Eis im Sturm
04.05.2021
Eiliges Arbeiten am Morgen. Ich wollte noch einkaufen, bevor die Jungs aufwachten. Irgendwie ist es aber im Moment komisch: Ich werde nie so rechtzeitig fertig, wie ich will. Früher habe ich Mittagessen- und Frühstücksvorbereitungen immer so geschafft, dass ich um halb sieben wecken konnte. Das klappt im Moment selten, ich bin immer erst um sieben fertig. Das macht im Grunde nichts, weil die Kinder mangels Schulweg etwas länger schlafen können, bzw. im Fall der Kitakinder sogar sollen, aber es wundert mich. Bin ich langsamer geworden? Habe ich mir soviel zusätzliches mit vorgenommen, dass es einfach mehr Arbeit ist? Ich werde das beobachten müssen, denn irgendwann werden die Kinder ja wieder in Kita und Schule gehen (wann, steht hier in den Sternen, unsere Inzidenz sinkt nicht unter 200) und dann muss ich ja früher wecken. Früher Aufstehen für mich ist keine Option, ich bin so schon am Limit.
Jedenfalls war ich erst um kurz nach sieben am Laden, dann aber schnell und vor halb acht wieder zurück.
Kinder wecken, K3 kommt auch bald dazu.
Alle gehen an die Arbeit, ich schaue nach dem Mann - er hat solche Schmerzen, das heute gar nichts geht. Es ist aber auch kalt geworden. Ich liefere Tabletten an und schaffe nebenbei das Minimum an Arbeit, das absolut notwendig ist.
Die Kinder sind in wechselnden Konferenzen, K1 löst aus Versehen ein Update an seinem PC aus, das dauert dann Stunden und er muss sich meinen Laptop leihen, um an Englisch teilzunehmen. Egal, ich wäre ohnehin nicht zum Arbeiten gekommen, bzw. mache am Handy das, was geht.
Ich regele ein paar Sachen über Ebay KA, K1 braucht Short und ich treffe eine Vorauswahl - es müssen mindestens zwei beim einer Anbieterin sein, sonst lohnt sich mir der Aufwand nicht.
Dann steht der Mann auf, es gibt Mittagessen und ich atme in der Mittagspause einmal durch. Ein bisschen Arbeit schaffe ich noch, ein Kreuzworträtsel aus einem uralten Zeitmagazin fange ich jedenfalls an. Ich bin kopfmüde, der Tag ist zäh, die Sorgen erdrückend.
Sport! Hilft fast immer, K4 macht mit mir zusammen ein Workout, er ist so niedlich dabei.
Dann bereite ich Brotboxen und Gesichterteller für's Abendessen vor - ich habe Probe, will dem Mann aber so wenig Arbeit wie möglich machen.
Dann gehe ich mit den großen Kindern los, wir sind früh genug um ihnen das Tor rauszuholen, das hinten im Heizungskeller steht, Seligkeit bei ihnen.
Wir proben, hinterher noch ein Gespräch, das war wichtig, aber es ist nach acht als wir fertig sind. Die Kinder sind gut drauf, der Mann auf Nachfrage auch halbwegs beieinander, wir gehen also noch ein Eis essen. Der Eisladen hat zu, kein Wunder, zwischendurch hat es gegossen und gehagelt, wer will dann um halb neun noch ein Eis? Also Eis aus dem Supermarkt, ich schicke die Kinder allein rein - was soll ich den Laden noch verstopfen. So, wie sie hinterher darüber erzählen, war es das Erlebnis des Monats: Die Auswahl, sich einigen, die Hilfe von einem "jungen Mann", weil sie nicht drankommen, das Angebot von jemandem, ihr Eis zu bezahlen, die Kassiererin, die noch lernte - Highlights im Lockdown, oder so ähnlich.
Es ist eiskalt, aber es ist egal, die Kinder freuen sich über ihre "Verrücktheit" und wir schaffen es noch bequem vor Ausgangssperre nach Hause.
Zuhause schlafen alle, das ist auch schön und dem Mann geht es so gut, dass wir noch ein bisschen auf dem Sofa quatschen können. Da hat der Tag besser geendet, als er am Anfang aussah.

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Pfirsich, Erdbeere
Möhreneintopf
Eis (nordische Beeren oder so), Salat