halber Alltag
12.04.2021
Ach, diese Tage mag ich nicht. Das ist nichts halbes und nichts ganzes und so fühlt es sich am Ende auch an - irgendwie noch letzter Urlaubstag, irgendwie schon wieder Alltag.
Der Wecker um 4.30 Uhr fühlte sich wirklich früh an. Keine Kunst, nachdem ich mich eine Woche ans Ausschlafen gewöhnt hatte. Aber was soll es, ich stand auf, wird ja vom Jammern auch nicht besser.
Der Mann hat sich angewöhnt, wenn er abends nicht schlafen kann schonmal den Frühstückstisch zu decken und das bringt mir fünf Minuten Zeitgewinn. Viel wichtiger ist aber das Gefühl, dass ich nicht für alles verantwortlich bin.
Die Kinder kommen natürlich auch nicht gut aus dem Bett. Die großen Jungs waren abends zu lange aufgeblieben, die kleinen Jungs hatten sich umgewöhnt - es war alles ziemlich zäh. Aber schließlich saßen wir alle auf dem Fahrrad, mit Decke war es auch erträglich und wir waren immerhin vor acht in der Kita, das ist das Minimalziel.
Zurück zu Hause dann einiges an Haushalt, schon ein erster Blick in die Arbeitsemails, nebenbei immer Begleitung von K2, der braucht ein bisschen, um sich in die Distanzbeschulung einzufinden, zumal er auch kein richtiges Material hat, sondern sich an den Wochenplan halten soll, der eigentlich für den Wechselunterricht vorgesehen war...
Als ich mittags die Kinder abhole, fühlt es sich so an, als hätte ich nichts geschafft, aber meinen freien Tag verpasst. Puh. Das Wetter ist so winterlich, sowas erfreut mich ja auch nicht. Ich will Sommer.
Der NAchmittag plätschert auch so dahin. Ich begleite K1 zur Logo, kaufe währenddessen ein. Beim zweiten Laden eine maximal unangenehme Begegnung mit einer Frau, die sich, als eine zweite Kasse öffnet, von hinten durchdrängelt, ihre Waren auf das Band wirft. Ich habe keine Lust auf Diskussion, lasse aber, als ich eine weiter Frau vorlasse, die vor mir angestanden hätte, dass ich das nicht machen würde, mich einfach so vorzudrängeln. Diese antwortet, dass andere (vielsagender Blick auf die Dränglerin) da ja kein Problem mit hätten. Das nimmt die dann zum Anlass zu erzählen, warum sie ja zum Drängeln berechtigt wäre, denn sie hätte es ja so schwer. Es entsteht fast ein Wettbewerb, wer von beiden es ja schwerer hätte und ich frage mich, wo ich hier eigentlich bin. Dass ich kurz vorher mitbekommen hatte, wie ein Mann in Handschellen aus dem Büro abgeführt wurde, tut sein übriges dazu -ich frage mich ernsthaft, ob ich hier noch einkaufen will. Schon klar, seltsame Leute gibt es überall, aber in diesem Laden haben sie erfahrungsgemäß eine besonders hohe Dichte... Immerhin gab es Erdbeeren.
K1 und ich laufen nach Hause, Zuhause Auspacken, ein bisschen Aufräumen, was halt so anfällt. Ich verziehe mich ins Nähzimmer, K4 braucht neue Jeans und da sind die selbst genähten besonders beliebt, weil sie oben Gummizug haben. Die Nähmaschine muss mal gewartet werden, alles nicht mehr gut eingestellt, ich breche ständig Nadeln ab.
Schließlich ist alles geschafft, ich komme nur einen Moment zu spät zum Joggen. Joggingrunde im Hellen, leider mehr Spaziergang als Joggen, danach ist mein ohnehin schon steifer Nacken ziemlich in Mitleidenschaft gezogen, es ist aber auch kalt...
Abends Wer Wird Millionär, früh ins Bett, es wird ja auch nicht später morgen.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Garnelen Curry
Salat