Urlaubsrückblick 2: Eine Woche an der Nahe
Die zweite Woche war räumlich ein bisschen davon beeinflusst, dass wir meine Eltern und Schwestern treffen können, die in der Nähe Urlaub machen. Außerdem haben wir eine spezielle namentliche Verbindung zur Nahe, da lag es -ach was- nahe, sie mal in echt anzugucken. Ich freute mich auf einen etwas kleineren Fluss, der sich zum Planschen für die kleinen Kinder besser eignet und wurde nicht enttäuscht.
Den Campingplatz hatte ich ausgesucht, weil er einen eigenen Zugang zur Nahe hatte und ansonsten Familienfreundlich erschien. Es gab Spielplatze und Fußballfeld, eine Tischtennisplatte – was will man mehr. Ein Restaurant auf dem Platz und Brötchenservice rundeten das Angebot ab.
Wir standen auf einer großen Zeltwiese mit viel Sonne und waren glücklich, dass wir unser Tarp als Schattenspender hatten. Das geht dann schon ganz gut. Den ersten Tag verbrachten wir komplett an der Nahe, das war nämlich ein wirklich tolles Gelände. Weil hier früher eine Mühle war, gab es einen Staudamm. Dahinter konnte man richtig schwimmen, davor war das Wasser ideal zum Planschen. Alles war von Bäumen umgeben und daher schön schattig. Mit Clogs war auch das steinige Flussbett kein Problem und es war so weitläufig, dass jeder Platz fand. Da konnten wir viel Zeit verbringen, das Wasser war überhaupt nicht kalt und K1 und 2 den ganzen Tag mit Steine sammeln, Staudamm bauen und Baden beschäftigt.
Trotzdem machten wir, gerade in den Tagen bevor meine Eltern kamen, ein paar Ausflüge: Einen Höhlenbesuch haben wir gemacht, der vom Führer so kurzweilig gestaltet wurde, dass die großen Kinder sich nicht einmal gelangweilt haben. Ich habe schon so viele Höhlen besichtigt und das kann ja sehr unterschiedlich spannend sein, aber hier war das so gut umgesetzt, dass die Stunde wie im Flug verging. Einerseits hat der Führer sehr lebendig gesprochen, andrerseits waren zur Erklärung überall Puppen aufgestellt, die die verschiedenen Berufe im Berg visualisierten.
Wir waren in Idar-Oberstein und haben uns ein paar Edelsteine angeguckt (K2 hat ein Faible dafür). Das Edelsteinmuseum an sich wollten wir den Kindern nicht antun, aber es gab eine Firma, die natürlich in erster Linie ihre Produkte verkaufen wollte, unten aber eine nett gemachte Edelstein-Erlebniswelt hatte, in der man ein bisschen rumwandern und Steine (und Drachen und Einhörner und Wunschbrunnen) angucken konnte und das war für die Kinder genau richtig.
Eine Barfußpfad sind wir gemeinsam gegangen, das war sehr nett, allerdings ziemlich voll. Insgesamt waren die Tage etwas geruhsamer als an der Mosel, es war auch noch deutlich wärmer und der Fußballplatz lockte die Kinder sehr. Ich bin ja doch immer etwas irritiert darüber, dass man während einer Wanderung total kaputt sein kann, keinen Fuß mehr vor den anderen setzen kann und es sowieso und generell viel zu heiß ist, im Anschluss aber noch stundenlang auf dem Platz kicken kann – aber wahrscheinlich bin ich einfach zu alt, um das zu verstehen. Ich war jedenfalls froh, dass die Jungs so viel Spaß hatten.
Nach ein paar Tagen kamen meine Eltern und Schwestern mit dem Wohnmobil dazu und das war ein Highlight für alle. Die Kinder waren begeistert davon, mehr Ansprechpartner zu haben (und speziell die großen Jungs waren froh, mit anderen Erwachsenen reden zu können als nur mit uns) und uns tat es gut, ab und an ein bisschen Verantwortung abgeben zu können. Am ersten Abend schickten wir dann prompt auch die Männer mit den kleineren Kindern Einkaufen und wir Frauen setzten uns ins Campingplatzrestaurant und tranken eine Weißweinschorle. K2 wollte lieber Fußballspielen, aber K1 war dabei und fand in meiner jüngeren Schwester eine geduldige Partnerin, um über Harry Potter zu fachsimpeln.
Die Weißweinschorle erbrachte den Beweis: Die Kombination aus Kohlensäure und Alkohol geht mir sofort in den Kopf, ist bei Sekt genauso. So viel Spaß für so wenig Geld…
Ansonsten machten wir gemeinsam eine größere Wanderung durch die Weinberge, das war sehr sonnig, aber sehr nett. Höhenwege haben ja den Vorteil, dass man zwar erstmal rauf muss, aber dann ist es sehr bequem. Unterwegs fanden wir noch einen Winzerhof zum Probieren von Wein und Traubensaft und glücklicherweise kamen wir dann auch heile wieder runter.
Ein Teil von uns besuchte auch noch ein Freilichtmuseum, ich liebe sowas ja sehr und bei einer großen Gruppe findet sich immer jemand, der mitgeht, das ist so praktisch.
Am letzte Abend gingen wir gemeinsam Essen und dann teilten wir uns wieder auf – wir wollten noch weiter in den Odenwald, meine Eltern und Schwestern in die Eifel, um weiter zu wandern. Eigentlich ist mir der Familienurlaub nur mit meiner Familie heilig, aber so ein paar Tage zwischendurch waren schön, das können wir mal wieder machen.