Mittwoch, 24. Juni 2020
Langer Dienst-tag
Puh, das war ein langer Arbeitstag. Gar nicht mal unbedingt von den Stunden her, aber von der Intensität.
Es ging los wie immer: Aufstehen, duschen, dann bloggen, Frühstück und Mittagessen vorbereiten.
Nach und nach trafen die anderen ein und K3 hatte wirklich unterirdische Laune. Immerhin hatte abwechselnd einer von uns genug Geduld, um ihm langsam zu helfen, sich zu entspannen, so dass er schließlich mit Frühstück im Bauch und angezogen aus dem Haus ging. Zwischendurch noch kurz mit K2 über's Zeugnis, dass er heute kriegen sollte, gesprochen: Eigentlich hat er keine Sorgen, aber vielleicht in Kunst... Ganz ehrlich: Kunst ist mir so egal. Ich komme aus einer sehr künstlerisch veranlagten Familie, zumindest auf der Seite meines Vaters, bei meinem Mann gab es einige Maler, aber bei uns beiden ist wirklich gar nichts angekommen. Ich bin kreativ, kann ganz gut basteln und nach erlernter Technik ein paar comichafte Tiere malen, aber dann hörts auf. Ich konnte K2 also beruhigen: Keiner erwartet hier gute Noten in Kunst. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass mich eine schlechte Note in Musik eher ärgern würde, weil das eben mein Thema ist, aber das habe ich ihm nicht dazugesagt.
Überhaupt bekommt er noch gar keine Noten sondern Kreuze, aber das versteht er ja genauso.
Dann ging's los, K3 in die Kita, Abgabe an der Tür, wieder zurück und schnell an den Schreibtisch. Ein paar Sachen einstielen und vorbereiten, dann schnell wieder los zu einem Vorgespräch für eine Beerdigung. Das war sehr gut, ich mag ja Beerdigungen. Klingt makaber. Ist vor allem so, weil ich erlebe, dass ich, mit dem was ich tun kann, hier Menschen wirklich weiterhelfe: Tröste, unkompliziert bin, wenn Behörden oder andere kompliziert sind, erzählen lasse, Dinge einordne, oder auch mal die Möglichkeit biete, den eigenen Glauben zu reflektieren. Normalerweise tut so ein Vorgespräch den Beteiligten gut, auch wenn es schmerzvoll ist.
Schnell wieder zurück (Fahrrad gefahren, gute Entscheidung, weil ich da zwischendurch mal den Kopf freikriege), Mittagessen - und dann fiel ich in so ein tiefes Müdigkeitsloch, dass ich mich tatsächlich hingelegt habe. Die anstrengenden Tage zerren doch mehr an mir, als ich dachte.
Dann nochmal eine Arbeitsrunde, Beerdigung vorbereiten, Gottesdienst angeguckt, nebenbei Pandemiebedingte Formalien erledigt, die natürlich wichtig sind, aber nerven.
Dann los zur zweiten Beerdigungsplanung des Tages. Gut hingefunden, Parkplatz gekriegt, sowas entspannt mich ungemein. Wieder ein gutes Gespräch ganz anderer Art, jetzt habe ich viel Arbeitsstoff für die nächsten Tage. Solche Gespräche lassen einen immer wieder über den eigenen Tellerrand in ganz andere Leben und Lebensentwürfe hineinstellen. Wenn man Glück hat, stellen die Angehörigen Fragen, wenn sie etwas nicht verstehen und das gibt mir die Möglichkeit meinen eigenen Glauben wieder neu zu reflektieren. Schon toll, sowas!
Dann schnell nach Hause, Videokonferenz läuft schon, ich komme noch kurz dazu. Demnächst muss ich mal probieren, ob das auch mit mobilen Daten geklappt hätte, aber da hatte ich keinen Nerv zu.
Die großen Kinder sind noch wach, ich räume noch ein bisschen hinter ihnen her und sage Gute Nacht, K2 betet und dann falle ich auf's Sofa, emotional ausgelaugt würde ich sagen. Guter Tag, harter Tag.

Gegessen:
Quark (al was Neues, die Kinder wollen den Joghurt aus der Abokiste jetzt wieder für die Schule und ich bin zu faul, umzubestellen, vor allem nicht für eine Woche), Pflaumen, Erdbeeren, Heidelbeeren
Gemüseauflauf mit Reis
Krautsalat
Eis