles schaffen muss, mit Blick auf den Samstag, der wirklich voll werden wird, hatte ich den Freitag fast aus dem Blick verloren. Dabei wurde das ein so schöner Tag - obwohl es ein ganz normaler Alltags-Tag war.
Ein letztes frühes Aufstehen vor dem Urlaub, in den nächsten zwei Tagen stehe ich erst um sechs auf - danach werden wir mal sehen.
Frühstücksvorbereitungen gingen schnell, ich hatte für Donnerstag noch einen Crumble gebacken, den wir dann nicht brauchten, den machte ich jetzt als Frühstück wieder warm. Also genug Zeit zu bloggen und die Wäsche war auch noch machbar. Ich muss dieser Tage wieder mehr im Haushalt machen, der Mann kann aufgrund seiner Schmerzen im Moment nicht so viel.
Dann allgemeines Kinder wecken, leider keine Begeisterungsschreie für Crumble zum Frühstück, aber immerhin dann begeistertes Essen. Mehr Ekstase ist um die Zeit wohl nicht drin.
Ich fuhr K3 in die Kita, mal wieder mit Laterne, mal wieder mit fröhlichem Gesang unterwegs. Ich wünschte, er würde weitere Laternenlieder neben "Ich geh mit meiner Laterne" und "Laterne, Laterne" akzeptieren - aber die sind nicht im TipToi Spiel und damit nicht akzeptabel...
Zuhause schrieb mir der Mann, er wäre noch unterwegs, nachdem er K4 weggebracht hatte, fuhr er noch zur Schule um K1 seine Brotdose hinterherzubringen (Geniestreich von mir: Auf dem Stundenplan seinen Klassenraum rauszufinden) und dann zum Arzt, ein neues Tablettenrezept abzuholen - ohne geht es im Moment nicht. Bekam er auch, jetzt braucht es leider noch ein paar Tage bis die Wirkung voll da ist, zumindest, wenn es dem letzten Mal ähnelt, aber das ist eine bessere Perspektive als "Warten, bis zum nächsten Arzttermin Anfang November".
Dann arbeitete ich richtig viel Zeug richtig zügig weg. So zügig, dass ich es schaffte, K4 abzuholen, denn K3 wollte gern von mir abgeholt werden und das kombinieren wir inzwischen mit dem Abholen von K3. Also K4 mit dem Lastenrad abgeholt, in die Autoschale gelegt, er schlief sofort ein.
Einmal schnell zum Laden nebenan geradelt, Süßigkeiten für die Teeniegruppe besorgen, die brauchte der Mann. K4 verschlief alles und da dieser Laden so klein ist, konnte ich ihn einfach im Fahrrad stehen lassen, weil ich das Rad immer im Blick hatte.
Dann Abholen von K3, mit ihm, der Babyschale, den Einkäufen, den Umtauschartikeln, die ich eigentlich noch wegbringen wollte, es aber nicht mehr schaffte und der unvermeidlichen Laterne ist das Rad dann auch voll, besonders wenn das Regenverdeck drauf ist.
K4 schlief bis zu Hause, damit hatte er dann eine Stunde Mittagsschlaf.
K3 und ich buddelten schnell die gekauften Pflanzen ein, man muss ja jede Regenpause nutzen, und dann gab es Mittagessen.
Ich ging noch eine Runde an den Schreibtisch, damit ich fertig sein konnte, wenn K1 kommt - das passte auch so. Er brachte zwei Arbeiten wieder. Wirklich beeindruckt war ich von der Deutscharbeit: Der Lehrer hatte einen so ausführlichen Erwartungshorizont mit Liste der möglichen Punkte etc. dazu eine genaue Aufschlüsselung der Fehler in Rechtschreibung und Grammatik - ich konnte alles zu 100% nachvollziehen. Aber: Was für eine Arbeit. Ich ziehe meine Hut vor diesem Lehrer (der übrigens schon im Ruhestand sein könnte, wenn er wollte). Anhand dieser Erklärung besprach ich mit K1 die Arbeit, auch er konnte gut nachvollziehen, wo er Punkte liegen gelassen hat - diese Arbeit wird ihm für den Rest seines Schullebens helfen, denn sie ist ein Muster dafür, worauf man achten muss, damit ein Aufsatz erstmal steht. Sehr spannend!
Dann ging es los zum Chor für die großen Jungs, ich übernahm das Fahren, das rein- und raussteigen aus dem Auto fällt dem Mann schwer. Schon beim Essen sah ich, dass er vor Schmerzen den Arm nicht mehr knicken konnte und sich den Löffel lieber quer in den Mund schob - so schlimm ist es im Moment.
Die Jungs machten aber alle super mit, K3 schlief unterwegs nicht ein, das ist immer hilfreich und nachdem wir die Großen abgesetzt hatten, fuhren wir weiter um Stoff zu kaufen. Ich brauchte Stoffe für eine Freundin von K2, die zum Geburtstag immer ein T-Shirt bekommt, das ist jetzt das vierte Jahr. Und jetzt bekommt die kleine Schwester auch mal eins. K3 half mir aussuchen, fand für sich natürlich auch noch Stoff - nach dem Urlaub hoffe ich, dass ich mal nachmittags dazu komme zu nähen.
Die großen Kinder fast pünktlich abgeholt, noch während ich K4 aus dem Auto nahm, kamen sie angerannt, K3 hatte sie schon geholt. Große Kinder! Da gab's dann natürlich noch ein Eis, dass sie aber im Auto aßen, denn wir mussten weiter: Cellokonzert.
Wir holten den Mann Zuhause ab, er musste zu den Teenies, da konnten wir ihn grad mitnehmen, das Cellokonzert fand auch in der Gemeinde statt. Konzert ist vielleicht etwas hochgegriffen, Schülervorspiel trifft es eher. K2s Lehrerin macht das regelmäßig mit einem Teil ihrer Schüler*innen (sie hat so viele, sie muss sie immer dritteln). Im Moment geht sowas in den Räumen der Musikschule gar nicht, ich hatte ihr zugesagt, dass es mit bis zu 35 Personen im Gottesdienstraum machbar ist - die Stühle stehen eh mit Abstand, es geht über eine Stunde und ich finde es wichtig, dass die Kinder ab und zu die Möglichkeit haben zu zeigen, was sie gelernt haben.
Sie waren auch alle sehr stolz :) Ich bekam Blumen (ich bin ja immer sehr dankbar für Blumentöpfe, keine Sträuße. Von den Sträußen muss ich niesen und in diesem Fall hätte ich so gut wie nix mehr davon, weil wir ja bald weg sind - von daher: Perfekt) und hörte K2 so gut wie noch nie spielen - hochkonzentriert. K1 ging, nachdem K2 gespielt hatte, ich blieb mit den Kleinen im Kinderraum, K2 hörte sehr konzentriert zu, was die anderen machten.
Dann ab nach Hause, jetzt hatte K4 genug. Ich konnte ihn nicht eine Minute absetzen, daher mussten die anderen drei sich ihr Abendessen selbst machen - ging aber ganz gut. Trotzdem schön, als dann alle futternd auf dem Sofa saßen und Ninja Warrior guckten. K3 war natürlich übermüdet, aß noch etwas und ließ sich dann ins Bett bringen, K4 schlief beim Stillen ein.
Insgesamt: Viel geschafft, wenig Streit - ein richtig guter Tag.

Gegessen:
Joghurt, Mango, Johannisbeeren
One-Pot-Reis mit Spinat
Reste Kürbislasagne