Samstag, 22. August 2020
schöner Alltag
Ich komme immer mehr im Alltag an und das ist ja nach den Monaten der Besonderheiten auch etwas Schönes. Ankommen heißt für mich dabei einerseits, dass es alles etwas routinierter wird, aber vor allem, dass es entspannter wird, eben dieses Gefühl, dass ich so für die nächsten sechs Wochen weitermachen kann, ohne kaputt zu gehen.
Der Tag begann mit frühem Aufstehen, Frühstücksvorbereitungen und Kochen. Kurz hatte ich angefangen, zwei verschiedene Suppen zu kochen, weil K1 keine Süßkartoffeln mag, aber dann habe ich entschieden: Ich mache das nicht mehr. Ich nehme Rücksicht auf Unverträglichkeiten, ich koche immer etwas vegetarisches dazu, aber ich kann nicht mehr alle persönlichen Vorlieben berücksichtigen. Dafür sind wir einfach zu viele Leute und haben zu viele Unverträglichkeiten obendrauf. Keiner wird zum Essen gezwungen, es ist immer etwas im Haus, was man stattdessen essen kann (Reste, Brot, Müsli, Obst), aber ich will nicht mehr auf alles Rücksicht nehmen und dann am Ende noch angemeckert werden. Das hat mich gedanklich schonmal erleichtert und ging dann auch ganz gut.
Nach dem Bloggen dann Kinder wecken, K1 musste noch seinen Ranzen packen, in der Zeit räumte ich im Kinderzimmer ein bisschen auf. meine Güte, wie lang kann man brauchen, seinen Ranzen zu packen? Naja, er lernt das auch noch und das Zimmer sah dann viel besser aus.
Dann gingen endlich mal alle aus dem Haus, ohne dass ich begleiten musste und ich konnte gleich an den Schreibtisch. Da habe ich dann die Predigt geschrieben und Kleinkram erledigt, noch einen Brief verfasst und einige Telefonate geführt - ich kam also so richtig gut voran, das war auch schön. Zwischendurch ging der Mann mit den Kleinen auch aus dem Haus, ich hatte also richtig Ruhe.
Mittags kam dann zuerst K2, der aß auch von der Suppe und noch Würstchen hinterher, K3 aß Würstchen, der isst im Moment sowieso nur sehr ausgewählt, aber immerhin wurde nicht gemeckert.
K1 hatte einen langen Tag, probierte immerhin und aß dann Müsli, ich glaube mit dieser Lösung kann ich für's erste Leben, wir probieren das mal ein paar Wochen so.
Dann mussten wir schnell los, ich packte Abendbrot ein und fuhr dann mit allen Kindern in den Nachbarstadtteil: Chorprobe für die Großen. K4 saß erstmals nicht in der Babyschale im Lastenrad, sondern auf der Bank. Prinzipiell fand er das auch ganz toll, nur als er müde wurde, war es schwierig, weil er so nicht gut schlafen kann. Als ich die Großen abgegeben hatte (dir übrigens wirklich toll die 8km gefahren waren), wollte ich ihn dann im Rad schlafen legen, aber da der Schnuller fehlte mussten wir erstmal zur Drogerie. Da schob dann K3 K4 im Einkaufswagen durch die Gegend (es gibt im Moment wahrscheinlich wegen Infektionsschutz kaum kleine Einkaufswagen, deswegen mussten wir das so lösen) und das war anscheinend so lustig, dass er wieder hellwach war. War auch wirklich süß.
Also erstmal die großen Kinder wieder abgeholt und zur Eisdiele. Wir setzten uns mit Eis auf die angrenzende Wiese und jetzt hatte ich Ruhe, mir Berichte aus der Schule anzuhören, das war schön. Bis hier hin hatte ich immer nur vertröstet, weil ich keine Zeit bzw. auf dem Fahrrad kein Ohr dafür hatte. Aber jetzt. K3 rannte nebenbei herum, K4 kletterte über uns drüber und es war sehr idyllisch, nächstes Mal noch mit Decke, dann ist es perfekt.
Dann noch eine kurze Runde auf den Spielplatz, der aber gerade für die Großen wenig hergibt und außerdem sehr voll war und dann musste K2 zum Sport.
Währenddessen schlief K4 endlich ein, ich legte ihn ins Rad und wollte dann damit noch zum nächstgelegenen Supermarkt schieben, denn die Müslivorräte müssen noch aufgefüllt werden. Das klappte nur so Mittel, beim Durschlängeln durch so eine Sperre, die den Radweg von der Straße trennt wurde er wieder wach. Doof, da fahre ich nicht wieder durch. Naja, dann also mit ihm zusammen eingekauft, zurückgeschoben, K2 abgeholt. Der aß dann auf der Fahrt sein Brot, seine Brüder hatten gegessen, während K4 einschlief, also alle abgefüttert. Jetzt musste K4 wieder angeschnallt werden, das passte ihm nicht so sehr, denn er war ja müde, aber K3 war ganz der große Bruder und sagte ihm: K4, ich bin doch da. Kuschel dich an meine Schulter. Das tat er dann auch und so ging die Rückfahrt ganz gut. Kurz vor der Gemeinde traf ich den Mann, bei der Verabredung des Treffpunkts hat sich wieder gezeigt, dass WhatsApp dafür einfach zu langsam ist, wir hätten telefonieren sollen. Aber ging ja auch so und ich nahm dann meinen Termin wahr und er fuhr nach Hause.
Als ich dann Zuhause war, waren K1-3 auf dem Weg ins Bett, K4 schlief immer noch, allerdings jetzt im Bett und es kehrte langsam Ruhe ein. Toller Tag, genau so turbulent, wie man sich das mit 4 Kindern vorstellt, aber schön!

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Heidelbeeren
Kichererbsen-Süßkartoffel-Spinat Suppe
Brotreste, Obst, Schokolade (ausgewogen kann ich...)