Sonntag, 10. Mai 2020
Muttertag in der Arbeitsedition
Wahrscheinlich wurde schon genug zu Muttertag gesagt und geschrieben, aber ganz komme ich an dem Thema auch nicht vorbei. Für mich ist der Muttertag immer ein Arbeitstag. Manchmal mit weniger Arbeit, manchmal mit mehr, vor einigen Jahren war der Muttertag sogar immer der Abschlusstag unseres Leitungswochenendes, also mit besonders viel Arbeit verbunden. Jedenfalls habe ich seit Ende des Studiums am Muttertag gearbeitet. Vielleicht kommt daher mein "Muttertag-ist-mir-ziemlich-egal" Gefühl. Für mich ist der Muttertag in erster Linie der Tag, an de ich meine Mutter bedenke, allerdings auch das auf einem sehr entspannten Niveau: Meine Schwestern und ich besprechen, wer da sein kann, diejenige kümmert sich dann meist um Blumen und Kuchen, vielleicht besorgt eine von uns noch ein Geschenk und das Telefonat, das wir ohnehin so einmal die Woche führen liegt auf jeden Fall auf Sonntag. Mehr ist es nicht, aber ich glaube, so sind alle Beteiligten zufrieden.
Hier zu Hause ist es sehr unterschiedlich. Dieses Jahr habe ich gebeten, dass wir kein gemeinsames Frühstück machen. Ich habe morgens einen straffen Zeitplan, ein gemeinsames Frühstück führt hier nur zu Stress. Ein gemeinsames Mittagessen haben wir eh, aber da habe ich mich drauf gefreut. Geschenke, gerade selbstgebastelte Geschenke, sind ja immer ein zweischneidiges Schwert. Natürlich freue ich mich, gerade, wenn ich sehe, dass die Kinder sich Mühe gemacht haben. Ästhetik? Naja... Dieses Jahr fand ich sehr schön, dass die Kinder, je nach Alter, sehr konkret aufgeschrieben haben, warum sie mich lieb haben, was sie an mir mögen. Das war schön. Gebasteltes, mit dem mein Mann, eine Erzieherin oder Lehrerin Stress hat, brauche ich eher nicht (auch wenn ich das den Schenkern so natürlich nicht sagen würde :))
Sonst so: Früh aufgestanden, in Ruhe losgekommen, bevor die Jungs aufstanden, gute Gottesdienstvorbereitung im größeren Team. Es gab ein paar klare Ansagen von mir zum Abstand: "Macht, was ihr meint, wenn ihr hier wieder raus seid, aber solange ihr hier seid, ggf. gefilmt werden wir wegen der größtmöglichen Sicherheit Abstand halten. Hier soll sich jeder sicher fühlen, egal wie hoch das persönliche Sicherheitsbedürfnis ist." Das kam auch gut an, da können auch diejenigen gut mit leben, die die Schutzregeln für überzogen halten. Wär das auch geklärt.
Dann einen wirklich schönen Gottesdienst gefeiert - ich bin wirklich dankbar, dass wir wieder mit einem größeren Team arbeiten können. Ich bin keine Einzelkämpferin und auch wenn ich die Nachteile von Teamarbeit sehe und in hohem Maße durchgespielt habe, ist die höhere Kreativität, aber auch die konkrete Umverteilung von Arbeit sehr hilfreich.
Zu Hause gab's dann das Muttertagsmittagessen, aber meine Muttertags-Egalhaltung reichte soweit, dass es mich nicht ernsthaft störte, dass die Kinder recht schnell nicht mehr am Tisch sitzen wollten, sondern im Garten rumliefen.
Der Nachmittag verging mit Ausruhen (bin noch nicht so richtig fit) und dem erwähnten Muttertagtelefonat, diesmal in der Skypedition. Jetzt reichts auch nur noch für puzzlen und Fernsehen (ich bin ja ungefähr der letzte Mensch auf dieser Welt, der keine Streamingdienste nutzt, sondern das guckt, was das Fernsehprogramm hergibt - oder eben nichts) - aber ich lebe damit ganz gut.

Gegessen:
Obst und Joghurt (das Alltagsfrühstück)
Spargel, Kartoffeln, Hollandaise (hat der Mann gemacht, hat er gut gemacht, aber ich bin mir nicht sicher, ob es den Stress Wert ist - ich gebe zu, ich mag die Tetrapackvariante auch gern)
Kuchen (den hatten Mann und K3 auch noch gebacken, das war toll!)

Morgen frei mit ausschlafen, das wird fein!