Donnerstag, 21. Mai 2020
Himmelfahrts-Vatertag
Erstmal vorweg: Natürlich ist mir klar, dass heute eigentlich Christi Himmelfahrt ist und ich weiß berufsbedingt natürlich auch warum und wozu. Gegen Sauftouren bin ich auch, vor allem wenn die saufende Gruppe in irgendeiner Form Menschen stört oder Natur zerstört. Darüber hinaus dürfen sich gern alle Männer die wollen(Vater oder nicht) mal versammeln und einen netten Tag miteinander verbringen und wenn sie dabei Bier trinken geht mich das ja letztlich auch nichts an. Wenn mein Mann das gerne wollte? Von mir aus? Wir würden sicherlich darüber sprechen, inwiefern das den Familienalltag beeinflusst und was wir stattdessen machen könnten oder wollten. Aber wenn er mal einen Tag unterwegs sein möchte? Warum denn nicht. Ich habe ja auch mal meine Termine, die in anderer Leute Augen unnötig sind. Kam übrigens tatsächlich in 10 Jahren Ehe einmal vor, dass mein Mann unterwegs mit Freunden war, dann allerdings über ein ganzes Wochenende und ich habe mit meinen Eltern und den Kindern einen mehrtägigen Ausflug gemacht.
Viel häufiger kam es vor, dass er oder ich beruflich unterwegs sein mussten (letztes Jahr beispielsweise war ich mit drei Kindern und schwanger über Himmelfahrt einige Tage allein - und das war auch in Ordnung).
Durch Corona war aber dieses Jahr beruflich nichts notwendig und wir hatten einen feinen freien Tag. Der einzige Bezug zu Christi Himmelfahrt war dabei, dass ich nach 10 Minuten dauerhaftem Glockengeläut der katholischen Kirche nebenan mitteilte (wem auch immer), dass es jetzt ja mal reichen würde. Daraufhin hörten die Glocken auf zu läuten und ich frage mich, nun, ob ich nicht lieber eine Öffnung des Priesteramts für Frauen hätte fordern sollen, wenn das doch so gut klappt.
Ansonsten haben wir hier ausgeschlafen (nur der Vater nicht, der hat Brötchen geholt). Aber das war okay, ich hatten den Schlaf nötiger.
Dann kam die große Vatertagsaktion: Es gar Karten von allen Kindern und eine Quiz-Schatzsuche von den Großen. Dabei war der Schatz (passend zum Vatertag ;)) immer ein Bier aus einem Land, dass die Kinder vorher im Quiz beschrieben hatten und dessen Fahne dann an der Zimmertür hing, in dem gesucht werden sollte. Ob es nun pädagogisch sinnvoll ist, die Kinder Bier schenken zu lassen? ich bin zumindest zwischendurch ein paar Sätze losgeworden bzgl. Besaufen vs. kontrolliert mal ein besonderes Bier genießen. Jedenfalls hatten alle viel Spaß und der Mann hat sich sehr gefreut.
Danach wurde noch ein bisschen rumgearbeitet, Briefe eingetütet und dann haben wir im Rahmen einer Fahrradtour besagte Briefe verteilt. Diesmal war K4 in seiner Autoschale fest im Anhänger verstaut (ja, ein Kinderanhänger mit Überrollbügel) und das gefiel im viel besser, als direkt drin zu sitzen. Er sitzt zwar schon ganz gut im Stuhl, aber so ein ruckeliger Anhänger ist eben was anderes und das fand er beim letzten mal überhaupt nicht gut.
Bis zur Pause war die Tour super, danach habe ich kurz in Googlemaps nach der Route geschaut - und prompt sind wir falsch gefahren. Ich muss endlich lernen, dass ich mich hier in der Gegend gut auskennen und mein Gefühl stimmt, auch wenn Maps was anderes sagt. Aber mit 2km Umweg waren wir dann wieder auf dem richtigen Weg und Dank des Picknicks in der Pause auch nicht zu hangry.
War dann aber auch gut Zuhause zu sein. Nach einem kalten Latte Macchiato war ich auch fit genug das Grillen vorzubereiten und das war dann auch sehr lecker.
Nach einer größeren Wischaktion (es waren ein Kind, eine dumme Aktion und fast 2 Liter Eistee beteiligt) habe ich aber entschieden dass das jetzt genug Familienzeit war und nun liegen alle in ihren Betten und schlafen oder hören CD und ich warte darauf, dass der Mann wiederkommt und wir gemeinsam darüber jammern können, dass das Fernsehprogramm eine Zumutung ist :)

Gegessen:
Laugenstange und Ei, Obst
Apfel, Bergpfirsich und keinen Keks, den hatte K3 sich nämlich schon unter den Nagel gerissen...
Grillkäse, vegetarische Bratwurst und Burger, Kartoffel und Salat