Dienstag, 1. Dezember 2020
Irgendwas zwischen zäh wie Kleister und Verfliegen
30.11.2020
Genau so fühlen sich meine Tage im Moment an. Einerseits fehlt die gewohnte Geschäftigkeit, es sind so große Lücken im üblichen Plan. Andrerseits ist jeder Tag ausgefüllt mit kleinen und großen Dingen, häufig muss ich mich beeilen, vieles bleibt liegen.
Wenn der Nachmittag so vor mir liegt, dann habe ich das Gefühl es ist unendlich viel Zeit. Wenn dann alle Hausaufgaben erledigt sind, die Hausarbeit gemacht ist, dann ist immer nur noch kurz Zeit, nochmal rauszugehen, bevor irgendein Kind eskaliert und dann geht es schon auf's Abendessen zu. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, abends vorzulesen, im Advent, aber ich weiß gar nicht, wann ich das schaffen soll.
Naja, neue Woche, neues Glück. Der Tag beginnt wie immer, es ist früh, natürlich dauert alles länger als gedacht, bis das Mittagessen fertig ist, ist die Zeit für's Bloggen weg. Dafür kann ich in Ruhe die Kinder mit wecken, das ist schön. Mit K3 kann man im Moment so wunderbar albern sein.
Die Adventskalendergeschenke erfreuen, alle sind gut drauf. Ich entscheide rechtzeitig, dass es zu kalt zum Fahrradfahren ist und wir bringen die kleinen Kinder gemeinsam mit dem Auto in die Kita. Die großen Kinder trotzen der Kälte und fahren Fahrrad bzw. gehen zu Fuß - wenn man in Bewegung ist, ist es kein Problem, aber die Kleinen sitzen ja still.
Im Anschluss machen der Mann und ich gleich einen Einkauf, wo wir doch schon mit dem Auto unterwegs sind. Ich habe zwar noch keinen Essensplan gemacht, aber einiges braucht man ja immer...
Zuhause puzzeln wir das Puzzle fertig, haben Zeit zu reden, aber auch das ist wie immer zu kurz. Der einzige kinderfreie Vormittag verschwindet zwischen Haushalt und Arzttelefonaten.
K4 abholen, kurz zu Bioladen, wir brauchen Quark für den Mann und dann K3 abholen.
K2 kommt nach Hause, wir essen zusammen unterschiedliches Essen, aber es ist schön.
K2 macht seine Hausaufgaben, die anderen beiden spielen, ich trinke Kaffee und warte auf K1. Der ruft schließlich an - jemand hat seine Spanngurte geklaut, er braucht noch etwas, weil die Sporttasche immer runterfällt. Immerhin ist die Logopädie diese Woche verschoben.
Ich laufe ihm entgegen und trage die Sporttasche nach Hause. Zuhause isst er, die Reste Milchreis reichen nicht, ich mache ihm noch einen Crêpe aus Restteig, denn die Biokiste kommt heute auch deutlich später als sonst - wir haben keine Milch.
Das macht die Essenplanung her, es zieht sich alles hin und ich brauche ewig, begleite nebenbei Hausaufgaben von K1, es ist alles zäh. K3 quengelt, er will auf den Spielplatz und K2 ist sauer, weil wir ihn nicht allein mit ihm gehen lassen.
Mir reichts, ich packe die Kinder zusammen und gehe mit den drei jüngeren auf den Spielplatz. K3 sucht sich den am weitesten entfernten Spielplatz aus und verspricht zu laufen - was er auch tut. Wir rutschen wie die verrückten im Dunkeln, es ist ganz wunderbar. K4 genießt es sehr, dass er aus dem Ergo darf und selbst auf die Rutsch klettern kann. Noch eine Runde schaukeln, hier noch was, da noch was - dann müssen wir zurück. K3 läuft wider Erwarten den ganzen Weg zurück, ich freue ich sehr (und mein Rücken auch). Das war ein toller Ausflug.
Zuhause ist das Abendessen fertig, die anderen essen, ich ziehe mich zum Joggen um. Als ich rausgehe ist das Wetter umgeschlagen, es regnet und wir laufen nur eine kleinere Runde. Ich komme durchfroren zurück, das Fernsehprogramm macht mich auch nicht wärmer, also kuschle ich mich relativ früh ins Bett.
Ein typischer Coronatag, vielleicht: Schön, anstrengend, zäh, zu kurz, zu wenig geschafft, was liegen geblieben ist, hat aber bisher auch noch keinen Druck... Solange die schönen Teile überwiegen, lebe ich im Luxus.

Gegessen:
Joghurt, Apfel, Mango
gefüllter Minikürbis, Rest Erbsensuppe
Chips und Stollenkonfekt, Salat