Donnerstag, 10. September 2020
Kekse und Milch - K4 wird 1
Dieser Text ist natürlich verspätet - und vielleicht ist das auch schon dir richtige Einleitung: Der erste Geburtstag von K4 lief so nebenbei - und das ist vielleicht auch ein bisschen typisch für dieses Kind, es läuft so nebenbei mit. Schon die Schwangerschaft lief so mit, da immer alles gut und entspannt war, gab es keinen Anlass verstärkte Rücksicht auf dieses Kind zu nehmen. Und selbst die Geburt lief mehr oder weniger so nebenbei: Kinder in die Schule geschickt, zum Krankenhaus gefahren, Kind bekommen, wieder nach Hause, weiter mit dem Alltag. Ganz so war es nicht, aber da ist schon ein bisschen Wahrheit drin.
Wenn ich das so lese, klingt das traurig, aber es ist nicht traurig. K4 läuft im besten Sinne mit, weil er so unendlich zufrieden ist. Er war von Anfang an ein Beobachter. Schon im Krankenhaus, wenige Minuten nach der Geburt und mit sehr geringer Sehfähigkeit, guckte er mich genau an und verfolgte aufmerksam was passierte und wer in sein Gesichtsfeld kam.
Und so ging und geht das weiter: Alles wird sehr genau beobachtet, inzwischen auch kommentiert und, neustes Feature, nachgemacht. Damit ist er aber auch sehr intensiv beschäftigt, er langweilt sich nicht, weil er eben immer etwas zu gucken hat.
Ansonsten war das erste Jahr mit ihm sehr entspannt: Kaum Bauchschmerzen, immer gut gestillt, kein Spucken, keine Krankheiten, die Zähne kamen quasi über Nacht mit ein paar mal Jammern. Er isst gern selbstständig, probiert alles und sitzt zufrieden in seinem Stuhl mit am Tisch. K4 fordert uns überhaupt keine Kraft ab, er ist überall dabei, meist im Ergo auf meinem Rücken, inzwischen zunehmend auch autark auf dem Boden rumkrabbelnd.
Natürlich spielen wir mit ihm und er bekommt reichlich Aufmerksamkeit, kuschelt gern und spielt inzwischen auch aktiv mit seinen Brüdern - aber er fordert das alles so gut wie nicht ein. Ich staune immer wieder über dieses Kind und bin sehr gespannt, was da noch alles kommt.
Deswegen war es in meinen Augen auch nicht so schlimm, dass der Geburtstag nicht komplett auf ihn ausgerichtet war, sondern wir in erster Linie mit Legobau beschäftigt waren. Er konnte ja auf dem Arm vom Mann sitzen und andere Kinder anschauen. Außerdem gab es morgens eine gemütliche Geschenkerunde und im Gegensatz zu K3 kann er sehr gut eine Kerze einfach nur anschauen, ohne sie gleich auszupusten. K3 konnte das allerdings kaum aushalten :).
Gegessen wurde auch, nämlich Pancakes zum Frühstück, denn ein Kuchen war nicht so richtig zeitlich passend. Die haben K4 aber sehr begeistert. Und auch die abendlichen Pommes kamen sehr gut an. Überhaupt, er isst, was auf den Tisch kommt, natürlich gern süß, aber grundsätzlich erstmal alles, am liebsten allein. Brei und Füttern war eigentlich nie interessant. Am liebsten -und da ist er ganz mein Kind- mag er allerdings Eis, das er auf meinem Rücken sitzend von mir, aber auch von allen anderen erbettelt. K2 hat inzwischen eine gute Technik, seine Waffel möglichst groß zu lassen und das Eis raus zu saugen, damit er sie dann K4 übergeben kann.
Trotzdem genoss er es sehr, immer mal zwischendurch von einem Arm zum anderen zu wechseln und ich dachte so manches Mal: Heute vor einem Jahr...
Das vierte Kind einer Familie zu sein ist sicherlich an mancher Stelle schwierig: Man ist nie der Erste in irgendwas, die Laternenfest, die am Anfang noch gefeiert wurden, sind jetzt nur ein weitere Programmpunkt, die Einschulung ist nicht mehr spannend. Andrerseits ist eben immer was los. Die Gelassenheit der Eltern nimmt zu, das kann ich so bestätigen. Es gibt immer ein paar "Große", die helfen, spielen oder erzählen können, nicht nur die Eltern. K4 nutzt das bisher auf's Beste aus, findet seine Momente und ist so charmant, dass tatsächlich immer einer von uns auf ihn eingeht, wenn er Aufmerksamkeit einfordert. Da braucht es gar keine Vehemenz. Und Fotos gibt es Dank der Handys von K3 und 4 tatsächlich mehr als von den beiden Großen, insofern wird dieses Klischee nicht bestätigt.
Gestillt wird immer noch gern, vor allem nachts, aber auch zum Einschlafen zum Mittagsschlaf und abends, mal schauen, wie lange das noch so geht.
K4, du machst diese Familie komplett, es ist wunderbar, mit dir unterwegs zu sein, nicht weil du so pflegeleicht bist (das ist ein Bonus), sondern weil du so ganz und gar wundervoll, niedlich und charmant, lustig und stur und immer wieder erstaunlich bist. Wir haben dich so lieb!



Viel Autofahrerei
09.09.2020
Lustiges Datum.
Der Tag begann wie immer, Mittwoch ist Mitte der Woche, ich bin müde und die Aussicht auf's Wochenende muntert mich noch nicht so richtig auf, weil ich eigentlich nicht mit Ausschlafen rechnen kann. Allerdings vielleicht doch, das klärt sich im Laufe der nächsten Tage, vielleicht fällt mein Termin am Samstag aus, das wäre durchaus willkommen. Mal schauen.
Jedenfalls Aufstehen, Frühstück und Mittagessen vorbereiten, ein bisschen Aufräumen, schwupps war es viertel nach Sechs und ich konnte nur Turbobloggen, weil ich hörte, dass der Mann nicht aufstand und wir zeitlich nicht viel Luft hatten. mittwochs ist Musiktag, also muss K1 sein Horn mit zur Schule nehmen, also muss ich ihn begleiten. Das heißt wiederum, dass K3 fertig sein muss und das ist der Knackpunkt. Er ist im Moment morgens einfach kaum einzufangen, er ist schlecht drauf, will immer was zu meckern finden - es ist schwierig, für alle, für ihn auch, ist mir klar, aber auch für meine Nerven.
Ging aber alles ganz gut, so langsam sind die meisten Routinen (wieder) drin, inklusive: Ist dein Ranzen gepackt? Na klar! 10 Minuten später: Ach, Sportzeug brauche ich ja auch...
Das braucht er dann auch für draußen und für drinnen, inklusive Schuhe und das dauert so lange, zumindest in seinem Tempo, dass nächste Woche auf jeden Fall abends gepackt werden muss.
Aber wir kamen gut los, ich gab K1 an der Schule ab - sehr spannend, da ein bisschen zu gucken, so um zehn vor acht. Ich muss immer warten, bis er sein Fahrrad in den Fahrradkeller gebracht hat und kann mir dann ein bisschen die Kinder und die jungen Erwachsenen anschauen, die da alle so ankommen, viele mit Bus und Fahrrad, ein paar auch sehr lässig mit Roller oder Motorrad. Das ist schon spannend, selten versammelt sich so ein großes Altersspektrum von Heranwachsenden gleichzeitig und ich freue mich darauf zu sehen, wie K1 an dieser Schule weiter wächst.
Dann Kita, Abgabe von K3 war anstrengend, weil er weinte - ich glaube, nicht aus Kummer, sondern weil er sauer war, dass ich entschieden habe, dass jetzt Zeit für Kita ist. Hmm.
Eine kurze Runde über den Markt, die Heide lachte mich an und da ich einen nahezu Kinderfreien Nachmittag plante, weil der Mann mit den drei jüngeren Cello- und Sportbegleitung machte, machte ich den Plan den Vorgarten zu entkrauten und gleich zu bepflanzen - wo Pflanzen sind, wächst hinterher weniger Unkraut, dachte ich mir.
Arbeit, viel Kleinkram, mal wieder, ich habe Predigtfrei am Sonntag, da kommt man dann zu solchen Sachen. Wenn ich solche Wochen nicht habe, fehlt mir Zeit für kreative Planungen und für eben diesen Kleinkram, den man sonst immer so schiebt. Gut, dass ich zumindest einmal im Monat die Chance dazu habe.
Mittags hole ich K3 aus der Kita, der Mann ist nicht ganz fit, schon seit Tagen hat er Gelenkschmerzen, jetzt wird es schlimmer. Also versuche ich mehr zu übernehmen. Beispielsweise nehme ich K4 immer mit zum Abholen, auf dem Lastenrad kein Problem, er mag es sehr und der Mann hat hier die Hände etwas freier.
Das Mittagessen mit nur den beiden Kleinen ist sehr gemütlich. K1 muss abgeholt werden, K2 kommt mir auf dem Weg schon entgegen und hat gegessen, als wir nach Hause kommen, also ist noch Zeit zum Celloüben.
Der Mann stellt fest: Er schafft die Begleitung zu Cello und Sport nicht, die Schmerzen sind zu groß, also übernehme ich, aber ich kann zeitlich nur Autofahren leisten, weil ich zwischendurch zur Gemeinde muss, um den Raum für's Bibelseminar vorzubereiten. Aber das geht sehr gut, K2 sprintet zum Cello, ich mache mit K3 und 4 den Drogerieeinkauf. Dann spreche ich mit einer befreundeten Ärztin, wo der Mann mit den Gelenkschmerzen am Besten hingeht, er hatte das vor einem halben Jahr schonmal, da war der Hausarzt aber nicht sehr hilfreich, es ging von selbst wieder weg, aber jetzt muss was passieren.
Für die Kinder und mich gab es nach dem Cello die Nachricht, dass K2 ein größeres Cello braucht, das muss organisiert werden, ist aber kein Problem, weil wir leihen. Und dann gab es natürlich ein Eis, wir spazierten damit zum Spielplatz. K3 freundete sich mit einem gleichaltrigen Mädchen an, dass mit ihrem Vater im Sand saß und Sandkuchen buk - bei der Gelegenheit stellte ich dann fest, dass er das gar nicht wirklich kann. Wir haben einen kleinen Sandkasten, aber das muss einem ja mal gezeigt werden. Mit den großen waren wir regelmäßig auf dem Spielplatz, mit K3 nur gelegentlich mal und dann wird geklettert und geschaukelt. Es soll ja nochmal ein paar schöne Tage geben, dann zeige ich ihm das mal richtig.
Aber es war sehr nett mit den dreien auf dem Spielplatz, wegen leichtem Nieselwetter auch nicht so voll. K2 sprang wie verrückt von der Schaukel, K4 schaukelte bewundernd daneben in der Babyschaukel.
K3 überraschte mich im Anschluss damit, dass er problemlos in Feuerwehrmann-Manier an einer Laterne runterrutschen konnte - er überraschte sich selbst wohl auch, jedenfalls war er total euphorisiert.
Ein schneller Einkauf noch und dann war Zeit für Sport. Schön, dass ich K2 einfach nur absetzen muss und gleich weiterkann. Ich brachte dem Mann die Kinder nach Hause, der hatte sich ausgeruht und gebadet und fühlte sich für Abendbrot und Einschlafbegleitung gewappnet.
Schnell in die Gemeinde, Tische stellen und mich abmelden, denn ich musste zurück zur Sporthalle, K2 abholen. Aber ich war pünktlich, konnte im Auto noch Nachrichten beantworten und fuhr dann mit einem platten K2 nach Hause. Am Ende waren es nur 20km Autofahrt in Summe, aber dieses Hin- und Herfahren fühlt sich nach mehr an. Außerdem gibt es eine Baustelle auf der Strecke und ich habe immer noch nicht raus, welche Umfahrung am günstigsten ist, wahrscheinlich ist es je nach Ampellage unterschiedlich. Das frustet mich.
Zuhause dann Einschlafstillen für K4, K1 und 2 gingen gut ins Bett, um K3 kümmerte sich der Mann. Allgemeines Aufräumen, Wäsche, einige Nachrichten für die Arbeit abarbeiten. Das war's dann auch, als K4 wach wurde, ging ich ins Bett.

Gegessen:

Joghurt, Nektarine, Pflaume
Kartoffelspalten, Lachs und Salat
Eis (salted caramel)
Salat