Erntedank
04.10.2020
Ich finde ja, dass Erntedank eines der schönsten Feste im Kirchenjahr ist. Einerseits ist es schön, im Herbst, sozusagen vor dem Grau in Grau, nochmal ein buntes Fest zu feiern. Andrerseits ist es nicht überladen mit Erwartungen und noch nicht so kommerzialisiert wie Weihnachten oder mittlerweile auch Ostern. Und es hat eine wirklich wichtige Botschaft, die darüber hinaus noch für viele anschlussfähig ist.
Von daher freut ich mich sehr auf den Erntedankgottesdienst mit all seinen Facetten: K2 spielte mit dem Cello vor, mehrere Aktionen, hinterher der Kuchen von Samstag, die Predigt mit einer besonderen Aktion. War aber eben auch viel und es hätte viel schief gehen können - aber es hat alles wunderbar geklappt!
Gab mal wieder eine leicht politische Predigt - ich glaube, wer genau hinhörte konnte da ein deutliches Ja zur Aufnahme von Flüchtlingen raushören, ohne, dass ich es direkt gesagt hätte. Aber was soll man bei einem Predigttext wie Jesaja 58 auch anderes sagen: Brich mit den Hungrigen dein Brot, teilt, helft, vermeidet Ungerechtigkeit. Am liebsten hätte ich den Text einfach nur dreimal vorgelesen und gar nichts weiter dazu gesagt, aber das wäre wohl auch nicht so gut angekommen ;)
Abgesehen davon, dass wir zu wenig Brot für's Abendmahl hatten (da gab's dann den Specialeffekt, dass zwischendurch das Brot vom Erntedanktisch entführt wurde) lief alles richtig gut.
Ich merke allerdings auch, dass mich meine Mehrfachrolle an meine Grenzen bringt: Pastorin und Hygienebeauftragte, Mutter und Mitarbeiterin der Kindergruppen, Organisatorin und Gesprächspartnerin für technisches Equipment. Puh. Das macht alles unglaublich spannend, es wird nie langweilig, aber es gibt auch Momente, in denen ich mir wünschte, ich könnte einfach meine Predigt halten und wieder gehen. Aber eigentlich lache ich jetzt beim Schreiben schon - das wäre mir viel zu wenig.
Nach dem Gottesdienst probierten wir noch ein wenig an der Technik, wir wollen für Mittwoch eine hybride Lösung für's Bibelseminar anbieten und gucken, wie und ob wir es günstig hinkriegen, dass alle gesehen und gehört werden. Mit teuren Lösungen ist das sehr einfach, aber wir suchen erstmal nach einer günstigen Lösung, um zu testen, wie das überhaupt angenommen wird.
Dann ging ich nach Hause, der Mann hatte das Essen schon im Ofen und wir saßen gemütlich beieinander und es wurde fast gar nicht über das Essen gemeckert. Könnte daran liegen, dass einige schon satt von Kuchen waren...
Im Anschluss musste ich noch eine Runde an den Schreibtisch, es hat sich als ganz gut herausgestellt, wenn ich sonntags nochmal nacharbeite, was im Gottesdienst so aufgetaucht ist, damit dann der Montag auch wirklich arbeitsfrei ist.
Dann nähte ich schnell noch eine der zugeschnittenen Hosen, die aber vermutlich noch zu groß sein wird. Blöd. Aber besser so als zu klein. Wenn ich jeden Tag ein Stück nähe, bin ich bis Ende der Woche fertig.
Danach gingen wir noch eine Runde auf den Fußballplatz/Spielplatz, K4 kann jetzt die Leiter zur Rutsche hochklettern und rückwärts auf dem Bauch runterrutschen, sehr cool. Nach einer Stunde mussten wir leider zurück, obwohl es sich nach längerem bleiben anfühlte - es war sieben Uhr und für die meisten von uns ist ja morgen Schule bzw. Kita.
Abendessen und ins-Bett-bringen, danach Sofa, leider kam ich nicht zu dem Wein, den ich mir eigentlich versprochen hatten, ich weiß auch nicht, wieso. Aber egal, war trotzdem nett, auch wenn ich unsere Abendgestaltung langfristig gern wieder etwas spannender hätte - aber zu mehr reicht die Kraft im Moment einfach nicht.

Gegessen
Joghurt, Pflaume, Apfel
Zoodle-Lachs-Gratin
Kuchen aus dem Glas
Salat
Kekse