Donnerstag, 30. April 2020
Hoch die Hände, Wochenende
Das stimmt so natürlich nicht, zumindest in meinem Fall nicht. Ich werde auch morgen einiges arbeiten müssen. Einerseits gibt es abends einen Jugendgottesdienst, natürlich als Livestream, an dem ich beteiligt bin. Andrerseits arbeiten wir an neuer Technik für die Liveübertragung von Gottesdiensten. Einer unserer Techniker hat nun K1 angefixt und der ist ganz begeistert (und fühlt sich sehr groß), weil er beim Ausprobieren und Einrichten einer neuen Kamera dabei sein darf. Das werde ich sicherlich auch begleiten und werde dabei noch einiges zu tun haben. Aber Ausschlafen sollte drin sein, und der Gottesdienst für Sonntag ist auch fast fertig vorbereitet, also setzt jetzt die Entschleunigung ein.
Heute gab es auch nicht viel berichtenswertes, es war ein mehr oder weniger normaler Tag in der Coronazeit. Die großen Kinder bearbeiteten ihre Aufgaben, die ich dann noch zur Schule brachte. Dabei stellte sich dann heraus, dass die Viertklässler nicht, wie geplant, am Montag wieder mit Unterricht beginnen, sondern am Donnerstag, aber auf solche Planänderungen reagiere ich inzwischen mit Gelassenheit. Hilft ja nix. Für mich ist es tatsächlich ziemlich egal, ob nun ein Kind oder zwei Kinder neben mir arbeiten - und das große Kind nahm es gelassen. Jedenfalls waren alle froh, dass wieder ein Stapel Aufgaben abgegeben ist und die Lernsachen für ein paar Tage weggelegt werden können.
I Laufe des Vormittags versuchte ich mich bei zwei kurzen Statements für den Gottesdienst zu filmen und ich sag mal so: Ich sollte so ein Video nicht nochmal angucken, bevor ich es weiterschicke, sonst filme ich es garantiert nochmal, weil irgendwas komisch war. Aber mit vier Anläufen oder so habe ich es geschafft.
Ich habe in dem Zusammenhang länger über Freiheit nachgedacht. Die Frage war nämlich, was für mich Freiheit bedeutet, gerade auch in Bezug auf meinen Glauben. Dabei ist mir klar geworden, dass ich sehr dankbar bin für Gott als höhere Instanz in meinem Leben, weil er es mir leichter macht, mich von der Meinung anderer unabhängig zu machen. Dieser Lernprozess, den wir ja alle durchlaufen müssen, dass wir es nie schaffen allen alles recht zu machen und das bestimmte Handlungen uns unbeliebt machen, fällt mir viel leichter, seit ich Gott als denjenigen sehen kann, der über den Dingen steht. Er ist quasi die Meinung, die für mich zählt (oder zumindest das, was ich glaube von Gott und seiner Meinung zu verstehen) und das macht es mir leichter, mich von anderer Leute Urteil unabhängig zu machen.
Man sagte schon manchmal zu mir, dass ich so sehr in mir ruhe - ich glaube, das ist darauf zurückzuführen. Diese Überlegungen haben mich mit dem Gehampel für das Video versöhnt.
Der Nachmittag verging mit Arbeit, einer Runde durch die Stadt mit K2 (ich versuche, immer mal wieder mit einem Kind allein unterwegs zu sein, ich hoffe, dass wir damit alle besser im Blick haben und jeder sich gesehen fühlt) und einer Joggingrunde mit einer Freundin. Das war fein.
Leckeres Abendessen, ein erquickliches, konstruktives Abendmeeting, dass dann auch irgendwann zu Ende war. Doch ja, ich bin sehr zufrieden mit dem Ende vom April.