Samstag, 9. Mai 2020
Samstagsruhe
An diesem Samstag war ich tatsächlich nicht so traurig, dass die normalen Veranstaltungen zurzeit nicht stattfinden. Normalerweise habe ich an mindestens drei Samstagen im Monat um 10 Uhr den ersten Termin und auch wenn das nicht unbedingt früh ist, klappt es dadurch meist nicht mit einem gemütlichen Familienfrühstück. Heute aber schon.
Das Beste dabei war, dass der Mann schon Brötchen geholt hatte und auf dem Markt gewesen war, als ich aufstand. Erst um 10 Uhr saßen wir am Frühstückstisch und sogar K3 machte gut mit und dadurch war alles sehr gemütlich und harmonisch. Denn K3 entdeckt im Moment seinen eigenen Willen, kombiniert damit, dass er feststellt, dass es ja häufig so gar nicht einfach ist, sich zu entscheiden. Ich verstehe ihn ja auch – er mag Müsli, er mag Brötchen, sich zu entscheiden, was man davon isst, ist gar nicht so einfach. Besonders wenn man noch keinen richtigen Zeitbegriff hat und der nächste Morgen, an dem man ja spätestens das andere essen könnte, noch so unglaublich weit weg ist… Aber anstrengend ist dieses ewige Hin und Her schon. Dazu kommt, dass ich immer versuche die Balance zwischen Verständnis aber auch Konsequenz zu finden. Er kann uns ja auch nicht alle verrückt machen und muss auch lernen, dass man sich manchmal entscheiden muss, oder eben auch Mal nehmen muss, was kommt. Aber die Balance zu finden ist nicht so einfach. Aber heute war alles gut, kein Theater, alle waren zufrieden, für mich gab’s reichlich Kaffee – alles super.
Der Rest des Vormittags verging mit Zeitunglesen, aufräumen, puzzlen, ein Spiel mit K3, Pokern mit den beiden großen Kindern. Dann habe ich noch ein bisschen gearbeitet, große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Wir werden in den nächsten Wochenenden wieder Gottesdienste mit Besuchern feiern. Dazu braucht es natürlich ein Schutzkonzept, die Räume müssen vorbereitet werden, Aushänge gemacht werden usw. Das ist alles nicht so einfach, die Infos verändern sich gefühlt täglich und dazu kommen natürlich auch sehr unterschiedliche Ansichten der Beteiligten. Dem Einen muss ich erklären, dass bei uns alles sicher sein wird, dem Andern muss ich erklären, warum wir uns nach geltenden Vorschriften richten müssen (ähm ja, auch wir stehen unter dem Gesetz, Freunde), der dritte bringt die tollsten Verschwörungstheorien. Naja, so ist es eben.
Dafür wurde abends gegrillt, wir konnten draußen essen und jetzt wird noch ein bisschen weitergepuzzelt. Toller Tag!
Gegessen:
Laugenstange, Ei und Obst
Kirschkuchenreste
Vegetarische Bratwurst, Grillkäse und Salat