WmdedgT 02/2021
Es ist schon wieder der Fünfte und Frau Brüllen fragt, was wir eigentlich alles so machen. Das frage ich mich die meiste Zeit auch, daher versuche ich ja, es hier zusammenzufassen. Also, los geht's:
Der Wecker klingelt um 5.30 Uhr, das ist weder früh noch spät. Die Nacht war durchwachsen, ich war viel wach, aber irgendwie guckte ich immer auf die Uhr und da war dann noch Zeit zu schlafen, dass war ja auch ganz schön. Richtig blöd ist doch mitten in der Nacht wach zu werden, noch müde zu sein und dann festzustellen, dass man noch exakt zwei Minuten hat, bis der Wecker klingelt...
Jedenfalls war ich halbwegs aber irgendwie langsam. Ich hatte am Voraend nicht entschieden, was es zu essen geben sollte, das lähmt mich dann. Da muss ich nämlich, trotz Essensplan immer viel rumüberlegen. Es stehen zwar schon alle Gericht für die Woche, aber wann was gekocht wird ist unklar. Manches geht nicht früher, weil ich noch Gemüse vom Markt brauche. Außerdem will ich nicht zwei Tage hintereinander Kartoffeln (oder Nudeln oder Reis) als Beilage haben. Dann ist immer die Frage, ob die Kinder das Essen mögen und ob es dann einen Nachtisch geben sollte, weil sie dann satt werden usw. Jedenfalls ist es einfacher, wenn ich mir das alles am Vorabend überlege und dann morgens nur die Zutaten aus dem Keller mitbringen muss und kochen muss. So holte ich zuerst für ein Essen alles rauf, stellte dann fest, dass die Kokosmilch, die ich nicht gekriegt hatte und dann fast wegrationalisiert hätte doch ziemlich essentiell erschien und trug dann alles wieder in den Keller und trug andere Zutaten wieder hoch.
Nebenbei Frühstücksvorbereitungen. Ich weckte K1 um sieben, frühstückte mit ihm und instruierte ihn, dass er um kurz nach acht K2 wecken sollte, der durfte ausnahmsweise länger schlafen, weil er seine Schulaufgaben schonmal vorgearbeitet hatte und nur eine Konferenz mit der Klasse hatte.
Ich fuhr in der Zeit schnell einkaufen. Als ich zurück war, war der Rest wach, ich erinnerte K1 an seine Konferenz (Hupsi. Schon so spät? War so in Mathe vertieft) und richtete K2 im Arbeitszimmer ein. Da er Collegeblock und Wochenplan mit unterbringen sollte, konnte er nicht in seinem Zimmer am Schreibtisch arbeiten. Sollte er tatsächlich mehr Konferenzen haben, müssten wir über kurz oder lang noch einen kleinen Laptop anschaffen, denn auf seinem Kinderschreibtisch passt kein großer Laptop neben Bücher, neben Hefte. Aber ich gehe nicht davon aus, dass das eine dauerhafte Einrichtung wird, denn dadurch, dass er mit mir im Arbeitszimmer saß, bekam ich den Ablauf der Konferenz ganz gut mit: Alle mussten ihre Mikrofone ausmachen, wenn sie sich meldeten (mit Meldebutton) erwischten die Hälfte der Kinder den falschen Knopf, oder nahmen die Hand nicht wieder runter. Das führte immer zu Verwirrung. Dann waren sie immer stumm, wenn sie sprechen sollten, mussten also erinnert werden, das Mikro auszumachen - und dann hat MS Teams noch immer keine Möglichkeit den Screen zu teilen und als Teilender gleichzeitig die anderen Teilnehmer:innen zu sehen - das ist als Lehrerin schon ziemlich nervig, stelle ich mir vor. Alles in allem: Netter Versuch, die Kinder hatten Spaß, aber von sinnvollem Unterricht ist das noch weit entfernt. Das liegt an der Technik an sich, an der Ausstattung der Kinder, an der Mediankompetenz der Kinder und an der Kreativität im Umgang mit Problemen durch die Lehrkraft. Wäre alles zu beheben, aber nicht gleichzeitig und ich vermute, dass es nicht viel gibt, weil die Grundschule ja von Woche zu Woche mit Öffnung der Schulen rechnet.
Was sicherlich auch gut wäre, für manche Kinder, denn ich hörte unter anderem:
Frau X, ich finde die Konferenz nicht gut. Das ist viel zu früh, meine Mutter musste mich wecken, ich habe noch ganz tief geschlafen.
Aber normalerweise wärst du um neun doch schon lange in der Schule?
Aber jetzt sind ja Ferien.

Ja ne, is klar. Wenn das so läuft...
Ich arbeitete mich durch meine Sachen, bis der Mann mir K4 brachte, um zum Arzt zu gehen. Er wollte mit dem Hausarzt die aktuelle Medikation besprechen und auch, welche Tests jetzt noch anstehen. K2 quälte sich weiter durch Kunst, dann las er online mit Oma weiter im Sams. Bester Erfindung ever, remote gemeinsam lesen, denn so muss ich das nicht machen.
Ich machte mit K3 und K4 den Haushalt, K1 arbeitete vor sich hin, der Mann kam wieder (er muss noch klarer sagen, was getestet werden soll), dann waren alle fertig und es gab Mittagessen.
Im Anschluss arbeitete ich noch ein bisschen nach, dann spielten wir wieder eine Runde, diesmal aber ein bekanntes Spiel, unser Lernwille ist etwas abgenutzt. Aber immerhin mal eine ganze Runde Wizard, im Urlaub wird es meist zu früh dunkel, um fertig zu werden.
K1 und ich absolvierten unsere Joggingrunde, das war auch sehr schön. Er ist richtig cool und fit dabei und ich freue mich so sehr über diese gemeinsame Zeit.
Der Abend war dann fast wie immer in der letzten Zeit: Wochenschlussparty. Also gab es Snacks, gemeinsames Wii Spielen, ein bisschen Fernsehen, lange Aufbleiben und abhängen auf dem Sofa. Zwischendurch gingen die Kleinen ins Bett, aber erst, nachdem K3 wieder seine Künste im Schwertmarathon unter Beweis gestellt hatte.
Sehr entspannt, sehr schön. Aussicht auf Ausschlafen ist auch sehr nett.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Tacochips mit Hackfleisch und Mais, Salat
Partysnacks :)