Je früher ich aufstehe...
16.12.2020
... umso entspannter wird der Tag. Das ist keine bequeme Wahrheit, sie gilt aber trotzdem, zumindest bei uns. Anderen ist es wahrscheinlich egal, wann ich aufstehe und nicht für jeden ist Entspannung erstrebenswert, aber naja.
Ich stand also um vier auf, hatte dann noch den Vorteil, dass ich keine Brotdosen vorbereiten musste und konnte somit nach Frühstück- und Mittagessenvorbereitung noch an den Schreibtisch und nicht nur Bloggen, sondern auch schon einiges wegarbeiten. Ich habe jetzt noch vier große Brocken, die Konzentration erfordern, zwei Predigten und zwei Artikel, wobei der eine Artikel erst Anfang des Jahre abgegeben werden muss. Aber wenn ich das alles vor Weihnachten schaffe, wäre ich sehr dankbar.
Als die Kinder aufstanden kam ich gerade vom Markt und Einkauf zurück. Wieder ist der Kühlschrank etwas mehr gefüllt, aber ganz fertig ist die Einkauferei immer noch nicht. Auf dem Markt wieder eine Begegnung im Sinne von: Was ist mit den Menschen los?
Es gibt da einen Geflügelstand, der Geflügel aus verantwortungsvoller Aufzucht verkauft. Ich kaufe da immer Eier, das ist der einzige Stand mit Bioeiern und wir sprechen ab und an. Er hatte mir schon erzählt, dass es dieses Jahr gar nicht einfach ist, alle Weihnachtsbestellungen zu bedienen, weil einerseits grundsätzlich mehr gekauft wird, weil eben die Ente Zuhause gemacht wird und nicht im Restaurant gegessen wird und sich ohnehin alles auf mehr Haushalte verteilt, man aber keine halbe Ente macht. Dazu kommt, dass er schon innerhalb des Jahres mehr verkauft hat, weil die Leute mehr gekocht und grundsätzlich lieber auf dem Markt eingekauft haben. Davon wachsen ie Hühner, Puten, Enten aber auch nicht schneller. Nunja. Annahmeschluss für Vorbestellungen vor Weihanchten war deshalb letzte Woche. Nun kam eine Kundin heute und wollte Vorbstellen. Folgender Dialog (man kann nicht sagen, ich hätte gelauscht, das klang über den halben Marktplatz):
-Ich will noch für Weihnachten vorbestellen.
- Das tut mir Leid, aber das ist jetzt zu spät.
- Wie, zu spät. Ich will jetzt vorbestellen.
- Das geht leider nicht mehr. Ich habe schon vor einer Woche die Vorbestellungen beendet, ich muss gucken, wie ich das überhaupt geliefert kriege.
- Aber ich will jetzt vorbestellen.
- Wie gesagt, das ist leider zu spät.
- Das konnte ich ja nicht wissen.
- Nun, ich hatte es schon seit vier Wochen hier angeschlagen.
- Ich war nicht hier, kann ich nicht wissen.
- Das tut mir Leid, was hätten sie denn gern gehabt.
- Hähnchenbrustfilet.
- Das ist wirklich schwierig. Aber ich habe heute welche hier. Nehmen sie die mit, dann haben sie welche.
- Ich will die aber Weihnachten.
- Ja, aber sie können sie ja einfrieren.
- Das schmeckt aber nicht so gut.
- Das ist das beste, was ich ihnen anbieten kann. Bestellen kann ich nichts mehr.
- Aber kann ich nicht Heiligabend kommen und welche kaufen.
- Sie können am 23. kommen und gucken, ob ich welche habe. Aber die Chancen sind sehr schlecht. Da müssten sie schon viel Glück haben. Aber jetzt könnten sie welche mitnehmen, dann haben sie welche.
- Aber wenn man die einfriert, dann schmecken die nicht so gut.
- Das ist sicherlich wahr - aber dann haben sie jedenfalls sicher welche.
- Ich will aber erst Heiligabend welche....

Was ist mit den Menschen los. Ehrlich.

Naja, die Erlebnisse beim Einkaufen... Aber wieder stellte sich heraus, dass viertel nach sieben eine gute Einkaufszeit ist. Ob es um sieben besser oder schlechter wäre, kann ich nicht sagen, ich probiere es auch nicht aus.
Nach dem Frühstück setzten sich alle hin um zu arbeiten und es ging schon viel besser als gestern. Sogar ich kam ein ganzes Stück an der ersten Predigt voran, das war sehr schön.
Die beiden Großen arbeiteten so konzentriert, dass bei K2 alles fertig wurde und K1 einen Großteil der Aufgaben geschafft hat. Spätestens Freitag starten hier also alle in vorgezogene Ferien.
Dann gab's Mittagessen ohne Gemecker und hinterher schlief K4 und die die anderen Kinder spielten tatsächlich friedlich zu dritt. Zwischendurch kamen sie ohne Hosen wieder runter, sie bauten wohl eine Höhle und es war so kuschlig, dass ihnen warm wurde, aber ein bisschen Schwund ist ja bekanntlich immer. Egal.
Ich machte mich nochmal auf um ein paar Sachen im großen Laden zu kaufen, unter anderem hoffte ich auf eine bestimmte Zeitschrift (wir schenken meinem Vater ein Abo), die wir dem Geschenk beilegen können, aber das klappte leider nicht... Vielleicht finden meine Schwestern etwas.
Ansonsten war das Einkaufen halbwegs unangenehme und ich war froh, als ich wieder draußen war.
Zuhause backten wir eine Runde Kekse, den Teig hatte ich schon vorbereitet. K4 ist größter Keksfan und wahrscheinlich mitten in einem Wachstumsschub, ich lege die nächste Kleidergröße schonmal bereit. Der futtert wie ein Scheunendrescher.
Dann gab es Abendessen und wir brachten die Kleinen ins Bett - den Großen hatte ich noch eine Nachtwanderung versprochen bzw. festgelegt, dass sie sich nochmal bewegen müssten. Das machte großen Spaß, auch wenn wir nicht mehr in den Wald und auf den Berg gewandert sind, sondern durch die Straßen. Aber das heben wir uns für einen anderen Abend auf, kommen ja noch genug...
Schöner Tag, kann gern so weitergehen.

Gegessen:
Joghurt, Apfel
(Zucchini)nudeln mit Sojabolognese
Salat und Kekse