Dienstag, 22. September 2020
Zahnarzt, Einkauf, Wochenplanung
21.09.2020
Der September ist ja nahezu schon wieder um, wann ist das denn passiert? Wahnsinn.
Also auf in eine neue Woche, bei mir ja immer insofern ein softer Start, als dass ich frei habe.
Trotzdem frühes Aufstehen, die Kinder wollen ja gefüttert werden. Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung, heißt es ja bei Christine Brückner, bei mir müsste es heißen: Morgens um fünf ist die Welt noch in Ordnung. Denn so ist es. Das soll nicht heißen, dass es später nicht in Ordnung wäre, aber diese Zeit, diese Ruhe bei der Vorbereitung dieser ganz alltäglichen Dinge, die erdet mich, lässt mich zur Ruhe kommen. Ich finde es schön, in den Keller zu gehen, eine Wäsche anzuschmeißen und dann meinen Korb mit Obst und Gemüse für die Frühstücksboxen zu füllen.
Neulich war jemand erstaunt, dass wir ja eine Gemüsekiste bekämen und noch Obst bestellen würden - wie viel Gemüse wir denn wohl essen würden? Als ich dann sagte, dass ich auch noch zweimal in der Woche größere Mengen auf dem Markt einkaufe, war das Erstaunen noch größer. Aber diese Brotboxen, das Stück Obst, das beide Kinder mit in die Kita nehmen, das Obst im Müsli, der Rohkostteller am Abend und der Salat für uns bringen eben einiges zusammen. Wenn ich das zusammenrechne, essen wir locker 4 Gurken, 4 Paprika, 3 Köpfe Salat, 15 Äpfel, 10 Nektarinen, 5 Kiwis, 8 Bananen usw. in der Woche. Ob das viel ist, kann ich nicht so richtig beurteilen, es verteilt sich eben so. Und wir sind halt auch sechs Personen. Jedenfalls freue ich mich am Anblick des Korbes, wenn ich ihn so gefüllt nach oben trage.
Alle Kinder wurden in ihre Einrichtungen gebracht bzw. gingen von selbst. Der Mann musste dienstlich noch etwas klären, nahm aber K4 schonmal mit, sodass ich, als ich um acht wieder von der Kita zurück war, einen ruhigen Kaffee ganz allein hatte. Dann kam meine Schwester runter, die immerhin ein bisschen ausschlafen konnte, die Jungs, die nebenan schliefen, waren halbwegs rücksichtsvoll. Sie hatte auch schon nachts den Dienst übernommen, K2 mit Nasenbluten mit Taschentüchern und einer Unterlage für's Bett zu versorgen - ich war dankbar, dass ich gewarnt war. So ein Kind morgens schlafend im blutigen Bett zu finden muss man ja auch nicht haben...
Gemeinsames Frühstück, der Mann kam dann auch wieder und ich musste zum Zahnarzt. Eine kleine Stelle Karies, das konnte aber sofort erledigt werden, alles weitere war nach Röntgen nicht behandlungsbedürftig, Kontrolle in drei Monaten. Sehr schön.
Ich kam gleichzeitig mit Mann, Schwester und K4 wieder nach Hause. Noch mehr Kaffee, Einkaufsplanung, Essensplanung, ein potenzielles Geschenk für meinen Vater angucken und dann mussten wir auch schon wieder los, um K3 abzuholen. Luxuriös wurde er von meiner Schwester, K4 und mir mit dem Fahrrad abgeholt, der kleine König.
Zuhause dann Mittagessen, die beiden großen kamen später und bei einem Betreuungsfaktor von 3 Erwachsenen zu zwei Kindern ist Mittagessen wirklich entspannt.
Die anderen Kinder trudelten ein, auch hier wieder: Wenn einer mehr zuhört, ist alles entspannter. Sponsorenverträge wurden unterschrieben, K1 läuft am Mittwoch seinen Sponsorenlauf für eine Bewegungskiste für die Klasse, dann war's Zeit für Verabschiedung von meiner Schwester - aber in drei Wochen sehen wir uns, dann ist ein gemeinsamer Urlaub geplant.
Danach machte ich mich mit den Kindern auf zum Sport für die Großen und Wocheneinkauf für den Rest. Der Mann konnte leider nicht mit, weil er dienstlich pünktlich in der Gemeinde sein musste (jaja, so ist das in der Elternzeit...) K3 schlief auf dem Weg ein und war im Laden dan so enttäuscht und müde (und, wie ich leider erst spät checkte, hungrig), dass ich tatsächlich mal wieder ein laut weinendes Kind durch den Laden schleppte bzw. schob. Ich hatte das insgesamt selten, wir waren auch häufig zu zweit einkaufen, dann kann ja ggf. einer rausgehen, aber sowas kommt ja vor. Ich habe den Eindruck, dass die Miteinkaufenden auch immer verständnisvoller werden. "Da braucht man gute Nerven", war der einzige Kommentar, den ich diesmal hörte. Es ging also alles, aber K3 tat mir so Leid. Und K4 auch, der war nämlich bester Laune und sehr entspannt, ich konnte nur kaum auf ihn eingehen...
Mit dem Wechsel in einen anderen Laden wurde es besser, ein Auto-Einkaufswagen und ein Pixibuch für jeden taten das Übrige, als wir die Kinder abholten hatten beide einen Sesamkringel (Hunger!!) und waren bester Laune.
Wir brachten noch K2s beste Freundin nach Hause und fuhren dann zurück, der Mann machte schon Abendbrot, alles sehr schön.
Kinder ins Bett bringen, K3 immer noch unruhig. Ich merkte, wie er noch immer nach Worten rang u zu erklären, warum er so geschrien hat und versuchte ihm zu helfen:
Warst du traurig?
Ja! Ich musste immer weinen?
Findest du das schlimm?
Ich musste schlimm weinen!
Ich finde es nicht schlimm!
Ja. Nicht sauer?
Ich bin nicht sauer, wenn du weinst.
Ja. Jetzt nicht mehr weinen.

Es steckt so sehr drin, ich weiß nicht, woher das kommt. Aber er schämte sich für sein lautes Weinen - auch wenn ich gar nicht geschimpft hätte. Ich fand es jetzt nicht toll mit dem schreienden Kind rumzulaufen, aber vor allem, weil er ja offenkundig überfordert war, nicht, weil er sich falsch verhielt. Aber ihm war schon klar, dass das nicht das erwartete Verhalten war und er schämte sich.
Muss ich nochmal drüber nachdenken. Keiner will, dass alle Kinder immer schreiend durch die Gegend laufen - aber dass ein dreijähriges Kind, das traurig, hungrig, müde und überfordert ist, das ausdrückt, ist doch an sich nichts schlimmes... Hmm.
Naja, jedenfalls schliefen dann alle, die Großen gingen vorbildlich ins Bett und lasen sich gegenseitig noch vor und ich ließ den Tag auf dem Sofa ausklingen.

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Blaubeeren
Käsespätzle mit Pflücksalat
kein Eis, weil zu spät
Salat, Zazikisalat