Dienstag, 18. August 2020
Urlaubsrückblick 2: Eine Woche an der Nahe
Die zweite Woche war räumlich ein bisschen davon beeinflusst, dass wir meine Eltern und Schwestern treffen können, die in der Nähe Urlaub machen. Außerdem haben wir eine spezielle namentliche Verbindung zur Nahe, da lag es -ach was- nahe, sie mal in echt anzugucken. Ich freute mich auf einen etwas kleineren Fluss, der sich zum Planschen für die kleinen Kinder besser eignet und wurde nicht enttäuscht.
Den Campingplatz hatte ich ausgesucht, weil er einen eigenen Zugang zur Nahe hatte und ansonsten Familienfreundlich erschien. Es gab Spielplatze und Fußballfeld, eine Tischtennisplatte – was will man mehr. Ein Restaurant auf dem Platz und Brötchenservice rundeten das Angebot ab.
Wir standen auf einer großen Zeltwiese mit viel Sonne und waren glücklich, dass wir unser Tarp als Schattenspender hatten. Das geht dann schon ganz gut. Den ersten Tag verbrachten wir komplett an der Nahe, das war nämlich ein wirklich tolles Gelände. Weil hier früher eine Mühle war, gab es einen Staudamm. Dahinter konnte man richtig schwimmen, davor war das Wasser ideal zum Planschen. Alles war von Bäumen umgeben und daher schön schattig. Mit Clogs war auch das steinige Flussbett kein Problem und es war so weitläufig, dass jeder Platz fand. Da konnten wir viel Zeit verbringen, das Wasser war überhaupt nicht kalt und K1 und 2 den ganzen Tag mit Steine sammeln, Staudamm bauen und Baden beschäftigt.
Trotzdem machten wir, gerade in den Tagen bevor meine Eltern kamen, ein paar Ausflüge: Einen Höhlenbesuch haben wir gemacht, der vom Führer so kurzweilig gestaltet wurde, dass die großen Kinder sich nicht einmal gelangweilt haben. Ich habe schon so viele Höhlen besichtigt und das kann ja sehr unterschiedlich spannend sein, aber hier war das so gut umgesetzt, dass die Stunde wie im Flug verging. Einerseits hat der Führer sehr lebendig gesprochen, andrerseits waren zur Erklärung überall Puppen aufgestellt, die die verschiedenen Berufe im Berg visualisierten.
Wir waren in Idar-Oberstein und haben uns ein paar Edelsteine angeguckt (K2 hat ein Faible dafür). Das Edelsteinmuseum an sich wollten wir den Kindern nicht antun, aber es gab eine Firma, die natürlich in erster Linie ihre Produkte verkaufen wollte, unten aber eine nett gemachte Edelstein-Erlebniswelt hatte, in der man ein bisschen rumwandern und Steine (und Drachen und Einhörner und Wunschbrunnen) angucken konnte und das war für die Kinder genau richtig.
Eine Barfußpfad sind wir gemeinsam gegangen, das war sehr nett, allerdings ziemlich voll. Insgesamt waren die Tage etwas geruhsamer als an der Mosel, es war auch noch deutlich wärmer und der Fußballplatz lockte die Kinder sehr. Ich bin ja doch immer etwas irritiert darüber, dass man während einer Wanderung total kaputt sein kann, keinen Fuß mehr vor den anderen setzen kann und es sowieso und generell viel zu heiß ist, im Anschluss aber noch stundenlang auf dem Platz kicken kann – aber wahrscheinlich bin ich einfach zu alt, um das zu verstehen. Ich war jedenfalls froh, dass die Jungs so viel Spaß hatten.
Nach ein paar Tagen kamen meine Eltern und Schwestern mit dem Wohnmobil dazu und das war ein Highlight für alle. Die Kinder waren begeistert davon, mehr Ansprechpartner zu haben (und speziell die großen Jungs waren froh, mit anderen Erwachsenen reden zu können als nur mit uns) und uns tat es gut, ab und an ein bisschen Verantwortung abgeben zu können. Am ersten Abend schickten wir dann prompt auch die Männer mit den kleineren Kindern Einkaufen und wir Frauen setzten uns ins Campingplatzrestaurant und tranken eine Weißweinschorle. K2 wollte lieber Fußballspielen, aber K1 war dabei und fand in meiner jüngeren Schwester eine geduldige Partnerin, um über Harry Potter zu fachsimpeln.
Die Weißweinschorle erbrachte den Beweis: Die Kombination aus Kohlensäure und Alkohol geht mir sofort in den Kopf, ist bei Sekt genauso. So viel Spaß für so wenig Geld…
Ansonsten machten wir gemeinsam eine größere Wanderung durch die Weinberge, das war sehr sonnig, aber sehr nett. Höhenwege haben ja den Vorteil, dass man zwar erstmal rauf muss, aber dann ist es sehr bequem. Unterwegs fanden wir noch einen Winzerhof zum Probieren von Wein und Traubensaft und glücklicherweise kamen wir dann auch heile wieder runter.
Ein Teil von uns besuchte auch noch ein Freilichtmuseum, ich liebe sowas ja sehr und bei einer großen Gruppe findet sich immer jemand, der mitgeht, das ist so praktisch.
Am letzte Abend gingen wir gemeinsam Essen und dann teilten wir uns wieder auf – wir wollten noch weiter in den Odenwald, meine Eltern und Schwestern in die Eifel, um weiter zu wandern. Eigentlich ist mir der Familienurlaub nur mit meiner Familie heilig, aber so ein paar Tage zwischendurch waren schön, das können wir mal wieder machen.



Auswärtsfrühstück und Stadtbummel
17.08.2020
Der freie Tag begann nicht mit ausschlafen, allerdings mit verschlafen. Ich hatte mir vorgenommen früh aufzustehen, einerseits weil ich den Mann mit den Vorbereitungen für Frühstück und zur-Schule-schicken nicht allein lassen wollte, andrerseits weil ich glaube, dass die Kinder unbedingt Routine brauchen. Allerdings machte ich den Wecker um fünf Uhr aus, stand nicht sofort auf und schlief wieder ein - sollte man nicht machen, war aber in diesem Fall nicht so schlimm. ALs ich um sechs wach war, verzichtete ich auf's Duschen und bereitetet eben kein Mittagessen vor und dann ging es auch so.
Die großen Kinder kamen gut aus dem Bett, die kleinen Kinder schliefen aus. K3 läuft die Nase immer noch, so können wir ihn im Moment nicht zur Kita schicken, wie probieren es am Mittwoch nochmal.
Also war, als die großen Kinder los waren, erstmal Ruhe und wir konnten erstmal Kaffee trinken, Zeitung lesen und ich konnte bloggen, das hatte ich morgens nämlich auch nicht mehr geschafft.
Als K3 wach wurde machten wir uns auf den Weg in die Stadt - ich brauchte ja ein neues Handy und da immer noch nicht alles Schulsachen gekauft waren, passte sich das auch ganz gut.
Aber erstmal waren wir Frühstücken in einer SB Kette. Wir essen da gern, das ist ein großer Raum mit Luft nach oben und wir hofften, für K3 eine gute Kennzeichnung zu finden, damit er etwas milchfreies essen konnte. Fanden wir auch - er bekam ein Brötchen mit Hähnchenschnitzel drauf und war im siebten Himmel. Das ist so schön zu sehen, wie er sich freut, wie glücklich er da auf seinem Platz sitzt, sein Essen genießt, das Besondere genießt, die Zeit mit uns genießt - richtig schön!
Das Handykaufen ging schnell und unspektakulär, ich habe eine Marke, die ich schon lange habe, die wollte ich wiederhaben, weil ich mich damit auskenne und bisher auch qualitativ zufrieden war. Ich glaube, wir haben nicht mehr als 10 Minuten gebraucht.
Danach noch Schulsachen kaufen (K2 wünschte sich einen türkisen Buntstift und da K1 ja schon so viel Neues bekommen hatte, wollte ich ihm diesen Wunsch gern erfüllen) und Rolltreppe fahren im Einkaufszentrum. Beim GameStop waren wir auch noch, die Wii muss bestückt werden und Weihnachten kommt ja auch schneller als man denkt und wir sind ja ohnehin so selten in der Stadt.
Dann legten wir auf dem Rückweg einen Zwischenstopp bei Ikea ein. Meine Schwester hat bald Geburtstag und ich wollte ihr gestaltete Ordnungsboxen schenken, brauchte aber die Boxen als Grundlage. Neue Bettwäsche für uns gab es auch - eine Garnitur ist nicht mehr schön und außerdem brauchen wir, seitdem K3 ein großes Bett hat, immer eine Garnitur mehr. Die Kinderbettwäsche ist aber überwiegend für den Winter, also hatte ich den Plan, dass wir nochmal ein Set bekommen und die einzelnen die wir noch aus der Zeit vor dem gemeinsamen Bett haben, bekommen die Kinder bei Bedarf. Oder sie bekommen auch nochmal neue, mal gucken.
Das Restaurant war übrigens komplett geschlossen, was K3 enttäuschte und uns vielleicht noch vor neue Erfahrungen stellen wird, denn das war im letzten Winter immer der Anlaufpunkt für zu überbrückende Wartezeiten, während K2 turnte. Mal schauen.
Dann nach Hause, K2 war schon da, hatte aber einen Schlüssel, schnelles Pfannkuchen machen. Mittagessen und abhängen am Nachmittag. Ich kochte Tomatensuppe aus eigenen Tomaten plus die aus der Biokiste, weil ich abends noch ein Treffen mit Freundinnen hatte und wir gemeinsam essen wollten.
Dann eine geschenkte Stunde SPort (der Mann beaufsichtigte die Kinder, die mir sonst so gern dabei zwischen den Füßen rumwuseln), Duschen und dann musste ich schon schnell los zu meinem Treffen.
Das war dann wirklich sehr schön (und lecker) und ich bin froh über den Austausch mit anderen Frauen, vor allem auf dieser wertschätzenden Basis.
Als ich nach Hause kam schlief K3 noch nicht, K4 auch nicht, die halten sich immer gern gegenseitig wach, aber mit Stillen und ein bisschen Gequatsche ging es dann und als ich ins Bett ging, war unser Bett kinderfrei (nicht für die ganze Nacht, aber immerhin).
So, auf in die neue Arbeitswoche!

Gegessen:
Laugenzopf mit Ei
Pfannkuchen
Tomatensuppe, Baguette, Bulgursalat, Gemüse mit Dipp, Erdbeerquark.