Einkaufen und Freundinnentreff
Noch vier Tage bis zum Urlaub.
Langsam wird es greifbar. Im Laufe de Tages haben wir den letzten Campingplatz festgemacht. Irgendwie komisch, das hatten wir noch nie. Normalerweise fahren wir immer los, haben eine grobe Richtung als Idee und gucken dann, wo es uns gefällt und wie lange wir bleiben wollen. Wir haben da schon auf Campingplätzen gestanden und dann, weil uns die Lage oder auch der Inhaber nicht gefielen, entschieden, dass wir hier nicht bleiben wollten. Legendär habe ich noch einen Campingplatz in der Slowakei in Erinnerung, den wir lange gesucht hatte, schon eingecheckt hatten und dann die Toiletten begutachtet haben - da haben wir direkt wieder ausgecheckt. Aber das war auch das einzige Erlebnis dieser Art, meist fanden wir es einfach nur zu voll, zu eng, oder eben der Besitzer war unfreundlich.
Naja, dieses Jahr ist alles anders und angesichts der Lage, dass viele Menschen in Deutschland Urlaub machen wollen, wollte ich zur Sicherheit vorab reservieren. Nun musste ich also online entscheiden, welcher Campingplatz der richtige ist und wir werden sehen, wie das geklappt hat. Fotos sehen aber alle gut aus, jeder Platz hat entweder Flussanschluss, oder einen eigenen Schwimmpool und damit sind die Hauptkriterien der Kinder schonmal abgedeckt.
Ansonsten ein ziemlich normaler Arbeitstag. Ich stand nicht ganz so früh auf, weil K3 ja nicht in die Kita musste. Ansonsten Arbeit, unterbrochen von Kochen, weil K1 mit dem Mann zum Kinderarzt zur Allergiespritze fuhr. Als ich mit Kochen fertig war, kümmerte sich K2 sehr nett um K3, sodass ich sogar mit K4 auf dem Arm weiterarbeiten konnte, bis der Mann wieder da war.
Predigt fertig, jetzt noch drei Andachten, eine Werbeplanung für eine Veranstaltung, ein Gottesdienst, gefühlt 100 Absprachen, eine Terminfindung zur Planung, Vorbereitung für Bibellese während meiner Abwesenheit, ein Zeugnis und dann bin ich, soweit ich das Überblicken kann, fertig. Irgendwas kommt noch dazwischen, ist klar, aber im groben sollte das am Freitag zu schaffen sein.
Das beruhigte mich dann soweit, dass ich am späten Nachmittag erstmal Schluss machte und dachte, ich gehe mal allein in Ruhe zum Einkaufen. Ich fragte noch, ob ich K4 mitnehmen sollte, der kann ja auf meine Rücken sitzen, aber der Mann meinte, das wäre nicht nötig - da zog sich K3 seine Schuhe an. Und er war auch nicht davon abzubringen. Nun ist er derjenige, den ich am wenigsten gern mitnehmen wollte: Langsam zu Fuß, lässt sich gern tragen, im Laden nicht hilfreich, trägt noch keine Maske... Aber er wollte so schrecklich gern. Ich musste nicht viel besorgen und hatte Zeit, das Infektionsgeschehen ist sehr niedrig hier und es ist wie bei allem - ich kann nicht für das gesamte nächste Jahr ausschließen mit den Kindern zusammen einzukaufen, also ließ ich mich darauf ein.
Und was soll ich sagen: Es lief ganz wunderbar. K3 lief die gesamte Strecke (insgesamt 3km), ohne Gemecker, meist sogar recht zügig (er nennt das joggen). Man merkte so richtig, dass er die Bewegung brauchte. Er sprang wie ein freigelassenes Pferd. Aber auch im Laden lief es wunderbar: Er saß im Wagen, quatschte mit mir, ordnete, während ich Pflaster aussuchte, die anderen Einkäufe, packte alles auf's Band und packte auch alles ganz allein wieder ein, während ich bezahlte. Er war tatsächlich total hilfreich.
Zum Schluss wünschte er sich ein Brötchen, nein lieber zwei und aß die dann auf dem Rückweg auf. Mir fiel dann wieder ein, dass er zum Mittagessen nur Milchreis gehabt hatte, und auch davon nur eine kleine Portion gegessen hatte, das erklärte also den Hunger.
Für mich wurde es dann ziemlich knapp, aber das Treffen, zu dem ich musste, war informell genug, dass ich zehn Minuten später kommen konnte. Dafür musste ich K3 auf dem Rückweg nicht hetzen und wir waren alle glücklich.
Das Treffen war dann sehr angenehm. Eine Frauengruppe, die erstmal ein Glaubenskurs war und jetzt so zusammengewachsen ist, dass wir uns weiterhin treffen. Wir reden über Gott und die Welt und zwar im wahrsten Sinne des Wortes und jede darf ganz ehrlich alle Fragen und Bedenken, auch bzgl des Glaubens, sagen - aber es geht auch viel um grundsätzliche Lebensprobleme, die sich so auftun. Ich profitiere sehr davon, einerseits persönlich, weil es mir einfach gut tut Teil dieser Gruppe zu sein und zu erzählen, was mich grad beschäftigt, andrerseits auch fachlich, weil ich theologische Themen, die mir so selbstverständlich sein, reflektiere und erklären muss. Das tut mir gut und ich genieße diese Treffen sehr. Freundinnen sind das inzwischen, manche waren es auch vorher, aber neu kennengelernt haben wir uns alle.
Als ich nach Hause kam, fand ich 3/4 der Kinder noch wach und im Wohnzimmer vor, das mag ich ja auch in den Ferien nicht so sehr, um halb zehn. Aber der, der Zuhause ist, bestimmt die Regeln und es war schwierig gewesen und die großen Jungs hatten gut geholfen. Sie durften also noch ein bisschen unten sitzen bleiben und spielen, während K4 stillte und einschlief und dann hatten wir das Wohnzimmer wieder für uns und es wurde prompt spät.
Naja, wird im Urlaub auch nicht anders...

Gegessen:
Joghurt, Heidelbeeren, Himbeeren
Curry mit Rettich, Mairübchen, und Spinat-Kartoffel-Resten
Salat