Kinder und Matsch, eine unendliche Geschichte
22.11.2020
Ein ganz normaler Sonntag im Pastorenhaus: Mittelgemütliches Frühstück, weil ich auf Abmarsch drängte, die großen Kinder kommen mit, die kleinen Kinder bleiben mit dem Mann Zuhause. Wenn wir nicht unbedingt müssen, versuchen wir die kleinen Jungs nicht mitzunehmen. Die kriegen das mit dem Abstand einfach nicht hin und sind wandelnde Virenschleudern, nicht nur für Corona, und dabei so unendlich süß, dass auch noch jeder mit ihnen kuscheln will. Wir halten also die Versuchung von allen fern...
Der Gottesdienst lief gut, wir waren allerdings schon bei der Maximalanzahl an Gästen, das ist sicherlich dem Ewigkeitssonntag geschuldet, aber wird im Advent nicht besser werden. Wir werden sehen, wie das dann funktioniert, ich möchte auf gar keinen Fall jemanden abweisen - aber noch weniger etwas riskieren und wenn wir Regeln aufstellen, dann müssen wir sie eben auch durchsetzen und das wird alles nicht schön.
Auf dem Rückweg planten wir das Mittagessen um, sollte der Mann noch nicht mit Vorbereitungen angefangen haben - wir hatten Glück, hatte er noch nicht, das erfreute die Kinder.
Mittagessen, dann gammeln auf dem Sofa, ich kam nicht in Schwung. Der Mann ging mit den kleinen Kindern raus, ich machte zwei Minuten die Augen zu, bis K4 wieder reinkam, er war hingefallen. Dann war's auch egal, Mittagsschlaf nicht so nötig und ich sammelte mich und die Kinder zusammen: Die Großen sollten noch bewegt werden, ich brauchte auch noch Schritte.
Also de Jungs auf die Fahrräder, K4 auf den Rücken, K3 blieb mit dem Mann Zuhause und genoss die Exklusivzeit. Die großen Jungs meckerten wie immer, bis sie die Ausgangstür passierten, dann ging es. Ich wollte schauen, wie weit die Baustelle um die Ecke ist und öffnete damit die Tür zum Paradies: Eine mehr als 1km lange Baustelle, alles Sand und Matsch, die Fahrbahndecke ist eben noch nicht erneuert, aber fest genug, um Fahrrad darauf zu fahren. Die Jungs waren restlos begeistert, ich hörte so Sätze wie: Das ist das schönste, was ich in meinem Leben gemacht habe! Ich ließ sie durch Pfützen fahren, ging in der Zeit weiter, sodass ich nicht stehen und warten musste, sie fuhren die Strecke locker dreimal ab und am Ende kamen wir gemeinsam am Friedhof an. Über den liefen wir dann gemeinsam, nicht ohne versprochen zu haben, dass wir den Rückweg wieder über die Baustelle nehmen.
Tiefe Gespräche über Sterben, Gräber, Trauer und den Sinn des Lebens, das ist schön und ich bin froh, dass ich das Gottvertrauen raushöre, das die Jungs haben.
Dann wieder zurück, nochmal Matsch und Zuhause gleich der Wechsel in den Schlafanzug.
Der Mann hatte das Abendessen vorbereitet, es ist so angenehm, sich an den gedeckten Tisch zu setzen.
Dann gingen müde Kinder unter die Dusche und ins Bett, müde Eltern auf's Sofa Elterntelefonat, K4 in den Schlaf stillen, Fernsehen, schlafen.

Gegessen:
Laugenbrezel
Crêpes mit Käse und Schokocreme (nacheinander)
Brötchenreste, rote Bete-Apfelsalat