Gottesdienst im Stream 2.0, weitere Vorbereitungen und ein langer Spaziergang
20.12.2020
So, da sind wir wieder bei Streaming Gottesdiensten. Ist uns ja nicht unvertraut, wir haben immer weiter gestreamt, aber der Fokus hatte sich (zu Recht) verschoben: In den letzten MOnaten hatten wir meist Präsenzgottesdienste gefeiert, die auch gestreamt wurden. Jetzt sind wir wieder bei Gottesdiensten, die in erster Linie für den Stream ausgelegt sind und erst in zweiter Linie diejenigen berücksichtigen, die, weil sie nicht im Stream zusehen können, mit ihm Raum sind. Das betraf heute auch wirklich nur sechs Leute oder so - und ich hoffe sehr, dass uns das von der Landesregierung nicht noch verboten wird.
Einerseits halte ich ein generelles Gottesdienstverbot im Lockdown schon für richtig im Sinne des Infektionsschutz. Andrerseits weiß ich aber auch, dass die fünf oder sieben Personen, die zu uns kommen, kaum ein Risiko darstellen - aber eben genau diejenigen sind, die sonst den ganzen Heiligabend über allein Zuhause sitzen werden. Es ist ja nicht nur ein Gottesdienst. Es ist für diejenigen, die von ihren Familien vorsorglich nicht besucht werden, der einzig menschliche Kontakt in den Weihnachtstagen. Wenn das verboten werden sollte, sehe ich mich schon n Heiligabend von Tür zu Tür fahren um zumindest hier noch einen Gruß zu überbringen. Aber. Puh. Meine arme Familie. Naja, wir werden sehen.
Jedenfalls wird der Gottesdienst stärker auf den Stream ausgerichtet: Alles Interaktive wird auf's Netz verlegt, die Übergänge zwischen Liedern/Lesung etc. werden nicht mehr danach gestaltet, wie sie im Raum wenig Unruhe auslösen, sondern danach, wie die Lücken im Aufbau auf dem Stream nicht zu sehen sind. Wir beachten Kameraführung, Textlastigkeit am Bildschirm, überhaupt müssen die Lieder anders ausgewählt werden. Wir haben in dem Bereich sehr viel gelernt, im letzten Jahr!
Im Anschluss an den Gottesdienst noch eine Videokonferenz zum Heiligabendgottesdienst, dann konnte ich endlich nach Hause.
Mittagessen, bloggen, Dinge zuschneiden. Es war schon dunkel, als ich mich auf den Weg machte, mit K2, K3 und K4 noch einen Adventsgruß zu einer Frau zu bringen, sie in der letzten Woche keinen bekommen hatte. Auch das ist Pastorinnensein, denke ich: Hier nicht mehr weiter nachzubohren, an wessen Dickköpfigkeit, Verpeiltheit oä. es lag, sondern einfach geradezurücken, was möglich ist. Und beim nächsten mal besser aufzupassen...
Die Kinder waren trotzdem sehr erfreut nochmal rauszukommen, wir brachten unser Geschenk weg, gingen dann noch auf den Spielplatz. Wenn K4 eine Rutsche sieht, dann gibt es für ihn kein halten mehr, er stürzte sich fast aus der Kraxe und war sehr sauer, als ich ihn nach 10 mal Rutschen wieder reinsetzte...
Auf dem Rückweg sahen wir den Tannenbaum in der Gemeinde, fertig geschmückt, und wir gingen rein um ihn schonmal in Ruhe anzuschauen. Das war schön und K2 staunte sehr. Ich hoffe, er ist dann von unserem, sehr liebevoll geschmückten, aber ohne ästhetischen Anspruch, nicht enttäuscht...
Auf dem Rückweg kam uns der Mann entgegen, es war spät geworden und es wurde abends sogar noch später, weil die Kinder irgendwie nicht ins Bett gingen. Egal. Es sind Ferien.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
Steckrüben Eintopf und Wirsing-Möhren Lasagne, aus dem TK
Salat