Freitag, 26. Juni 2020
Von Lastenfahrrädern und Grundschulabschieden
Der Tag begann mit dem üblichen Aufsteh- und Anziehritual, fühlte sich schon wieder deutlich mehr nach Freitag an als nach Donnerstag, aber die Müdigkeit wird zum neuen Normal und die Augenringe schminke mich schon lange nicht mehr weg. Ich rede mir ein und es scheint auch so, oder das Licht im unteren Bad ist einfach gnädiger, dass sie über den Tag schwächer werden.
Allerdings bereitete ich erstmal das falsche Essen vor, weil ich vergessen hatte, dass ich Fisch gekauft hatte. Da wir aber am Freitag Zeugnisessen gehen werden musste dieser Fisch weg und daher packte ich die Vorbereitung für das erste Essen ein uns bereitete dann im Eiltempo noch den Fisch vor. So lange das noch klappt, bin ich noch unter meinem Limit, denke ich. Aber es ist gut, dass die Ferien beginnen, selten war ich so froh um frühe Ferienzeiten, wie in diesem Jahr.
Dann Schulwegbegleitung, K1 ging zum letzten Mal, K3 in die Kita und schnell zurück, um noch ein paar Dinge zu erarbeiten, denn ich musste mir eine Stunde freischaufeln, in der wir eine Beratung für ein Lastenfahrrad ausgemacht hatten. Wir haben erst gedacht, dass es sich für zwei Kinder nicht mehr lohnt, eins anzuschaffen, aber das ist natürlich Quatsch, wenn wir nur zwei Kinder hätten, wäre das gar keine Diskussion. Allerdings konnte ich auf dem Papier nicht entscheiden, ob es ein Dreirad oder ein Zweirad sein sollte. Das Geschäft, das auf der Website groß damit warb, dass es Beratung zu allen möglichen Lastenfahrrädern machen würde, stellte sich als reinen E-Bike Verkäufer heraus, immerhin auch E-Lastenbikes, wir favorisieren allerdings ein Lastenfahrrad ohne Motor. Für's Probefahren reichte es allerdings, wir sind uns einig: Ein Zweirad muss es sein. Das Handling von einem Dreirad ist ungewohnt, da würde man sicher besser reinkommen, aber das Zweirad fährt sich so angenehm, da müssen wir uns nicht umgewöhnen. Und diese Variante ist sportlicher, schneller, entspricht viel mehr unserem Stil. Das wäre also geklärt, wir probierten mit Motorunterstützung und ohne aus und baten uns Bedenkzeit aus. Die Motorunterstützung ist schon nett, kommt aber auf 2000 Euro Mehrkosten - das ist es uns nicht wert.
Jetzt müssen wir nur noch entscheiden, ob wir neu kaufen wollen und uns einen entsprechenden Händler vor Ort suchen, denn erfahrungsgemäß braucht man dann ja doch mal bei ein paar Sachen Hilfe (ich bastle nicht an Fahrrädern. Ich kann es nicht gut, es stresst mich, ich zahle gern für höhere Kompetenz) und da habe ich gern einen Händler vor Ort. Oder wir kaufen eben doch gebraucht, wäre natürlich schneller, die haben aktuell 6 Wochen Lieferzeit, man hätte nur keinen Händler vor Ort und müsste ggf. irgendwohin fahren, um es abzuholen. Wir werden sehen, ein paar Tage Überlegzeit haben wir noch, spätestens Anfang August müssten wir dann aber bestellen.
Dann Arbeit, Arbeit, Mittagessen, Arbeit, Arbeit.
Dann war Abschluss der vierten Klassen. Ich kann mich nicht erinnern, wie meine Zeugnisübergabe in der vierten Klasse aussah. Ich erinnere mich an ein Abschlussfest auf dem Sportplatz, der Rest hat mich entweder nicht beeindruckt, oder es gab ihn nicht. Für K1 war viel geplant: Ausflug in den Zoo, Abschlussfest, Zeugnisübergabe mit Theaterstück der dritten Klasse - war jetzt natürlich alles nichts. Aber es gab die Zeugnisübergabe in der Aula, Eltern durften auf dem Schulhof warten. Da pro Kind nur zwei Personen zugelassen waren (nein, euch keine Babys) ging ich mit K1 allein, der Mann kam nach und wartete mit den anderen Jungs am Schultor und wir tauschten dann noch kurz für ein Foto und für das Gefühl (für K1, mir ist das egal, ich bin an der Stelle auch nicht emotional), dass alle dabei gewesen sind. Es gab noch Fotos mit Freunden, mit der Klassenlehrerin, Geschenke, natürlich, und dann gingen wir wieder nach Hause. K1 kommt mit 3 Leuten aus seiner Klasse an der weiterführenden Schule zusammen, K2 kriegt die Klassenlehrerin von K1 im nächsten Schuljahr - es fühlte sich nicht sehr nach endgültigem Abschied an.
Dann war ich schnell joggen, eigentlich zu heiß dafür, aber ich brauch die Bewegung.
Beim Abendessenfiel K1 plötzlich das Essen auseinander, seine glutenfreien Wraps sind viel brüchiger als andere und plötzlich kamen die Emotionen des Tages, entzündet an einer Kleinigkeit, doch hoch. Da mussten wir trösten, es ist schon alles komisch, das ganze Schuljahr war belastend und belastet, irgendwann wird es jedem zu viel. War aber alles ganz gut aufzufangen, morgen schläft er aus, K2 hat noch einmal Schule und dann lassen wir die beiden erstmal ausspannen. Ich bin stolz auf die Jungs, das haben sie schon alles gut geschafft, die letzten Wochen, aber ich gestehe ihnen auch zu, dass es manchmal schwierig war.
Jetzt bin ich froh über mein Sofa, nochmal kurz in die Arbeitsemails gucken, aber dann früh ins Bett, denn der Freitag wird voll.

Gegessen:
Quark, Himbeeren, Brombeeren
Fisch in Senfsauce, Brokkoligratin, Kartoffelspalten
Wraps mit Veggie-Hack (sehr gut!)