Ein perfekter Ausflugssamstag
Das war wirklich ein toller Tag. Als wir dann abends mit dem Rad zurückfuhren, sprachen der Mann und ich darüber, was wir so alles gemacht hatten, den Kindern "geboten" hatten und kamen schließlich darauf, dass wir dafür so gut wie kein Geld ausgegeben hatten. Wirklich bezahlt hatten wir nämlich nur 10€ Schwimmbadtickets. Das Essen, das wir mitgenommen und generelle Beiträge zum Verein, in dem die Kinder singen, kommen noch dazu, müssten man dann irgendwie umlegen.
Der Mann sagte dann nochmal, dass wir es echt gut haben, hier in Deutschland und das trotz allem Gemecker eben doch viel für Kinder und Familien gemacht wird. Das stimmt auch! Allerdings ist vieles von dem, was unsere Kinder, tatsächlich für recht wenig Geld, als Aktivitäten machen gar nicht staatlicherseits bezuschusst (das Schwimmbad schon, ist klar, aber auch da gibt es einen Trägerverein ergänzend), sondern vor allem vielen kleinen Initiativen geschuldet. In unserem Fall zwei Kirchen, zwei Sportvereine, privates Engagement von Musiklehrerinnen, Da engagieren sich Gruppen und Einzelpersonen, um tolle Sachen in hoher Qualität und zu einem günstigen Preis für Kinder und Familien möglich zu machen. Mir schlackern immer die Ohren wenn ich auf die "Angebote" von kommerziellen Anbietern schaue, Der Preis, den ich für einen Nachmittag in der Trampolinhalle für die beiden Jungs zahlen würde, entspricht dem Preis für einen 10 Wochen Kurs Trampolin für beide Jungs im Verein. Und die springen da immerhin auf 5 großen Trampolinen und natürlich ist der Eventcharakter ein anderer und ich weiß auch, wie sich die Preise zusammensetzen - aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der kleine Sportverein da durchaus etwas zu bieten hat.
Zumindest bei uns werden also die Aktivitäten unserer Kinder nicht in erster Linie steuerlich subventioniert, sondern dadurch, dass viele Menschen es sich leisten wollen, wir ja auch, und Mitgliedsbeiträge in Vereinen zahlen (30€ im Jahr, von der Kategorie reden wir), oder sich auch persönlich engagieren, indem sie ehrenamtlich mitarbeiten. Unterstützung von Familien beruht also auf dem Engagement Einzelner, die es sich leisten können wollen.
Ich weiß nicht, ob das gerechter ist, als eine Umverteilung von Steuern. Es funktioniert in diesem System gut, zumindest für uns. Man könnte diese ganzen kleinen Vereine noch viel mehr in den Fokus rücken, glaube ich, die machen so viel, auf so hohem Niveau (eine Trainerausbildung kriegt man nicht so nebenbei, das sind viele Kursstunden) für so wenig Geld. Schon spannend, sich zu überlegen, wie es bei uns nachmittags aussehen würde, wenn das alles wegfiele.
So, aber jetzt mal zum Tag. Trotz Samstag frühes Aufstehen, weil ich viel machen wollte: Picknickvorbereitung für abends, Markteinkauf und Drogerie, weil ich Fotos für das Geburtstagsgeschenk meiner Schwester brauchte, bloggen natürlich auch.
Ging aber alles ganz gut, das Einkaufen mit dem Lastenrad ist wirklich ein Genuss: Taschen rein und los. Es ist mir ja alles schon leichter geworden, als ich die Packtaschen, die im Keller verstaubten an mein Fahrrad gemacht hatte, aber das Lastenrad ist da schon eine andere Kategorie.
Fotos ausdrucken ging schneller als ich dachte, aber ich bin trotzdem froh, wenn ich das allein schaffe, ohne Kinder dabeizuhaben, deshalb hatte ich nämlich am Freitag darauf verzichtet.
Dann Frühstück zuhause: Diesmal war ich schlau und rief vom Markt aus an, ob wohl alle wach sind. Ich ärgere mich nämlich sehr, wenn ich hungrig nach Hause komme, dann aber noch alles schläft und es dann stressig wird, weil wir erst später frühstücken können. Also auf diesem Weg - und natürlich waren alle wach. Aber wir konnten noch klären, dass ich Donuts eingekauft hatte, dann mussten die nicht aufgetaut werden.
Gemeinsames Frühstück, K3 war unentschlossen was er essen wollte, aber ließ sich ganz gut auffangen und dann fuhr ich mit den Kindern los zur Jungschar, die Kindergruppe, die ich (mit)leite und an der sie teilnehmen. Wir dürfen in NRW zur Zeit in festen Bezugsgruppen von bis zu 20 Kindern ohne Maske und Abstand unterwegs sein, wenn wir die Kontakte nachhalten - trotzdem haben wir uns darauf geeinigt, Abstände einzuhalten und möglichst viel draußen zu machen. Bloß weil es erlaubt wäre, müssen wir ja nichts riskieren.
Wir waren im Wald eine Hütte bauen - das traf auf so viel Begeisterung, das war echt schön! "Treffen wir uns jetzt immer nur hier", war eine der ersten Fragen. Hm. Ich muss mir noch was für's Dach überlegen ;) Aber ich finde es schon faszinierend, wie man so schnell, ohne mitgebrachtes Material, eine Hütte bauen kann.
Das war schonmal sehr schön! Wir fuhren nach Hause und bereiteten den Nachmittag vor. da wollten wir nämlich im großen Garten einer befreundeten Familie ein Outdoor Konzert mit dem Chor der Kinder machen. Hinfahrt mit den Rädern war anstrengend, aber ich finde es schon cool wenn wir uns zu sechst so fortbewegen und es klappt immer besser.
Das "Konzert", das in erster Linie für die Kinder eine Möglichkeit sein sollte, miteinander zu singen, weil der Unterricht im Moment nur in Kleingruppen von 6 Personen stattfindet, war dann ganz toll! Wir Eltern und Geschwister saßen mit großem Abstand auf Decken, die Kinder standen mit Abstand zueinander, bzw die Geschwister ohne Abstand und sangen ihr Repertoire. K3 wurde zwischendurch langweilig, aber das ist in dem Setting auch kein Problem, dann ging ich eine Runde mit ihm und dann war auch schon bald Schluss.
Uns war das recht, weil wollten ja noch ins Schwimmbad. Das Naturbad meiden wir sonst immer weil es einerseits ziemlich kalt ist und ein Teil der Familie ziemlich empfindlich und außerdem häufig sehr voll ist. Aber das ist zurzeit ja reguliert, das war sehr entspannt und nach den langen Sonnentagen und im Vergleich zu den Flüssen im Urlaub, war es dann sehr schön. Und es ist eben für K3 zurzeit die einzige Möglichkeit in ein Schwimmbad zu gehen.
Die großen Kinder belagerten die Rutsche, die kleinen spielen mit uns im Wasser und am "Strand", der Wind war aber kühl, sodass die zwei Stunden, die wir Zeit hatten, auch ausreichten.
Im Anschluss picknickten wir auf der Wiese vor dem Schwimmbad, da gibt es auch noch einen Spielplatz, das war sehr schön, wurde dann aber kühl.
Am Kletterturm fasste eine fremde Frau K3 einfach an, natürlich um ihm zu helfen - da habe ich dann relativ deutlich etwas gesagt. Erstens kann er das ohnehin allein, zweitens fasst man sowieso keine fremden Kinder an, außer vielleicht sie verletzen sich sonst auf jeden Fall und drittens in Pandemiezeiten überhaupt nicht. Hat sie auch (und das hat mich gefreut), ohne Gemecker akzeptiert, das hat man ja auch selten, egal ob man im Recht ist oder nicht.
Dann radelten wir nach Hause, der Rückweg geht bergab und ließen den Tag mit den Großen noch vor dem Fernseher ausklingen. Fein war das!

Gegessen:
Laugenstange, Donutreste (K3 isst jetzt gern den Belag ab und lässt den Rest liegen...)
Honigwaffel
Kichererbsensalat, Käsemuffins, Gemüsesticks, Gurken, Ei